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Theaterfestival Klatschmohn spielt "Irgendwie anders"

Döhren Theaterfestival Klatschmohn spielt "Irgendwie anders"

26 Gruppen spielen beim Theaterfestival Klatschmohn in Döhren. Der Protagonist heißt nicht nur "Anders", er erkennt auch nach und nach, dass sich die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln anders darstellen.

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Proben für den großen Auftritt: Die Mädchen und Jungen, die beim Landesbildungszentrum für Blinde zur Schule gehen, üben das Stück „Irgendwie anders“.

Quelle: Akbaba

Döhren. Manchmal ist es ja gar nicht so einfach zu erkennen, was eigentlich anders ist. Anders jedenfalls weiß gar nicht, warum der niedliche Hase oder auch die bunten Vögel nicht mit ihm spielen wollen. Er sei anders, sagen sie. Er geht alleine heim - und dort trifft er auf „Rotes Etwas“. Und, nun ja, mit „Rotes Etwas“ will Anders nun auch nicht spielen. Bis, ja bis der kleine Junge erkennt, dass alles „Irgendwie anders“ ist, je nachdem aus welchem Blickwinkel heraus man die Sache betrachtet.

„Irgendwie anders“ heißt auch das Stück, das die Schüler von Kerstin Oetken derzeit für das 15. Klatschmohnfestival proben. Die Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren gehen im Landesbildungszentrum für Blinde zur Schule. Seit Januar proben sie eifrig ihr Stück. Sie gehören einer der 26 Gruppen an, die beim Theaterfestival behinderter und nichtbehinderter Kinder auf der Bühne stehen werden. Das Programm ist vielseitig. Es reicht vom klassischen Theaterspiel über Schwarzlichttheater, Musicals bis hin zu Bands, die auftreten werden. „Wir mussten einigen Gruppen auch absagen“, erklärt Anja Neideck, die das Projekt organisiert. Sie werte das aber eher positiv: „Es zeigt, dass es inzwischen so viele Gruppen in Hannover gibt, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und in denen behinderte und nicht-behinderte Menschen spielen. Das ist eine positive Entwicklung.“ Früher sei es ein Festival der Förderschulen gewesen. „Heute öffnet es sich immer mehr“, sagt Neideck.

Dazu beitragen, dass auch die Zuschauer nicht nur konsumieren, sondern selbst tätig werden, sollen auch die Angebote in der Zeltstadt. Dort kann in den Pausen und in den Zeiten zwischen den Aufführungen gemalt und gebastelt werden. Dort werden auch die Studenten des Fachbereichs Sonderpädagogik und die Schüler der Alice-Salomon-Schule tätig sein. Sie unterstützen das Projekt, das eine Kooperation zwischen Theaterpädagogisches Zentrum Hannover, Peter-Härtling-Schule Springe und dem Kulturzentrum Pavillon ist. Dort hatte das Projekttheater auch bislang seine alljährliche Festivalbühne. „Da aber im Pavillon gebaut wird, mussten wir uns einen alternativen Ort suchen“, berichtet sie. Das Freizeitheim Döhren habe den Zuschlag bekommen, weil es barrierefrei sei. „Das ist besonders wichtig, da wir sowohl viele Gäste als auch Darsteller haben, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.“ Die Gruppen reisen zudem unter anderem sowohl aus Hameln, Schwarmstedt, Alfeld, Braunschweig oder Bodenwerder an.

Da hat es die Gruppe, die unter der Leitung von Monika Schröer sogar ein Musical einstudiert hat, einen relativ kurzen Weg zum Festivalgelände. Die zweite Gruppe des Landesbildungszentrum für Blinde hat sich mit der „West Side Story“ beschäftigt. Statt der verfeindeten Jets und Sharks geht es in ihrem Musical um die „Sees and Blinds“, die Sehenden und die Blinden. „Wir haben das Drehbuch selbst geschrieben“, erklärt Rolin Langenberg stellvertretend für die Gruppe. Wie auch die kleineren Darsteller aus dem Landesbildungszentrum für Blinde üben sie eifrig für ihren großen Auftritt.

„Wir proben donnerstags eine Stunde im Musikunterricht und eine Stunde im Förderunterricht“, sagt Oetken. Die Kostüme seien dienstags im Kunstunterricht entstanden. Natürlich steige die Spannung unter den kleinen Darstellern je näher der Aufführungstermin rücke. Und das ist dann irgendwie gar nicht anders.

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