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Kirchrode

Neuer Weg soll zur Stadtbahn-Haltestelle führen


Die Stadt legt den Bebauungsplan für die geplante Siedlung Büntekamp in Kirchrode vor. Die Einwände einer Anwohnerin
finden kein Gehör.
Der Weg neben der Bahntrasse führt zur Bemeroder Straße.

Der Weg links der Bahntrasse führt zur Bemeroder Straße – und wird möglicherweise ausgebaut.

© Christian Link

Das geplante Wohngebiet „Büntekamp“ zwischen der Lange-Feld-Straße und dem Heistergraben in Kirchrode nimmt immer festere Formen an. Inzwischen liegen auch die Antworten der Verwaltung zu den Widersprüchen zum Bebauungsplan vor, die vom Umwelt- und vom Bauausschuss der Stadt Hannover bereits einstimmig gebilligt wurden. Ein wichtiges Detail: Möglicherweise wird ein Weg entlang der Bahntrasse zur Bemeroder Straße ausgebaut, um eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr zu gewährleisten. Die Einwände einer auf dem Baugelände wohnenden Anliegerin sowie von Anwohnern des Homburgwegs, die verschiedene Vorbehalte gegen das Baugebiet mit seinem Mix aus Mehr- und Einfamilienhäusern geäußert hatten, lehnten Verwaltung und Ausschüsse ab.

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung hatte auch eine Rechtsanwaltskanzlei aus Berlin mehrere Einwände gegen das Baugebiet mit seinen geplanten 183 Wohneinheiten formuliert: Im Boden befänden sich vermutlich giftige Altlasten, die Eingriffe in die Natur seien nicht gerechtfertigt und der Verkehrslärm im Baugebiet werde zu hoch sein. Erst später wurde der Stadtverwaltung bekannt, dass die Kanzlei eine Frau aus Kirchrode vertritt, die in einem auf dem Baugrund befindlichen, 1948 errichteten Wohnhaus lebt, das nur über den Röhrichtweg zugänglich ist. Sie betreibt an das Haus angrenzend seit 1975 auch eine Weihnachtsbaumplantage.

Allerdings dürfte die Anwohnerin dort eigentlich gar nicht wohnen, denn nach Aussage der Stadt wurde das Wohngebäude unrechtmäßig errichtet. „Die Erschließung des Grundstücks hatte bisher weder eine privatrechtliche noch eine öffentlich-rechtliche Grundlage“, heißt es in einer Beschlussdrucksache der Stadtverwaltung. Doch auch nach dieser Entdeckung hat die Frau wahrscheinlich keine Konsequenzen zu befürchten. Weil das Wohnhaus demnächst sowieso in einem Wohngebiet stehen wird, sieht die Verwaltung keine Veranlassung, gegen die unberechtigte Nutzung vorzugehen, erläutert der städtische Pressesprecher Dennis Dix.

Die Einwände der Anwohnerin und der Anlieger aus dem Homburgweg wurden allesamt zurückgewiesen. Die Verwaltung sieht keine Probleme, die dem Projekt grundsätzlich im Weg stehen. Allerdings räumt die Stadt auch Schwierigkeiten ein. So werde der Zugverkehr trotz der geplanten Lärmschutzwand entlang der Güterumgehungsbahn zu Lärmbelästigungen führen, die man besonders bei Nacht wahrnehmen werde. Dabei würden auch Orientierungswerte für die städtebauliche Planung überschritten, bestätigte Dix. Rechtliche Folgen hat diese Überschreitung jedoch nicht, denn die rechtlich verpflichtenden Grenzwerte liegen deutlich höher und werden nach den Berechnungen der Verwaltung eingehalten. Schallschutzmaßnahmen an den Gebäuden – etwa der Einbau von Schallschluckfenstern – sollen die Lärmbelästigung außerdem verringern.

Auch auf das hohe Grundwasser in diesem Bereich will man mit einer Baumaßnahme reagieren. Im gesamten Baugebiet kann Niederschlagswasser nur schlecht versickern, weshalb ein Regenrückhaltebecken eingerichtet werden muss. Dadurch entstehen für die Eigentümer der Grundstücke allerdings Zusatzkosten. Für den städtischen Haushalt erwartet die Verwaltung gemäß dem städtebaulichen Vertrag, den sie mit dem Investor – der Firma Hochtief Construction – geschlossen hat, Erschließungs- und Nebenkosten in Höhe von rund 245 000 Euro.

Auch der Region Hannover könnten durch das Baugebiet zusätzliche Kosten entstehen – sie ist nämlich für eine Anbindung des neuen Wohngebiets an den öffentlichen Nahverkehr verantwortlich. Für einen Anschluss an das Bus-Netz müssten die Routen der für einen Anschluss in Frage kommenden Buslinien 123, 124 und 370 deutlich verändert werden. „Die von der Region favorisierte Lösung wäre daher ein beleuchteter Fußweg zur Haltestelle Zuschlagstraße“, sagt Regions-Pressesprecher Klaus Abelmann. Dort verkehren die Stadtbahnlinie 6 und die Buslinie 370.

Die Stadt Hannover plant ohnehin schon länger, einen unbefestigten Weg zwischen Lange-Feld-Straße und Bemeroder Straße entlang der Güterumgehungsbahn zu einem befestigten Fuß- und Radweg auszubauen. Er soll das neue Wohngebiet im Westen Kirchrodes an die Stadtbahn anbinden und für sichere Schulwege sorgen.

Christian Link

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