Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Süd Anwohner beklagen sich über Baustellenstaub
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Anwohner beklagen sich über Baustellenstaub
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 09.08.2018
In zweiter Reihe baut Hanova an der Hildesheimer Straße Ecke Krausenstraße seit dem Frühjahr drei neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 63 Wohnungen. Quelle: Clemens Heidrich
Anzeige
Südstadt

Wenn Karl-Heinz Drees auf seinem Balkon sitzt, blickt er direkt auf die Baustelle. Wo bis vor wenigen Monaten ein Parkplatz war, liegt derzeit viel Schutt und staubtrockener Sand herum. Ein Bagger steht bereit, um den Boden für den Bau einer Tiefgarage auszuheben. In zweiter Reihe baut Hanova an der Hildesheimer Straße Ecke Krausenstraße seit dem Frühjahr drei neue Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 63 Wohnungen – zum Ärger von Drees.

„Der Sand weht ständig auf die Balkone und Fenster der umliegenden Häuser“, sagt der 77-Jährige. „Alle zwei bis drei Tage müssen wir den Balkon wischen, damit wir den Staub nicht in die Wohnung tragen.“ Der durch die Hitze trockene Boden trägt dazu bei, dass die Partikel schneller durch die Luft fliegen. Drees gibt aber zu, dass der Dreck nicht überall zentimeterdick liegt. Trotzdem sei es für die Anwohner eine Beeinträchtigung. Hinzu komme der Lärm durch die täglichen Arbeiten. „Morgens um 7 Uhr fallen die ersten Steinbrocken in die Laster – dann fallen wir aus dem Bett“, sagt er. Auch bei den Nachbarn sei die Baustelle Gesprächsthema.

Mit dem Lärm abgefunden

Mit dem Lärm habe er sich schon abgefunden – den könne man ja nicht so einfach abstellen, sagt Drees. Aber den Staub will er nicht einfach hinnehmen. Er hat nach eigenen Angaben bereits mit der größten Wohnungsbaugesellschaft der Stadt diesbezüglich Kontakt gehabt. „Aber das war nicht erfolgsversprechend“, sagt der Senior. Seine Forderung: „Der Boden soll bewässert werden, bevor ein Bagger zum Einsatz kommt und die Schichten bewegt.“

Hanova bestätigt auf HAZ-Anfrage, dass der Boden in der Vergangenheit bereits gewässert wurde. „Auch jetzt hat das Tiefbauunternehmen die Anweisung zu bewässern“, sagt Hanova-Sprecher Frank Ermlich. Bei der derzeitigen Trockenheit lasse sich aber Staub nicht hundertprozentig vermeiden. Der Bauleiter sei täglich vor Ort, um darauf einen Blick zu haben, sagt Ermlich. Eine Bewässerung erfolge mit Schläuchen. Der Sprecher bestätigt, dass es bereits vorher schon Anwohnerhinweise gegeben habe, dass es im Baumfeld staubig sei. „Denen gehen wir natürlich nach“, sagt Ermlich. „Wir tun alles, um die Beeinträchtigung für die Nachbarschaft so gering wie möglich zu halten.“

Auch auf anderen Baustellen in der Stadt gibt es eine Bodenbewässerung, um die Staubbelastung zu minimieren. Für den Abriss des Ärztekammer-Hauses am Cityring haben die Arbeiter eine Schneekanone installiert. Ihr Sprühnebel bindet die feinen Staubpartikel, die durch das Aufbrechen des massiven Betons entstehen.

Immer wieder haben sich in der Vergangenheit Anwohner über ein erhöhtes Staubaufkommen durch Baustellen beschwert. Bei Sanierungsarbeiten an Gartenheim-Wohnhäusern in der Tiefenriede äußerten Bewohner angrenzender Häuser ihren Unmut über die Staubbelastung und die Lautstärke. Auch bei den Abrissarbeiten auf dem Gelände des früheren Landesarbeitsamtes am Altenbekener Damm vor zwei Jahren fühlten sich Anwohner im nahen Wohngebiet durch Lärm und Staub stark belästigt.

Von Julia Polley

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der älteste Bezirksratsherr Hannovers, Gerhard Schröder-Hohensee, verlässt den Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode, weil er nach Anderten umzieht.

07.08.2018

Kioskbetreiber und Künstler haben die hannoversche Kioskkultur gefeiert. In der Südstadt ging es um die Entstehungsgeschichte von Kiosken, Kinderlieder und Kurzfilme.

06.08.2018

31 Kinder haben Anfang Juli am WM-Soccer-Camp des VfB Wülfel teilgenommen. Die sieben- bis neunjährigen Nachwuchskicker kommen aus sieben verschiedenen Nationen – mit dabei war auch der Neffe von Gerald Asamoah.

24.07.2018
Anzeige