Der nimmermüde Kampf der Petrigemeinde in Kleefeld für die Wiedereröffnung des Stadtteilfriedhofs Nackenberg geht in eine neue Runde. Zehn Jahre lang blieben die Bemühungen der Gemeinde erfolglos, doch nun befindet sie sich in erneuten Verhandlungen mit der Friedhofsverwaltung der Stadt Hannover. Gestritten wird vor allem darum, wer auf dem Friedhof zukünftig bestattet werden darf und auf welche Art, wie Pastorin Christel Lucht nach einem Treffen mit Oberbürgermeister Stephan Weil erklärte. Weil hatte die evangelischen Gemeinden Petri und Nikodemus im Rahmen eines Stadtbezirksrundgangs im Gemeindezentrum von Nikodemus im Heideviertel aufgesucht.
Die Stadtverwaltung habe die Auflage gemacht, dass nur Mitglieder der Kirchengemeinde auf dem Friedhof bestattet werden dürfen. Mit dieser Vorgabe ist die Gemeinde aber nicht einverstanden. „Wir können uns auf eine Zahl begrenzen, aber nicht auf einen Personenkreis“, sagt Lucht. Außerdem wehrt sie sich gegen Benachteiligungen bei der Durchführung von Bestattungen: „Wir möchten die gleichen Rechte wie die Stadt haben.“
Die finanziellen Probleme sind dagegen weitgehend geklärt. Im vergangenen Jahr hatte die Petrigemeinde einen Spendenaufruf gestartet, um ein Startkapital für die Übernahme des Friedhofs aufzubringen. 50.000 Euro waren das Ziel, 76.000 Euro kamen letztendlich zusammen, so Lucht. „Die Beteiligung war enorm. Wir sind geradezu überwältigt“, freut sich die Pastorin. Auch mit der Pflege der denkmalgeschützten Friedhofsmauer könne sich die Gemeinde abfinden, wenngleich hier nur wenig Begeisterung aufkomme.
Die Stadtverwaltung hüllt sich betreffs der Verhandlungen für die Wiedereröffnung des Stadtteilfriedhofs Nackenberg vorerst in Schweigen. „Wenn es tragfähige Lösungen geben sollte, werden wir die Ratsfraktionen darüber informieren“, gibt sich Pressesprecher Klaus Helmer wenig auskunftsfreudig. Bisher hatte die Stadtverwaltung eine Wiedereröffnung vor allem wegen einer möglichen „Präzendenzfallwirkung“ abgelehnt. „Hintergrund für die Ablehnung der Verwaltung ist, dass voraussichtlich weitere Kirchengemeinden die Übertragung weiterer Friedhöfe fordern, wenn in Kleefeld entsprechend entschieden wird“, heißt es in einer Beschlussdrucksache der Landeshauptstadt aus dem Jahr 2006.
Während Pastorin Lucht die Wiedereröffnung des Friedhofs „insgesamt auf einem guten Weg“ sieht, blieb Oberbürgermeister Weil bestenfalls vorsichtig optimistisch. „Wir sehen uns dann zur Eröffnung des Friedhofs“, sagte Weil beim Kaffeetrinken mit der Kirchengemeinde, jedoch nicht ohne den Satz anzuschließen: „Wann immer die sein mag.“
Christian Link
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