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Süd So muss es beim Weihnachtsmann aussehen
Hannover Aus den Stadtteilen Süd So muss es beim Weihnachtsmann aussehen
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16:22 19.10.2018
Gudrun Kunkel Quelle: Lisa Neugebauer
Südstadt

Gudrun Kunkel ist eine Sammlerin. Für Briefmarken interessiert sie sich nicht, auch nicht für Münzen oder Modellautos. Die 75-Jährige sammelt Schuhkartons – und die werden ihr in den Herbst- und Wintermonaten zu Hunderten in die Wohnung getragen. Denn sie sammelt nicht für sich, sondern für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton.

Gudrun Kunkel hat vor 13 Jahren eine Sammelstelle für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ in ihrer Wohnung eingerichtet. Kleine und große Geschenke kauft die 75-Jährige das ganze Jahr über und lagert alles bei sich zu Hause.

Kunkel hat in ihrer Wohnung in der Südstadt vor 13 Jahren ehrenamtlich eine Sammelstelle eingerichtet. Von ersten Oktober bis 15. November können Hannoveraner bunt beklebte und mit Spielzeug gepackte Schuhkartons bei ihr abgeben, die dann in der Weihnachtszeit an hilfsbedürftige Kinder in Osteuropa und Zentralasien verteilt werden. An die tausend Päckchen stapeln sich in dieser Zeit in Kunkels Wohnung. „Ein Kind kam einmal mit großen Augen herein und sagte: So sieht es beim Weihnachtsmann aus – nur da gibt es noch mehr“, erzählt die Rentnerin.

Die Aktion Weihnachten im Schuhkarton, die in Deutschland vom christlichen Hilfswerk Geschenke der Hoffnung koordiniert wird, erreichte seit 1993 weltweit über 157 Millionen Kinder in über 160 Ländern. Etwa 400 000 Päckchen wurden im vergangenen Jahr aus dem deutschsprachigen Raum verschickt. Mehr als 900 Schuhkartons starteten ihre Reise in Gudrun Kunkels Wohnung, 200 davon hat sie selbst gepackt.

Dafür sammelt die 75-Jährige das ganze Jahr über Puppen, Stifte, Kleidung, Zahnbürsten und alles, was noch in ein gutes Päckchen gehört. Sie lagert alles in einem Zimmer in der Wohnung und im Keller. Gudrun Kunkel weiß ganz genau wo alles liegt. Alle anderen sehen dagegen nur einen überquellenden Berg. „Nach Weihnachten geht es los“, erzählt Kunkel. „Da ist dann viel Ware reduziert. Da kaufe ich dann kistenweise ein.“ Und so geht es das ganze Jahr: Wenn Gudrun Kunkel etwas günstiges sieht, das gut in die Schuhkartons passt, wird es gekauft. Mehr als 1000 Euro gibt sie dafür im Jahr aus.

Pakete, die andere ihr bringen, kontrolliert Kunkel sorgfältig. „Wir hatten schon den Fall, dass Leute elektrische Rasierer oder Digitalkameras eingepackt haben. Das geht nicht. Die Kinder haben gar keinen Strom“, sagt Kunkel. Auch benutzte oder nicht verpackte Dinge sind tabu. Alles muss neu gekauft sein. „Einmal haben wir sogar ein Gebiss aus einem Schuhkarton geholt“, sagt die Rentnerin lachend. „Aber das war wohl ein Versehen.“

Kartons für Moldawien

2016 reiste Gudrun Kunkel mit der Organisation nach Moldawien, einem der ärmsten europäischen Länder, und verteilte in einem kleinen Dorf Schuhkartons. „Die Kinder bekommen so ein großes Geschenk meistens das erste Mal in ihrem Leben“, sagt Kunkel. „Vielleicht sogar nur ein einziges Mal.“ Für solche Momente lohnt sich die Mühe. Sie vergräbt sich dafür in ihr vollgestopftes Zimmer und macht sich auf die Suche nach den besten Angeboten. „Wenn wir das nicht machen, dann weinen Kinder, weil sie kein Geschenk haben.“

Infobox: Wie und was kann gespendet werden?

Interessierte können sich bei Gudrun Kunkel unter der Nummer (05 11) 22 19 31 oder online unter www.geschenke-der-hoffnung.org informieren. Fertige Pakete können Spender unter anderem bei üstra-Reisen in der Nordmannpassage 6, in der Michaelis-Apotheke in der Stresemannallee 2 oder in der Delfin-Apotheke in der Lister Meile 81 abgeben. Weitere Abgabeorte finden Sie ebenfalls online.

Wer sich dafür interessiert, einen Schuhkarton zu füllen, sollte einiges beachten: Spender sollten sich entscheiden, für welche Altersgruppe (2-4, 5-7 oder 10-14 Jahre) sie spenden und ob das Paket für ein Mädchen oder einen Jungen gedacht sein soll. Alles sollte neu gekauft sein. Gern eingepackt werden dürfen zum Beispiel: warme Kleidung, originalverpackte Süßigkeiten, Hygieneartikel, Spielzeug und Schulmaterial. Nicht in die Box dürfen unter anderem: Lebensmittel, elektrische Geräte, Medikamente, Bargeld und scharfe Gegenstände.

Von Lisa Neugebauer

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