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Bemerode Platz machen, bitte!

Der TSV Bemerode ist
 der drittgrößte
Sportverein der Stadt – noch.
Um sein Angebot 
zu erhalten, fordert
 der Klub dringend mehr Sportflächen.

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Die kleinen Kicker der F-Jugend des TSV trainieren in der Turnhalle Blaue Schule.

Quelle: Link

Bemerode. Die Stadt Hannover denkt über den Bau einer Freilufthalle nach. Die neue Sporthalle könnte vor allem dem TSV Bemerode zugute kommen, der mit 2295 Mitgliedern der drittgrößte Sportverein Hannovers ist. Aufgrund seiner vielen Mitglieder hat der Verein ein enormes Problem, ausreichend Sportflächen zu finden – eine Freilufthalle käme da gerade recht. Der TSV befürchtet aber, dass das Geschenk für den Verein sogar nachteilig sein könnte. „Wenn wir deswegen unseren Kunstrasenplatz nicht sanieren können, verzichten wir lieber darauf“, sagt der TSV-Vorsitzende Manfred Duttke.

Der Kunstrasenplatz müsse in zwei Jahren unabdingbar erneuert werden, sagt Duttke. Der Belag sei schon jetzt „grenzwertig“ und für den Spielbetrieb kaum noch zu gebrauchen. Die Kosten für die Renovierung schätzt der Vereinschef auf ungefähr 260.000 Euro. „Allein können wir das nicht stemmen“, betont er. Der Verein könne zwar einen Teil selbst beisteuern, aber ohne die Unterstützung der Stadt sie die Investition nicht zu schaffen. „Der Kunstrasenplatz ist für eine Zahl von rund tausend Sportlern unentbehrlich“, sagt der TSV-Präsident. 683 Fußballer und 281 Hockeyspieler trainieren dort nach seinen Angaben. Der Sportplatz mit dem Kunststoffteppich ist aus zwei Gründen wichtig für den TSV: Er ist der einzige Sportplatz mit Flutlicht und kann aufgrund seiner hohen Belastbarkeit fünfmal häufiger genutzt werden als ein Rasenplatz.

„Wir nutzen unsere Sportflächen schon jetzt intensiver, als es sein dürfte ist“, sagt Duttke. Auf der Bezirkssportanlage Bemerode stehen dem Verein zweieinhalb Rasenplätze und der Kunstrasen zur Verfügung. Außerdem trainiert der TSV auf einem Rasenplatz an der Straße Am Sandberge. Die mögliche Nutzungsdauer betrage 102 Stunden pro Woche, tatsächlich würden die Flächen aber 120 Stunden pro Woche genutzt. „Das ergibt sich dadurch, dass zwei Gruppen gleichzeitig auf dem Platz trainieren“, sagt Duttke.

Bei den Hallenzeiten sieht es nicht besser aus. Schon im vergangenen Winter habe es keine freien Kapazitäten mehr gegeben, unterstreicht der Vorsitzende. Weil in der Grundschule Am Sandberge seit dem Sommer ganztags unterrichtet wird, fallen weitere Hallenzeiten weg. „Wir haben deswegen einige Stunden verloren, aber wir hätten dafür auch nur schwer Übungsleiter gefunden“, sagt der Duttke. Insgesamt 120 Übungsleiter beschäftigt der Verein bereits. In der Regel verdienen sie pro Stunde zwischen fünf und 20 Euro.

Als Ergänzung zu einem sanierten Kunstrasen würde der TSV Bemerode die von der Stadt geplante Freilufthalle gerne auf seinem Gelände bauen. Einen Platz für das Gebäude gibt es bereits: An der Grenze der Bezirkssportanlage zur Stadtbahn wäre noch Raum für die Freilufthalle. „Neben dem Kunstrasenplatz hätten wir eine weitere Fläche, die beleuchtet wäre. Das würde im Winter zusätzliche Trainingsmöglichkeiten schaffen“, sagt der Vorsitzende. Dem steht allerdings der belastete Boden im Weg. Früher war hier ein Handballfeld, dessen verrotteter Belag noch entsorgt werden muss. Duttke schätzt die Kosten dafür auf rund 30 000 Euro.

Die Stadt hält sich noch bedeckt, wenn es um den Bau der Freilufthalle geht. „Der Bau auf der Bezirkssportanlage Bemerode wäre grundsätzlich möglich“, hieß es kürzlich in einer Antwort der Stadtverwaltung auf Anfrage der SPD im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Drei weitere Standorte für die Freilufthalle sind allerdings ebenfalls im Gespräch. Anstelle des TSV Bemerode könnten auch der SV 07 Linden oder der ERC Hannover die Glücklichen sein, die sich über die neue Halle freuen dürfen. Möglich ist der Bau zudem auf einer Fläche unter dem Westschnellweg neben dem Uni-Sportzentrum.

Mangel an Flächen kostet Mitglieder

Bemerode wächst weiter, der außer der Schützengesellschaft einzige Sportverein des Stadtteils hat dagegen seine Grenze längst erreicht. Zwar ist der TSV Bemerode aktuell der drittgrößte Verein Hannovers, doch die Mitgliederzahlen gehen seit 2008 zurück. Derzeit hat der TSV 2295 Mitglieder – das sind rund 100 weniger als noch vor vier Jahren. Als Grund dafür nennt der TSV-Vorsitzende Manfred Duttke den Mangel an Sportstätten: Die Hallenzeiten reichen nicht aus, die Wartelisten sind zu lang und viele Sportgruppen daher zu voll. Das habe den Verein viele Mitglieder gekostet.

„Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt unsere Mitgliederzahl deutlich unter dem Durchschnitt Hannovers“, sagt Duttke. Von den zuletzt gezählten 17 908 Bemerodern ist nicht einmal jeder Achte beim TSV Mitglied, obwohl der Verein 14 Sparten abdeckt. Wenn man den stadtweiten Durchschnitt als Vergleich nimmt, müsste laut Duttke aber eigentlich jeder fünfte Bemeroder dem TSV angehören. Das entspräche 3500 Mitgliedern – für die der Verein jedoch gar keinen Platz hat.

In erster Linie sind Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre die Zielgruppe. 1224 von ihnen sind derzeit im TSV aktiv, das entspricht fast jedem Dritten aus Bemerode. Für die Erwachsenen hat der Verein daher kaum noch Platz, dort ist nur jeder dreizehnte Einwohner TSV-Mitglied. „Um die Zielgruppen auszuweiten, benötigen wir eine eigene, tagsüber nutzbare Halle“, sagt der Vereinschef. Auf der Prioritätenliste stehen aber zuvor die Erneuerung des Kunstrasenplatzes, der Bau einer zweiten Kunstrasenanlage mit Flutlicht und die Erweiterung der Bezirkssportanlage um ein halbes Rasenspielfeld. Außerdem plant der Verein den Umbau der Kegelbahn im Vereinsheim zu Umkleidekabinen mit Duschen.

Von Christian Link

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