Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Sprengel-Anbau wird teurer als geplant

2,5 Millionen Euro Sprengel-Anbau wird teurer als geplant

Die Erweiterung des Sprengel Museums wird teurer als bisher veranschlagt. Nach Informationen dieser Zeitung steigen die Baukosten um insgesamt 2,5 Millionen Euro. Stadt und Land verhandeln jetzt darüber, welchen Anteil sie jeweils übernehmen wollen.

Voriger Artikel
Polizei Hannover fasst Diebe durch Tipps bei Facebook
Nächster Artikel
Kommt eine Entschleunigung am Maschsee?

Markante Fassade: So sieht der Erweiterungsbau in der Animation aus: Gewonnen hat den Wettbewerb der Entwurf des Schweizers Marcel Meili.

Quelle: Burkert

Hannover. Umstritten ist insbesondere die Passivhausbauweise des neuen Museumstraktes, die mit mehreren Hunderttausend Euro zu Buche schlägt. Das Land will sich an diesen Kosten nicht beteiligen, schließlich habe allein der Rat der Stadt die energiesparende Bauweise beschlossen, so lautet die Begründung. Die Grünen aber betonen, dass sie auf moderne energetische Standards nicht verzichten wollen. Auch offiziell bestätigt die Stadtverwaltung Verhandlungen mit dem Land, die aber Teil des laufenden Verfahrens seien. „Dabei wird über den Kostenrahmen gesprochen und über das, was verwirklicht oder nicht verwirklicht werden kann“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge.

Ursprünglich wollten Hannover und Niedersachsen jeweils fünf Millionen Euro zahlen, zehn Millionen Euro stammen aus EU-Mitteln, fünf Millionen Euro sollen von privaten Spendern aufgebracht werden. „Wir sind optimistisch, bis zum Jahresende das Spendengeld zusammenzuhaben“, sagt Stefan Becker, Vorsitzender der Freunde des Sprengel Museums. Voraussetzung für weitere Zuwendungen sei aber, dass klar ist, wie der Anbau nun tatsächlich aussehen wird. „Die Leute wollen Pläne sehen“, sagt Becker.

Inzwischen hat das Architekturbüro Meili + Peter einen neuen, abgespeckten Entwurf für den Museumstrakt vorgelegt, der sich aus Kostengründen von einigen baulichen Details verabschiedet. Auswirkungen hat der Rotstift etwa auf die verspiegelte Glasfassade, eigentlich das auffälligste Detail in den Plänen der Schweizer Architekten. Dem Vernehmen nach setzt Museumsdirektor Ulrich Krempel alles daran, die markante Außenhülle doch noch zu retten. Bei den Oberlichtern und der anspruchsvollen Innenraumgestaltung fallen die Einsparungen dagegen moderat aus. Ein großzügiges Treppenhaus sollen Alt- und Neubau des Museums sowie die Ausstellungsebenen miteinander verbinden.

Aber selbst die reduzierte Version des Sprengel-Anbaus übersteigt das ursprüngliche Budget noch um 2,5 Millionen Euro. Diese Summe gilt es jetzt zu schultern. „Hätte man die ursprünglichen Pläne von Meili + Peter eins zu eins umgesetzt, wäre der Kostenrahmen von 25 Millionen Euro vollends auseinander geflogen“, sagt ein Rathauskenner. Jetzt erheben sich Stimmen aus der Ratspolitik, die Stadt und Land zur Zusammenarbeit aufrufen. „Alle Beteiligten müssen darüber nachdenken, wie sie die Finanzierung gemeinsam stemmen können“, sagt Lothar Schlieckau, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Keinesfalls dürfe allein die Stadt in die Pflicht genommen werden. SPD-Baupolitiker Thomas Hermann warnt davor, das Projekt „kaputtzusparen“. „Das Sprengel Museum mit seinem künftigen Anbau muss ein Aushängeschild für die Stadt bleiben“, sagt er. Im Übrigen sei der Kostenanstieg nicht so hoch, als dass man das Bauvorhaben scheitern lassen müsste.

Andreas Schinkel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
EU-Mittel
Foto: Die Planungen für den Anbau des Sprengel Museums

Das Land Niedersachsen hat die Stadt Hannover zur Eile bei den Planungen für den Anbau des Sprengel Museums gemahnt. Wenn die Fristen für den Antrag auf EU-Mittel nicht eingehalten werden, würde die Fördersumme von zehn Millionen Euro verfallen.

mehr
Mehr aus Süd
So schön ist die Südstadt in Hannover
Region Hannover
So schön ist Hannover-Kirchrode