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Süd Spitzenreiter bei Tütenspendern
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Spitzenreiter bei Tütenspendern
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06:15 24.03.2012
Von Michael Zgoll
Schnelle Hilfe: Hier wird der Automat in der Fiedelerstraße genutzt. Quelle: Michael Zgoll
Döhren-Wülfel

Es gibt keinen Bezirksrat in Hannover, der so konsequent gegen die Verschmutzung von Straßen, Wegen und Grünflächen durch Hundekot angeht wie das Gremium in Döhren-Wülfel. In der gesamten Stadt Hannover sind an 87 Stellen Spender aufgehängt, aus denen sich Hundebesitzer gratis ein Beutelchen herausziehen können, um die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge zu entsorgen - 25 dieser Orte findet man in Döhren-Wülfel. Die Bezirke Linden-Limmer, Nordstadt und Mitte liegen mit einigem Abstand auf den nächsten Plätzen.

Meist sind die "Bravo"-Kästen an den Pfählen von Verkehrsschildern befestigt, doch auch hölzerne Quader - wie am alten Döhrener Friedhof - dienen als Träger. 25 Paten kümmern sich in Döhren-Wülfel um das regelmäßige Befüllen der Boxen, und im Notfall springt Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck auch selbst ein und legt Tüten nach. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats bewilligten die Politiker aller Parteien per interfraktionellem Antrag 1000 Euro aus dem eigenen Etat, damit für ein weiteres Jahr Hundekot-Tüten angeschafft werden können. "Wo die Spender hängen, hat die Verschmutzung der Straßen und Wege auf jeden Fall abgenommen", wirbt Ranke-Heck für das Modell.

Im Döhren-Wülfel gebe es einige Flächen, die für Hundebesitzer ein beliebtes Ziel seien, heißt es in dem überparteilichen Antrag. "Damit die deshalb in beträchtlicher Größenordnung anfallenden Hinterlassenschaften der Hunde die Flächen nicht mehr beeinträchtigen, ermöglicht der Bezirksrat Döhren-Wülfel den Hundebesitzern die einfache Beseitigung von festen Hundeausscheidungen mittels eigens dafür vorgesehenen Plastiktüten", lautet die in fast perfektem Amtsdeutsch geschriebene Begründung. Allerdings, das machte die Bezirksbürgermeisterin auf Anfrage unmissverständlich deutlich, seien die öffentlich geförderten Tüten "eigentlich" nur für Notfälle gedacht. "Eigentlich" sollten die Hundebesitzer ihre eigenen Behältnisse mitführen, Frühstücksbeutel beispielsweise.

Doch die Praxis zeigt, dass die Notfall-Tüten gelegentlich auch zweckentfremdet werden, dass etwa Kinder Sand- und Wasserbomben mit ihnen basteln. Richtig ärgerlich werden die Boxen-Befüller aber nur dann, wenn größere Kontingente auf einmal verschwinden, wenn beispielsweise ein kompletter Spender-Satz von ein paar hundert Tüten auf einen Schlag entwendet wird. Das geht dann auch ins Geld, denn 2000 Hundekot-Beutel kosten derzeit um die 26 Euro. Der Nachschub wird überwiegend aus den eigenen Etats der Bezirksräte gespeist. Den Kauf der "Hardware", also der Metallboxen, übernimmt die Stadt. Der Stückpreis liegt bei 100 Euro plus Installationskosten - je nach Aufhänge-Möglichkeiten zwischen 75 und 175 Euro.

Dass diese Utensilien ihre Existenzberechtigung haben, belegt Christine Ranke-Heck anhand von eindrucksvollen Zahlen. 14000 Hunde gebe es im Stadtgebiet von Hannover, und diese würden tagtäglich sechs Tonnen Hundekot hinterlassen - ein wahrlich stattlicher Haufen. Immerhin gebe es aber auch 5000 kommunale Papierkörbe, in denen Hundebesitzer die Beutel mit den tierischen Hinterlassenschaften versenken könnten - und dies auch zunehmend tun. "Der soziale Druck, die öffentlichen Flächen nicht zu verschmutzen, hat zugenommen", formuliert es die Bürgermeisterin. Und Anwohner hätten mit der Bitte an Tierhalter, "ihren" Hundehaufen zu entsorgen, mehr Erfolgsaussichten, wenn sie auf einen Tütenspender ganz in der Nähe verweisen könnten.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Standorte der "Bravo"-Kästen im Stadtbezirk:

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