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Neue Infotafeln für Kunstwerke aus Nazizeit am Maschsee

Südstadt Neue Infotafeln für Kunstwerke aus Nazizeit am Maschsee

Die Stadt will neue Informationstafeln an den sechs Kunstwerken rund um den Maschsee aufstellen. Auf den Schildern sollen die in der Nazizeit entstandenen Werke historisch eingeordnet werden. Wegen fehlender Bezüge zur Geschichte gab es in den vergangenen Monaten Kritik.

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Bereits im Winter 2008 hatte die Stadt ein Erläuterungsschild am Fackelträger anbringen wollen, doch dem Bezirksrat war der Text zu unkritisch.

Quelle: HAZ (Archiv)

Die Stadt will neue Informationstafeln an den sechs Kunstwerken rund um den Maschsee aufstellen. Auf den Schildern sollen die in der Nazizeit entstandenen Werke historisch eingeordnet werden. Geplant ist zudem, eine große Schautafel im Nordosten des Maschsees gegenüber dem Sprengel Museum anzubringen, die über die Geschichte des künstlichen Gewässers informiert und dessen Vereinnahmung als nationalsozialistisches Prestigeobjekt erläutert. Der Bezirksrat Südstadt-Bult stimmte dem Vorhaben der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zu.

Mit der Entscheidung geht ein langer Streit zu Ende. Bereits im Winter 2008 hatte die Stadt ein Erläuterungsschild am Fackelträger anbringen wollen, doch dem Bezirksrat war der Text zu unkritisch, die englische Version auf der Tafel gar zu kompliziert. So musste das Stadtarchiv den Text noch einmal überarbeiten und der Bezirksrat forderte zugleich, auch an anderen NS-Kunstwerken rund um den See, etwa am „Menschenpaar“ oder beim „Schwimmer“ weitere Tafeln zu installieren.

Wie berichtet, geriet Anfang des Jahres auch die große Infotafel gegenüber dem Sprengel Museum in die Kritik. Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne und Historiker monierten, dass in dem Text über die Geschichte des Maschsees mit keinem Wort die propagandistische Ausschlachtung des Maschseebaus erwähnt werde. Der zuständige Umweltdezernent Hans Mönninghoff versprach daraufhin, die umstrittene Tafel „umgehend“ zu erneuern, doch bisher ist dort noch immer der alte Text zu lesen.

Mit der Entscheidung des Bezirksrats wird nun auch dieses Zeugnis eines unkritischen Umgangs mit der Maschsee-Vergangenheit entfernt und durch einen historisch angemessenen Text ersetzt.

Andreas Schinkel

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