Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Stadt stoppt Baumfällungen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Stadt stoppt Baumfällungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:45 09.02.2012
Von Conrad von Meding
Das Schild am Dreibirkenweg enthält bereits den entscheidenden Hinweis, warum am Rande des Wäldchens Seelhorst das Abholzen problematisch wird. Quelle: Surrey
Bemerode

Der Plan hat den spontanen Protest der Naturschutzverbände und des Eilenriedebeirats ausgelöst – mit Erfolg: Am Rande des Wäldchens Seelhorst in Bemerode wollte die Stadtentwässerung ein Regenrückhaltebecken anlegen und dafür auf 3800 Quadratmetern Bäume fällen. Dort brüten aber seltene Vögel. Am Donnerstagnachmittag hat Umweltdezernent Hans Mönninghoff das Projekt gestoppt – trotz vorliegender Genehmigung der Waldbehörde der Region. „Wir werden das Projekt jetzt zunächst in den Gremien diskutieren“, sagt Mönninghoff.

Ein Schild im Bereich des Dreibirkenwegs gibt Fußgängern unmissverständliche Hinweise: Der Weg soll nicht verlassen werden, weil viele Baum- und Bodenbrüter dort ihre Niststätten haben, unter anderem die seltene Nachtigall.

Ausgerechnet an diesem Ort will Hannovers Stadtentwässerung ein Regenrückhaltebecken anlegen. Es soll Oberflächenwasser bei Starkregen daran hintern, zu schnell den Wasserpegel in den Gräben anschwellen zu lassen. Normalerweise soll die Senke nahezu trocken sein und sich bei starkem Regen mit Wasser füllen.

Derartige Becken gibt es an etlichen Orten in der Stadt. Sie haben eine wichtige ökologische Funktion, allerdings muss am Rande der Seelhorst eine Waldrandfläche dafür geopfert werden. Von „Pionierwald“ spricht der Vorsitzende des Eilenriedebeirats, Hans-Peter Fuchs. Auch Georg Wilhelm vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie Mitglieder des Naturschutzbunds (Nabu) haben intensiv bei der Stadt interveniert. Außer dem sich entwickelnden Waldbestand wollen sie auch die Tierwelt schützen. Dort gebe es viele Bruthöhlen, die von Fledermäusen genutzt werden könnten, gibt BUND-Mann Wilhelm zu bedenken.

Offenbar hat es keine Beteiligung des Eilenriedebeirats gegeben, obwohl die Planungen für das Becken schon seit Monaten bestehen sollen. Der Beiratsvorsitzende Fuchs sagte auf Anfrage der HAZ, er habe zur Wochenmitte „vehement widersprochen“ und erwarte eine Stellungnahme der Stadt. „Wir sind das Kontrollgremium bei allen Veränderungen im Wald“, sagt Fuchs, „es geht nicht, dass wir mit einer lapidaren Notiz abgespeist werden.“ Die Fällungen hätten nächste Woche starten sollen. „Es wird jetzt keine Fällung geben“, sagt Mönninghoff. Zunächst werde der Hintergrund aufgeklärt, dann wolle er alle Ratsgremien „mit einer vernünftigen Drucksache“ über das weitere Vorgehen informieren.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neue Parknischen und 35 Bäume – der Bezirksrat Südstadt-Bult befürwortet die Pläne der Stadt zum Umbau der nördlichen Sallstraße. Ob Radfahrer künftig auf der Fahrbahn fahren dürfen, ist strittig.

Michael Zgoll 09.02.2012

Die Wilhelm-Raabe-Schule in der Südstadt hat aus freigelegten Wandbemalungen im Schulgebäude ein Kunstprojekt konzipiert. Für den Schulleiter hat es noch eine andere Bedeutung: Eine Mahnung an die Stadt, das Versprechen einer Komplettrenovierung nicht zu vergessen.

09.02.2012

Die Litfaßsäule soll verschwinden: Politiker des Bezirksrats fordern eine Umgestaltung des Platzes vor der Alt-katholischen Kirche an der Brabeckstraße 24.

09.02.2012