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Timotheus-Gemeinde in Hannover putzt Kirche selbst

Südliche Stadtteile Timotheus-Gemeinde in Hannover putzt Kirche selbst

Rolf Rosenkötter schnappt sich Eimer und Wischlappen und steigt auf die Leiter. „Guckt mal hier“, sagt das Vorstandsmitglied der evangelischen Timotheusgemeinde wenig später und zeigt die schwarzen Ränder auf dem Lappen.

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Die Gemeindemitglieder legen jetzt selbst Hand an.

Quelle: Schmidt

Hannover. Rolf Rosenkötter schnappt sich Eimer und Wischlappen und steigt auf die Leiter. „Guckt mal hier“, sagt das Vorstandsmitglied der evangelischen Timotheusgemeinde wenig später und zeigt die schwarzen Ränder auf dem Lappen. Eine Stunde später gibt es keinen Staub mehr auf den Lampen in der Waldhäuser Kirche – und auch keine Spinnweben. Während Rosenkötter den Hängelampen zu neuem Glanz verhilft, poliert Christian Großmann – ebenfalls im Kirchenvorstand – das versiegelte Parkett im Kirchenraum. Überall in der Kirche wird gewienert, geschrubbt und gesaugt, hinunter bis in den Heizungskeller, wo das Team etliche Spinnen aufschreckt. Es ist die zweite Reinigung in diesem Jahr, die dieses Mal 15 Gemeindeglieder erledigen. Auf diese Weise spart die Gemeinde Geld, das sie an anderer Stelle dringend braucht. Auch andere Kirchen aus den südlichen Stadtteilen schwingen den Feudel in eigener Regie.

„Wir haben uns dafür entschieden, die hauptamtliche Küsterstelle nicht wieder zu besetzen und dafür eine volle Pfarrstelle zu behalten“, erklärt Großmann. Früher hätten der Küster und seine Frau in Timotheus verschiedene Hausmeisteraufgaben und eben auch die Reinigung erledigt. Ein Putzvormittag jährlich und regelmäßige kleine Reinigungen sollen den Kirchenraum sauber halten. Anschließend wird im Gemeindehaus gemütlich gegessen; dieses soll bei der nächsten ehrenamtlichen Putzaktion gewienert werden. Jetzt macht es wegen einiger Umbauarbeiten noch keinen Sinn.

Seit die Kirchenkassen nicht mehr gut gefüllt sind und ständig Stellen abgebaut werden, übernehmen die Mitglieder aus immer mehr evangelischen und katholischen Gemeinden in den südlichen Stadtteilen die Reinigung des Kirchenraums auf ehrenamtlicher Basis. Ähnlich wie die Timotheusgemeinde macht es auch die St. Petrigemeinde in Döhren. Einmal jährlich ruft die Gemeinde ihre Mitglieder zum großen Putztag auf; regelmäßige kleine Reinigungen erledigt die Küsterin. „Das ist nicht einfach, ihre Stunden sind nicht so üppig“, erklärt Gemeindesekretärin Andrea Baumert. Daher sei man über jeden glücklich, der sich für die Sauberkeit in der Kirche mitverantwortlich fühle.

Die Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz in Mittelfeld sammelt gesondert für die Kirchenreinigung, und gelegentlich gehen auch Spenden ein, die extra für diesen Zweck gedacht sind. Einmal wöchentlich – möglichst kurz vor dem Sonntag – kommt dann eine professionelle Reinigungskraft zum Saubermachen.

Wiederum anders läuft es in der katholischen St. Bernwardsgemeinde aus Döhren. „Einmal im Monat trifft sich ein ehrenamtliches Team zum Kirchenputzen“, erzählt Pfarrsekretärin Irene Eggert. Dann werde einen ganzen Vormittag lang geschrubbt, anschließend sitze man im Pfarrhaus gemütlich zusammen.

In der St. Johannisgemeinde in Bemerode gehört die Kirchenreinigung noch zu den Aufgaben des Küsters, der immer nach dem wöchentlichen Gottesdienst nach dem Rechten schaut. In der Südstadtkirchengemeinde wirkt es sich positiv auf die Pflege der kirchlichen Räume aus, dass sich die zwei Küsterinnen und der Küster als Team verstehen. Zu ihren Aufgabengebieten gehört, dass sie Paulus-, Nazareth- und Athanasiuskirche reinigen. „Sie helfen sich gegenseitig“, erläutert Pastorin Anke Merscher-Schüler. Bei drei so großen Kirchen gebe es sehr viel Arbeit, und der Zivildienstleistende, der bis vor kurzem noch mitgeholfen habe, falle ja nun weg. In der Pauluskirche gibt es aber seit vielen Jahren eine schöne Tradition, die mehr denn je ihr Gutes hat: Vor ihrer Konfirmation machen die Konfirmanden im Kirchenschiff sauber.

Karin Vera Schmidt

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