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Kirchrode

Umgestaltung für Kirchenvorplatz gefordert

Von Christian Link

Die Litfaßsäule soll verschwinden: Politiker des Bezirksrats fordern eine Umgestaltung des Platzes vor der Alt-katholischen Kirche an der Brabeckstraße 24.
„Charme eines technisch geordneten Straßenbegleitgrüns“: Die Litfaßsäule vor der Alt-katholische Kirche in Kirchrode soll entfernt werden.

„Charme eines technisch geordneten Straßenbegleitgrüns“: Die Litfaßsäule vor der Alt-katholische Kirche in Kirchrode soll entfernt werden.

© Link

Kirchrode. Nach Ansicht des Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode gehört Werbung nicht auf einen Kirchenvorplatz: Eine Litfaßsäule vor der Alt-katholische Kirche erregt den Unmut der Lokalpolitiker. Das Gremium fordert von der Stadt, den Werbeträger zu entfernen. Außerdem soll der gesamte Kirchenvorplatz neu gestaltet werden.

Die Kirche der Alt-katholischen Gemeinde ist im September 2011 offiziell geweiht worden. Nun soll auch der öffentliche Kirchenvorplatz so gestaltet werden, dass er dem angrenzenden Sakralbau entspricht – so wünscht es der Bezirksrat. Auf Initiative der SPD-Fraktion hatte sich das Gremium jüngst einstimmig für die Neugestaltung des Platzes und die Entfernung der Litfaßsäule ausgesprochen.

Bei der Dringlichkeit dieses Anliegens gehen die Meinungen jedoch auseinander: Die CDU stimmte gegen einen SPD-Antrag, dass die erforderlichen Mittel für die Platzumgestaltung noch im aktuellen Haushaltsjahr 2012 bereitgestellt werden. Die übrigen Fraktionen und Einzelvertreter unterstützten jedoch das Anliegen der Sozialdemokraten; der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

Der öffentliche Platz vor der Kirche habe den „Charme eines technisch geordneten Straßenbegleitgrüns“, sagte SPD-Bezirksratsfrau Ingeborg Dahlmann. Es sei daher notwendig, die Fläche „als Entree für den neuen Sakralbau zu gestalten“. Die Litfaßsäule auf dem Kirchenvorplatz solle entfernt werden. „An einem solchen Ort und in seinem unmittelbaren Umfeld ist eine Litfaßsäule unangemessen“, sagt Dahlmann.

Die Alt-katholische Kirchengemeinde würde sich über eine Umgestaltung des Platzes freuen. Gerade die Litfaßsäule empfinden auch viele Mitglieder als störend. „Es wäre schön, wenn man sie entfernen könnte“, sagt Pfarrer Oliver Kaiser. „Sie ist ein unangenehmer Blickfang. Es komme schon einmal vor, dass dort für das sakrale Umfeld unangemessene Werbung plakatiert werde. Wünsche für die Neugestaltung hat die Gemeinde aber noch nicht. „Der Anstoß zur Umgestaltung kommt nicht von uns. Der Kirchenvorstand wird sich damit noch beschäftigen“, sagt Kaiser.

Ein weiteres Thema für den Kirchenvorstand wird der künftige Name für die Kirche der Alt-Katholiken in der Brabeckstraße sein. „Wir haben noch nicht festgelegt, wie unsere Kirche heißen wird“, erklärt Pfarrer Kaiser. Bisher ist sie unter anderem als Angélique-Arnauld-Kirche im Stadtteil bekannt.

Fest stehe bisher nur die Kirchenpatronin. Diese sei jedoch unter verschiedenen Namen bekannt, erklärt Kaiser. Eigentlich heißt sie Jacqueline-Marie Arnauld, in Deutschland ist sie auch als Heilige Maria Angelica bekannt. Im Gemeindebrief der Alt-Katholiken ist daher auch von der „Pfarrkirche Maria Angelica“ die Rede. Über die endgültige Benennung der Kirche wird in diesem Jahr der Gemeindevorstand beraten. Kaiser: „Wir waren so mit dem Bauen beschäftigt, dass wir uns darum keine Gedanken gemacht haben.“

Die Alt-Katholiken hatten sich 1873 von der katholischen Kirche getrennt, weil sie die Unfehlbarkeit des Papstes nicht anerkennen wollten. Außerdem dürfen Alt-katholische Priester heiraten und seit 1996 ist die Alt-katholische Priesterweihe auch für Frauen zugänglich. Die Gemeinde in Hannover wurde 1955 gegründet. Sie hat im Großraum Hannover rund 250 Mitglieder. In Deutschland gibt es etwa 15000 Alt-Katholiken in 55 Pfarrgemeinden.

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