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Südstadt Aldi plant bundesweit ersten Supermarkt mit Wohnhaus
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Aldi plant bundesweit ersten Supermarkt mit Wohnhaus
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00:19 17.06.2018
Auf diesem Gelände zwischen Hildesheimer Straße und Mozartstraße will Aldi Nord das Vorzeigeprojekt realisieren: Dort soll ein Discounter mit Wohnhaus und gemeinsamer Tiefgarage entstehen. Quelle: Villegas
Südstadt

Der Lebensmitteldiscounter Aldi Nord plant an der Hildesheimer Straße in der Südstadt ein bislang bundesweit einmaliges Projekt. Nach Informationen des Stadtanzeigers will das Unternehmen dort eine neue große Filiale bauen. In den Etagen darüber sollen Wohnungen entstehen. Geplant ist außerdem eine Tiefgarage, in der sowohl die Aldi-Kunden als auch die Hausbewohner parken können.

Bisher hat Aldi seine Geschäfte üblicherweise in allein stehenden, eingeschossigen Häusern angelegt. Das Projekt an der Hildesheimer Straße soll offenbar für den ganzen Konzern eine Vorbildfunktion für den ganzen Bereich von Aldi Nord haben. Damit hätte das Unternehmen gegenüber den anderen Discountern wie Lidl oder Penny ein Alleinstellungsmerkmal.

Baubeginn könnte noch dauern

Geplant ist der Bau auf dem bisherigen Gelände des Aldi-Markts Mozartstraße. Außerdem soll der Bereich der stillgelegten Esso-Tankstelle, der direkt an der Hildesheimer Straße liegt, in das Projekt einbezogen werden. Offenbar laufen derzeit Verhandlungen zwischen dem Käufer des Areals und Aldi Nord. Anscheinend hatte ein Investor in Hannover mehrere Grundstücke gekauft, auf denen sich bisher Tankstellen befunden hatten. Sollten die Gespräche erfolgreich verlaufen, könnte es bis zum Baubeginn allerdings noch einige Zeit dauern. Zum einen haben Bauanträge in Hannover eine lange Bearbeitungszeit. Außerdem gilt die Sanierung von Geländen, auf denen sich ehemals Tankstellen befunden haben, als aufwendig.

Die Esso-Tankstelle war offenbar wegen der nahen Shell-Tankstelle an der Kreuzung mit dem Altenbekener Damm still gelegt worden. Diese Tankstelle gilt als wesentlich günstiger gelegen, weil sie auch vom Altenbekener Damm angesteuert werden kann.

Aldi Nord wollte sich zu den Neubauplänen zwar nicht äußern, hat aber indirekt Planungen bestätigt. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu laufenden Planungen keine Auskunft geben“, sagte eine Sprecherin der Essener Unternehmenszentrale.

Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne begrüßte auf Anfrage das Projekt, falls es dazu kommen sollte. „Das wäre eine gute Sache“, sagt er. Zum einen würde sich das Einkaufsangebot in der Südstadt verbessern, zum anderen würde dringend benötigter Wohnraum geschaffen.

Kommentar: Ein Gewinn für die Südstadt

Bis es so weit ist, kann es noch dauern. Denn es gibt viele Hürden auf dem Weg zu einer neuen großen Aldi-Filiale, integriert in ein Wohnhaus an der Hildesheimer Straße. Dazu noch mit einer Tiefgarage für Bewohner und Kunden. Der derzeit recht hässliche Anblick einer stillgelegten, eingezäunten Tankstelle wäre verschwunden. Aber erst einmal muss sich der Discounter mit dem Investor einigen, dem das Tankstellengrundstück gehört. Dann muss geprüft werden, ob es auf dem Areal Altlasten gibt, zum Beispiel durch ausgelaufenen Dieselkraftstoff. Und erst dann kann sich Aldi ans richtige Planen machen. Deshalb ist das derzeitige Schweigen in der Konzernzentrale verständlich.

Natürlich ist die Idee von Aldi Nord nicht selbstlos. Der Konzern will Geschäfte machen und möglichst viel Geld verdienen. Und er rechnet sich mit einer neu gebauten Filiale, die direkt an der Hildesheimer Straße liegt, inmitten dichter Wohnbebauung, sicherlich einiges aus.

Aber die Idee hat nicht nur für Aldi Vorteile. Sollte die Kombination aus Discounter und Wohnhaus verwirklicht werden, wäre das nicht nur ein bundesweites Vorzeigeprojekt. Es wäre auch ein großer Gewinn für die Südstadt, wie Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne vollkommen zu Recht sagt.

Dabei geht es nicht nur um eine vergrößerte und sicherlich auch wesentlich modernere Einkaufsmöglichkeit, die zu mehr Lebensqualität führt. Sondern es geht auch um zusätzlichen Wohnraum, der in einem derzeit ausgesprochen beliebten Stadtteil notorisch knapp ist.

Von Mathias Klein

Von Mathias Klein

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