An der Wilhelm-Raabe-Schule isst das Auge in Zukunft mit: Die Schüler des Südstädter Gymnasiums speisen seit wenigen Tagen in einer neuen Mensa. Der Speisesaal erfülle nicht nur seinen Zweck, sondern sei sogar „zu einem echten Kleinod geworden“, sagte Schulleiter Martin Thunich bei der Eröffnungsfeier am vergangenen Donnerstag. Mit rund einer Million Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung wurde die mehr als 100 Jahre alte Säulenhalle im Erdgeschoss restauriert und zur Mensa umgebaut. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, blieben der Stuck an den Säulen und das Kreuzgewölbe erhalten. Der Raum trägt nun den Namen „Raabenschmaus“ und bietet Platz für etwa 90 hungrige Schüler; täglich können bis zu 250 Schüler und Lehrer mit Mittagessen versorgt werden.
Notwendig geworden war der Mensabau, nachdem die Wilhelm-Raabe-Schule im vergangenen Jahr in eine offene Ganztagsschule umgewandelt worden war. Seitdem mussten die Schüler in der Mittagspause zur Mensa der Außenstelle in der Südstädter Birkenstraße pendeln. Die Außenstelle solle in den kommenden Jahren aufgegeben werden, kündigte Direktor Thunich an. Damit das Hauptgebäude jedoch zusätzliche Schüler aufnehmen könne, seien weitere Investitionen nötig. Deshalb hofft Thunich nun auf einen längerfristigen Sanierungsplan der Stadt: „Es geht dabei sowohl um den Erhalt des architektonischen Erbes der Südstadt als auch um den Ausbau unserer Ganztagsschul-Angebote.“ Oberbürgermeister Stephan Weil kündigte bei der Mensa-Eröffnungsfeier an, dass die Stadt Ganztagsschulen weiterhin intensiv fördern werde: „Wir werden unser massives Schulsanierungsprogramm fortsetzen.“
Schon jetzt ist in der Wilhelm-Raabe-Schule ein weiteres Bauprojekt in vollem Gange. Denn zusätzlich zu den Fördergeldern des Bundes hat auch der Bezirksrat Südstadt-Bult dem Gymnasium 36.000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld entsteht auf dem Pausenhof derzeit ein „grünes Klassenzimmer“, in dem die Schüler unter freiem Himmel lernen und zu Mittag essen können. Ursprünglich sollte dieser Bereich zeitgleich mit der Mensa eröffnet werden. „Es gab aber einige Verzögerungen auf der Baustelle“, sagte Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, könne nun leider erst in den Herbstferien weitergebaut werden.
Michael Soboll
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