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Süd Sprengel-Anbau wird teurer als geplant
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Sprengel-Anbau wird teurer als geplant
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21:43 03.08.2011
Markante Fassade: So sieht der Erweiterungsbau in der Animation aus: Gewonnen hat den Wettbewerb der Entwurf des Schweizers Marcel Meili. Quelle: Burkert
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Hannover

Umstritten ist insbesondere die Passivhausbauweise des neuen Museumstraktes, die mit mehreren Hunderttausend Euro zu Buche schlägt. Das Land will sich an diesen Kosten nicht beteiligen, schließlich habe allein der Rat der Stadt die energiesparende Bauweise beschlossen, so lautet die Begründung. Die Grünen aber betonen, dass sie auf moderne energetische Standards nicht verzichten wollen. Auch offiziell bestätigt die Stadtverwaltung Verhandlungen mit dem Land, die aber Teil des laufenden Verfahrens seien. „Dabei wird über den Kostenrahmen gesprochen und über das, was verwirklicht oder nicht verwirklicht werden kann“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge.

Ursprünglich wollten Hannover und Niedersachsen jeweils fünf Millionen Euro zahlen, zehn Millionen Euro stammen aus EU-Mitteln, fünf Millionen Euro sollen von privaten Spendern aufgebracht werden. „Wir sind optimistisch, bis zum Jahresende das Spendengeld zusammenzuhaben“, sagt Stefan Becker, Vorsitzender der Freunde des Sprengel Museums. Voraussetzung für weitere Zuwendungen sei aber, dass klar ist, wie der Anbau nun tatsächlich aussehen wird. „Die Leute wollen Pläne sehen“, sagt Becker.

Inzwischen hat das Architekturbüro Meili + Peter einen neuen, abgespeckten Entwurf für den Museumstrakt vorgelegt, der sich aus Kostengründen von einigen baulichen Details verabschiedet. Auswirkungen hat der Rotstift etwa auf die verspiegelte Glasfassade, eigentlich das auffälligste Detail in den Plänen der Schweizer Architekten. Dem Vernehmen nach setzt Museumsdirektor Ulrich Krempel alles daran, die markante Außenhülle doch noch zu retten. Bei den Oberlichtern und der anspruchsvollen Innenraumgestaltung fallen die Einsparungen dagegen moderat aus. Ein großzügiges Treppenhaus sollen Alt- und Neubau des Museums sowie die Ausstellungsebenen miteinander verbinden.

Aber selbst die reduzierte Version des Sprengel-Anbaus übersteigt das ursprüngliche Budget noch um 2,5 Millionen Euro. Diese Summe gilt es jetzt zu schultern. „Hätte man die ursprünglichen Pläne von Meili + Peter eins zu eins umgesetzt, wäre der Kostenrahmen von 25 Millionen Euro vollends auseinander geflogen“, sagt ein Rathauskenner. Jetzt erheben sich Stimmen aus der Ratspolitik, die Stadt und Land zur Zusammenarbeit aufrufen. „Alle Beteiligten müssen darüber nachdenken, wie sie die Finanzierung gemeinsam stemmen können“, sagt Lothar Schlieckau, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Keinesfalls dürfe allein die Stadt in die Pflicht genommen werden. SPD-Baupolitiker Thomas Hermann warnt davor, das Projekt „kaputtzusparen“. „Das Sprengel Museum mit seinem künftigen Anbau muss ein Aushängeschild für die Stadt bleiben“, sagt er. Im Übrigen sei der Kostenanstieg nicht so hoch, als dass man das Bauvorhaben scheitern lassen müsste.

Andreas Schinkel

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