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Süd Nazarethkirche hat neue Orgel
Hannover Aus den Stadtteilen Süd Nazarethkirche hat neue Orgel
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01:15 18.01.2019
Warmer Klang: Kreiskantor Oliver Kluge spielt auf der neuen Orgel der Nazarethkirche. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Wie ein Pilot im Cockpit sitzt er da zwischen den vielen Registerzügen und Tasten. Es wirkt fast, als wäre er selbst ein Teil dieses monumentalen technischen Gerätes, das sich wie ein Gebirge über der Empore der Kirche auftürmt. Dann lässt Oliver Kluge seine Finger über die Manuale gleiten – und ein voller, warmer Klang erfüllt das Schiff der Nazarethkirche in der Südstadt. „Wir sind froh und stolz, dass wir diese Orgel jetzt in unserer Kirche haben“, sagt der Kreiskantor.

Am Dreikönigstag erklang die neue Orgel hier erstmals im Gottesdienst, am vergangenen Sonntag eröffnete Kluge vor rund 200 Besuchern dann eine Konzertreihe, mit der die Orgel dem Publikum vorgestellt wird. „Das war schon sehr bewegend“, sagt der 49-Jährige. Die neue Orgel ist eigentlich schon eine alte Dame: Gebaut wurde sie im Jahr 1902 von der Werkstatt Forster & Andrews; die Holzverkleidung ist liebevoll verziert, die Tasten sind mit altem Elfenbein belegt. Mehr als 100 Jahre lang versah sie ihren Dienst zur höheren Ehre Gottes in der United Reformed Church in Llandudno in Wales – bis diese profaniert und die Orgel verkauft wurde.

So sieht die neue Orgel aus

Wie ein ganzes Orchester

Ursprünglich sollte das Instrument in die Neustädter Hof- und Stadtkirche kommen, doch die Pläne zerschlugen sich und am Ende bekam die Südstädter Gemeinde den Zuschlag. „Unsere bisherige Orgel ist in einem schlechten Zustand, die Renovierung hätte viel gekostet“, sagt Kluge. Die Landeskirche übernahm die Hälfte der Kosten von insgesamt rund 320 000 Euro. Ein Teil wurde durch Spenden und den Verkauf von Orgelpfeifenpatenschaften finanziert: Junge Ehepaare, Eltern von Täuflingen oder Angehörige von Verstorbenen können ab 80 Euro symbolisch eine Pfeife erwerben.

Die englische Orgel setzt – neben der italienischen Orgel in der Marktkirche und der spanischen Orgel in der Neustädter Kirche – in Hannovers Orgellandschaft einen ganz eigenen Akzent: „Ein Instrument mit einem solchen Klangbild hat es seit den Kriegszerstörungen in Hannover nicht mehr gegeben“, sagt Kluge. Die spätromantische Orgel ist gewissermaßen das Gegenstück zur Barockorgel in der nahen Pauluskirche; sie hat einen besonders vollen Bass und ein symphonisches Klangbild: Ihr Sound hört sich nach einem ganzen Orchester an. Englische Orgeln sind besonders dafür geeignet, Chöre zu begleiten. „In der anglikanischen Kirche haben Musikstücke für Chor und Orgel eine große Tradition“, sagt Kluge.

Renoviert wurde die Orgel von der Werkstatt Hüfken aus Halberstadt. Fünf der 31 Register mit ihren insgesamt 1970 Pfeifen wurden für die Nazarethkirche neu angefertigt. Besonders wichtig an der romantischen Orgel sei das Schwellwerk, sagt Kluge: „Die Pfeifen stehen über zwei Etagen in diesem riesigen Holzkasten.“ Mit einem Pedal öffnet der Organist die Holzlamellen, die vor den Pfeifen liegen – und ein gewaltiges Crescendo tönt durch die Kirche. Der neue, majestätische Klang der Nazarethkirche.

Konzerte mit der Englischen Orgel

Bis Anfang März gibt es regelmäßig sonntags Konzerte auf der neuen Orgel in der Nazarethkirche an der Sallstraße. am kommenden Sonntag, 20. Januar, spielt Emmanuel Le Divellec Werke der deutschen und englischen Romantik. Am 27. Januar erklingen unter anderem Stücke von Messiaen und Poulenc; es singt die Südstadt-Kantorei. Am 3. Februar wird Michael Ostrzygas „Excelsis“ uraufgeführt. Weitere Konzerte gibt es am 10. sowie am 24. Februar und am 3. März. Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Von Simon Benne

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