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Pegel an den Teichen des "Kattenbrook-Parks" in Hannover zu niedrig

Bemerode Pegel an den Teichen des "Kattenbrook-Parks" in Hannover zu niedrig

Die Pegel an den Teichen des Expo-Projekts "Kattenbrook-Park" in Hannover-Bemerode fallen bedenklich. Die Wasserkante ist inzwischen weit von der früheren Uferlinie entfernt.

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Am unteren Teich neben dem Gebäude der Finanz IT ist die Wasserkante weit von den Felquadern der frühren Uferlinie entfernt.

Quelle: Schmidt

Hannover. Der Graureiher hat leichtes Spiel an den beiden Teichen im Kattenbrook-Park des Bemeroder Kronsbergviertels: Die Gewässer hinter dem Glaspalast der Sparkassen-Finanz-IT an der Kattenbrookstrift sind undicht. Und seit die Wasserpegel in den durch eine Natursteinkaskade verbundenen Teichen sinkt, wird es für die Fische immer schwieriger, dem geflügelten Räuber auszuweichen. Für die knapp zwei Millionen Euro teure Anlage und deren Erhalt hat die Stadt vor der Weltausstellung im Jahr 2000 einen Betrag von 1,4 Millionen Euro vom Vorgänger der Finanz IT, der Datenverarbeitungsgesellschaft für die Sparkassen DVG, erhalten. Die DVG war an einem gestalterisch anspruchsvollen Umfeld mit zum Teil fließenden Wasser interessiert und wollte auf diese Weise auch eine weitere Bebauung in der Nachbarschaft verhindern.

Seit die Wasserpumpen in einem im Park gelegenen Schacht defekt sind, werden die Teiche nicht mehr mit Frischwasser versorgt. Längst hat die Wasserpest, eine Sauerstoff zehrende Wasserpflanze, das Regiment in den beiden Gewässern übernommen. Auch ein paar von Menschen ausgesetzte Wasserschildkröten dümpeln im Restwasser herum. Rainer Vogel, früheres Mitglied im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode und Amtstierarzt im Ruhestand, empfindet es als unerträglich, wie das kleine Refugium von der Stadt vernachlässigt wird. „Der Graureiher spaziert schon zu Fuß durch die Teiche“, klagt er. Kürzlich habe er städtische Mitarbeiter dabei beobachtet, wie sie vergebens im Pumpenschacht werkelten, um einen neuen Wasserzufluss in den oberen und damit auch in den unteren Teich zu schaffen.

Nach Auskunft von Stadtsprecher Klaus Helmer ist die Erforschung der Ursachen der mangelnden Wasserförderung und der sinkenden Teichwasserspiegel nach verschiedenen Untersuchungen nahezu abgeschlossen. Der obere Teich sei undicht, weshalb der Wasserspiegel nicht gehalten werden könne. Die Pumpen würden regelmäßig gewartet; bei jüngsten Überprüfungsarbeiten seien zwar technische Defekte festgestellt, allerdings bald wieder behoben worden. Seither werde wieder Wasser über den oberen Teich und die Kaskade in den unteren, größeren Teich gepumpt, so dass der Pegel wieder steigen müsse. Vor zwei Wochen lag der Wasserpegel noch knapp einen Meter niedriger als vorgesehen.

Rainer Vogel sieht zusätzlich ein tierschutzrechtliches Problem. „Diese Teiche sind von Menschen angelegt“, sagt er, „daher liegt es auch in unserer Verantwortung, sich um die Fische und andere darin lebende Tiere zu kümmern.“ Zwar seien die Fische nicht explizit von Menschen ausgesetzt worden, jedoch würden Fischeier über das Gefieder von Enten regelmäßig in derartige Gewässer gelangen. In den Teichen an der Kattebrookstrift lebten mittlerweile nicht nur Goldfische, sondern auch Rotfedern und Karpfen; sogar einen Hecht habe er schon gesehen.

Stadtsprecher Klaus Helmer teilte auf Anfrage mit, dass die Stadt nun mit einem Fischereiverein Verbindung aufgenommen habe, der die Fische abfischen und anderweitig wieder aussetzen solle. Unabhängig davon will die Verwaltung weitere Untersuchungen vornehmen, um die undichten Stellen im oberen Teich zu lokalisieren. Anschließend soll über eine mögliche Reparatur entschieden werden.

Karin Vera Schmidt

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