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Süd TÜV prüft Bau einer Windkraft-Anlage
Hannover Aus den Stadtteilen Süd TÜV prüft Bau einer Windkraft-Anlage
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15:30 25.07.2012
Von Michael Zgoll
Seit November vergangenen Jahres können Autos in Döhren Energie aus der Steckdose tanken. Quelle: Michael Zgoll
Döhren

Die Solartankstelle auf dem Gelände des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) Nord an der Thurnithistraße ist ein Hingucker. Und wenn 2013 die gerade anlaufenden Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen sind, gibt es vielleicht noch einen zweiten: Einen Windflüger, der sich vertikal - nicht horizontal wie die bekannten Windräder - dreht. Der TÜV hat bei der Stadt bereits eine - mündliche - Bauvoranfrage für das Aufstellen einer solchen Anlage gestellt, die positiv beschieden wurde. Vertikale Windräder bieten in dicht bebauten Gegenden Vorteile, weil sie weniger lange Schatten werfen und leiser sind als die gängigen Modelle. Allerdings, weiß TÜV-Ingenieur Christian Förster, haben sie derzeit noch einen entscheidenden Nachteil: Sie sind nicht so effizient wie herkömmliche Windräder.

Die Döhrener Solartankstelle bietet seit November 2011 unter dem Dach eines Carports neun Ladestationen für Elektroautos und -fahrräder, die dort mit Strom für ihre Batterien betankt werden können. Doch Förster kennt derzeit nur einen Privatmann aus der Nachbarschaft, der sein Auto dort auflädt. Auch werden hier gelegentlich einige Pedelecs - Fahrräder mit elektrischer Unterstützung - angestöpselt, doch den Großteil der gespeicherten Sonnenenergie verbrauchen die TÜV-eigenen Fahrzeuge. Derzeit sind es fünf, vom Kleinstwagen Renault Twizy über einen Mitsubishi i-Miev, einen Citroën C-Zero bis zu VW Golf und Mercedes A-Klasse. Die Solaranlage produziert jährlich soviel Energie, dass Elektrofahrzeuge damit rund 35000 Kilometer weit kommen. Jedoch benötigen schon allein die fünf TÜV-Autos mehr Strom, als die Solarzellen liefern können. Die Konsequenz: Die Solartankstelle ist - natürlich auch abhängig vom Wetter - auf Unterstützung aus der herkömmlichen Steckdose angewiesen, also auf Strom aus dem öffentlichen Netz.

Ein weiterer Hemmschuh für einen massentauglichen Betrieb der Döhrener Solaranlage sind die langen Ladezeiten. Bis zu 13 Stunden kann es dauern, bis dort eine leere Batterie wieder voll im Saft steht. „Schnellladesysteme dagegen laden eine Autobatterie in einer halben Stunde so weit auf, dass das Fahrzeug wieder 50 oder 60 Kilometer weit kommt“, erzählt Förster, der beim hannoverschen TÜV die Funktion des Projektleiters „Elektromobilität“ innehat. Eine derartige Anlage sei aber sehr teuer. An der Thurnithistraße sind bislang nur zwei solcher Schnelllade-Säulen zu finden, und lediglich der Mercedes kann dort - technisch bedingt - Strom tanken. Auch die Grünen-Bezirksratsfrau Eva-Maria Hartmann aus Döhren-Wülfel, die der TÜV-Station vor Kurzem einen Besuch abstattete, vergaß bei allem Lob für diese umweltfreundliche Form der Energieerzeugung nicht die Alltagspraxis: „Wünschenswert wäre es, eines Tages an einer Solar-Tankstelle für mindestens 30 Kilometer schnell in 15 Minuten tanken zu können - wie bei einer herkömmlichen Tanke.“ Das reicht zwar nicht für Überlandfahrten, aber für die meisten Strecken im Stadtgebiet.

Um unabhängiger vom Sonnenschein zu werden und an der hauseigenen Tankstelle nicht mehr auf eine Zufütterung von „Fremdstrom“ angewiesen zu sein, prüfen die Fachleute vom TÜV Nord derzeit den Bau einer Klein-Windanlage an der Thurnithistraße. Die Nabenhöhe eines denkbaren Vertikalläufers, sagt Förster, liege bei rund zehn Metern, mit Flügeln wäre ein solcher Windflügler 14 Meter hoch. Doch gibt es auch kleinere Alternativmodelle, die auf dem Dach eines bestehenden Gebäudes aufgestellt werden könnten - allerdings mit entsprechend geringerem Energieertrag.

„Wir müssen aber abwarten, welche Resultate unsere Langzeit-Windmessungen ergeben“, erläutert Förster. Eine Messstation wird in den nächsten Tagen aufgebaut. Im Mai 2013 sei man schlauer, sagt der Ingenieur, im Sommer 2013 könnte der Bau eines Windflüglers - rein theoretisch - beginnen und nach einem halben Jahr vollendet sein. Maßgeblich für eine künftige Investitionsentscheidung ist in jedem Fall die Ermittlung eines langjähriges Wind-Mittels - Flauten an heißen Sommertagen finden in einer Wirtschaftlichkeits-Berechnung ebenso Beachtung wie stetige Westwinde oder turbulente Herbststürme.

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