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Umbau zu Eigentumswohnungen läuft nach Plan

Südstadt Umbau zu Eigentumswohnungen läuft nach Plan

Hämmern und Hobeln, Kleben und Sägen: Dutzende von Handwerkern sind seit Monaten in dem Gebäudekomplex am Eck von Schläger- und Krausenstraße in der Südstadt von Hannover tätig.

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Auch der Innenhof verändert seinen Charakter - die Baugemeinschaft baut an.

Quelle: Zgoll

Hämmern und Hobeln, Kleben und Sägen: Dutzende von Handwerkern sind seit Monaten in dem Südstädter Gebäudekomplex am Eck von Schläger- und Krausenstraße tätig, um die ehemalige Sehbehindertenschule in das Wohnprojekt „Südstadtschule“ zu verwandeln. Im Juni 2010 ging es los mit dem Umbau, im August dieses Jahres sollen die 17 Eigentumswohnungen und zwei an Architekten vergebene Büros bezogen werden. Das ist zwar vier Wochen später als geplant, aber für Michael Beyer-Zamzow von der Projektentwicklungsgesellschaft „Plan W“ aufgrund einiger unvorhergesehener Ereignisse immer noch akzeptabel.

„Etliche Zeichnungen des Architekten Friedrich Lindau aus der Bauzeit der Schule vor 50 Jahren stimmten leider nicht mit der Wirklichkeit überein, auf die die Handwerker gestoßen sind“, erläutert der Projektleiter. Außerdem sei es für das Nordstädter Architektenbüro „Mosaik“ eine „besondere Herausforderung“, auf die Bedürfnisse von 20 verschiedenen Bauherren – auch die inzwischen von der Krausen- in die Schlägerstraße gewechselte Südstadtbücherei zählt dazu – eingehen zu müssen. „Zum einen ist jede Wohnung individuell gestaltet, zum anderen ist es ganz normal, dass immer mehr Änderungswünsche laut werden, je konkreter Planung und Bau werden“, umschreibt Beyer-Zamzow die Klippen eines Baugemeinschaft-Projekts wie der „Südstadtschule“.

In die 17 Wohnungen des Mehrgenerationenhauses ziehen Singles, Familien und Senioren-Ehepaare ein, die Altersspanne der zukünftigen Bewohner liegt zwischen zwei und 68 Jahren. Die Wohneinheiten, teilweise über mehrere Etagen gruppiert, haben Größen zwischen 59 und 167 Quadratmetern. Der Kaufpreis liegt nach Auskunft des Projektleiters einschließlich aller Nebenkosten bei 2650 Euro pro Quadratmeter; vor fünf Monaten sei die letzte Wohnung verkauft worden.

Stolz ist der Beyer-Zamzow, dass der Kostenrahmen nur unwesentlich überschritten wurde: „Eine Steigerung von 5,5 auf 5,6 Millionen Euro ist bei einem derartigen Baugemeinschafts-Projekt erfreulich gering.“ Einige ursprüngliche Ideen mussten die Planer allerdings zu Grabe tragen, die Tiefgarage unter der ehemaligen Turnhalle beispielsweise ist passé. „Das wäre wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen“, sagt Beyer-Zamzow. Stattdessen gibt es jetzt 20 Stellplätze auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück, teilweise auf dem früheren Lehrer-Parkplatz an der Schlägerstraße gelegen, teilweise nahe der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Der Kreativraum wird dagegen – wie geplant – eingerichtet, und im Kellergeschoss stehen sogar noch weitere 150 Quadratmeter früherer Klassenzimmer für eine gemeinschaftliche Nutzung zur Verfügung.

Ein Rundgang durch den Rohbau lässt erkennen, welch anspruchsvolle Aufgabe sich den Architekten von „Mosaik“ gestellt hat. Einerseits musste die Fassade des 1990 unter Denkmalschutz gestellten Schulgebäudes in ihrem Charakter erhalten bleiben, zum anderen hatten die Bauherren den Ehrgeiz, einen Energiespar-Wert nach KfW-Standard 70 zu erreichen. So kommt es beispielsweise auf der Südseite der vollständig parzellierten Turnhalle zu der Situation, dass das alte Sprossenmuster der Fensterrahmen erhalten bleibt, später sogar die Scheiben entfernt werden, während 50 Zentimeter nach innen verlegt die eigentlichen Wohnungen mit Mauerwerk und Energiesparfenstern beginnen; geheizt wird in der „Südstadtschule“ übrigens mit Fernwärme. Auch an den früheren Bibliotheksräumen in der Krausenstraße lässt sich der Spagat zwischen Denkmalschutz und Energiesparen trefflich beobachten: Die – frisch sanierte – Fensterfront ist durch einen rund zwei Meter breiten Innengang von den eigentlichen Wohnungen getrennt. „An anderen Stellen, etwa beim Einbau von bodentiefen Fenstern, haben wir aber auch Kompromisse mit den Denkmalschützern gefunden“, erklärt Architekt Dirk Altheimer. Besonders stolz ist er auf einige Lösungen, tief gestaffelte Räume mit Tageslicht zu versorgen. So versprechen Oberlichter oder kleine, von Glas umhüllte atriumähnliche Innenhöfe den neuen Wohnungsbesitzern viel Helligkeit.

Eher erahnen als erkennen lassen sich derzeit noch die Terrassen und Balkone, die zu den jeweiligen Wohneinheiten gehören. Auch der Innenhof, der später zum Gemeinschaftsgarten werden soll, dient derzeit noch als Materiallager und Parkplatz für Firmenfahrzeuge. Sichtbar ist dagegen schon, dass die Fassaden-Fliesen gereinigt worden sind, die der ehemaligen Schule zur Schlägerstraße hin ihr markantes Aussehen geben. Und noch etwas bleibt dem Traditionsgebäude erhalten: der Name „Südstadtschule“. In den vergangenen Monaten hatte es einige Irritationen gegeben, weil die Stadtverwaltung die Peter-Petersen-Schule an der Böhmerstraße in „Südstadtschule“ umbenennen wollte; beim Bezirksrat Südstadt-Bult stieß dies aber auf wenig Gegenliebe. Inzwischen ist dieser Namensvorschlag vom Tisch, und insofern drohen auch keine Komplikationen mehr, wenn Michael Beyer-Zamzow bekundet: „Unser Projekt heißt ,Südstadtschule’, und wir werden diesen Namen auch behalten.“

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