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Sprengel-Anbau steht auf der Kippe

Noch teuerer als gedacht Sprengel-Anbau steht auf der Kippe

Bei der Planung für den Anbau des Sprengel Museums tun sich immer größere finanzielle Löcher auf. Das Land Niedersachsen, neben der Stadt Hannover Finanzier des Bauwerks, geht inzwischen von einem Kostenanstieg um 3,5 Millionen Euro aus.

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Der Sprengel-Anbau steht auf der Kippe.

Quelle: Burkert

Hannover. Eigentlich hatten sich Stadt und Land auf eine Kostenobergrenze von 25 Millionen Euro für das Projekt verständigt. „Bislang haben wir aber trotz der langen Bearbeitungszeit keinen Vorschlag der Stadt gesehen, der diese Auflage erfüllt“, kritisiert Rüdiger Fischer, Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Er bekräftigt aber, dass das Land am Bau des Museumstraktes festhalte. Oppositionspolitiker im Rat der Stadt zeigen sich weniger optimistisch. „Nach zehnjähriger Diskussion steht das Projekt vor dem Scheitern“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

Hauptgrund für die Kostenexplosion ist offenbar der sogenannte Baupreisindex von zehn Prozent, den die Stadt jetzt auf die ursprünglich veranschlagte Investitionssumme aufschlägt. Mit einem solchen Polster sichern sich Bauherren gegen konjunkturell bedingte Preissteigerungen ab. „Bei mehrjährigen Bauvorhaben ist so etwas selbstverständlich zu berücksichtigen“, sagt Fischer. Verwunderlich sei, dass die Stadt dies nicht von Anfang an einkalkuliert habe.

Als unnötigen Kostentreiber schätzt das Ministerium die vom Rat gewünschte Passivhausbauweise ein. Dem Vernehmen nach sind es mehr als 200.000 Euro, die Wärmedämmung und Lüftungssystem verschlingen. Das Land beteilige sich nicht an diesen Kosten, da Aufwand und Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis stünden“, sagt der Ministeriumssprecher. Sorge bereitet dem Land auch der schleppende Antrag auf EU-Mittel über zehn Millionen Euro. Dem Vernehmen nach hat die Stadt noch nicht alle erforderlichen Unterlagen eingereicht.

CDU-Mann Seidel plädiert dafür, nicht mehr um den teuren Architektenentwurf aus dem Büro Meili + Peter zu kämpfen, sondern eine günstigere Lösung anzupeilen. CDU-Ratsherr Friedrich Busse wirft dem federführenden Kulturdezernat „Schlamperei“ vor. „Das Projekt sollte eingefroren werden, damit der Rat auf Grundlage aktueller Zahlen neu entscheiden kann“, sagt er. Dem Vorschlag schließen sich auch die Linken an. FDP-Bauexperte Wilfried Engelke geht noch weiter: „Stadt und Land sind beide klamm, also ist zu überlegen, ob man den Anbau aufschiebt.“ Besonders ärgert ihn, dass vor einem Jahr eine Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis kam, dass die Baukosten kaum überschritten werden. Der Bund der Steuerzahler warnte die Ratsfraktionen davor, „leichtfertig einer höheren städtischen Finanzbelastung das Wort zu reden“. Von den ursprünglichen Budgetvorgaben dürfe man sich nicht verabschieden. Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) zeigte sich gestern zuversichtlich, dass sich Stadt und Land einig werden. „Das Projekt wird ein Fortkommen haben“, sagte er der HAZ.

Andreas Schinkel

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Foto: Die Planungen für den Anbau des Sprengel Museums

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