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Südstadt Anwohner sehen Flüchtlingsheim mit geteilten Meinungen
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Anwohner sehen Flüchtlingsheim mit geteilten Meinungen
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02:15 23.04.2016
Von Mathias Klein
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Südstadt

Bis zum Jahresende sollen 61 Flüchtlinge in das frühere und derzeit leer stehende Gebäude des städtischen Grünflächenamtes in der Langensalzastraße einziehen. In einer Bürgerversammlung in der vergangenen Woche stellte die Verwaltung ihre Pläne vor. Demnach sollen in zwei Etagen des Gebäudes Familien einziehen, in den anderen beiden Stockwerken ist die Unterbringung von alleinreisenden Flüchtlingen geplant. Die Flüchtlinge sollen von zwei Sozialarbeitern betreut werden. Außerdem wird in dem Haus rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst anwesend sein.

Unter den rund 120 Besuchern der Informationsveranstaltung waren auch zahlreiche Anwohner aus der direkten Nachbarschaft. Sie befürchten vor allem Lärm im Hinterhof. Auf einer Architektenskizze für den Umbau sind im Hof unter anderem ein Basketballkorb, Tischtennisplatten und Sitzplätze für rund 30 Menschen vorgesehen. „Ich habe Bedenken, dass wir keine Ruhe mehr haben“, sagte eine Anwohnerin. Jeder Hausbewohner wisse, wie laut die Geräusche aus diesem Hinterhof schallten.

Sven Berger von der Stadtverwaltung versuchte, die Anwohner zu beruhigen. „Die Planungen für den Hinterhof sind noch nicht abgeschlossen“, sagte er. Eine Sandkiste für kleine Kinder sei an Flüchtlingsheimen in Hannover üblich. Ob es dort aber tatsächlich einen Basketballkorb geben werde, sei noch nicht entschieden.

Andere Südstädter fürchten um die Sicherheit abends und in der Nacht. „Ich traue mich dann nicht mehr auf die Straße“, sagte eine Anwohnerin. Eine junge Südstädterin berichtete, sie sei von einer Gruppe von Flüchtlingen in Ahlem überfallen und misshandelt worden.

Befürchtungen der Anwohner gibt es auch wegen der nahe gelegenen Unterkunft im ehemaligen Maritim-Hotel gegenüber dem Neuen Rathaus. Dort sollen 550 Flüchtlinge untergebracht werden. „Die kommen doch hierher zu Besuch“, sagte eine Frau.

Eileen Al Zubairy vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkunft sagte, es sei gut, Bedenken zu haben. „Ich möchte Ihnen aber die Angst nehmen“, betonte sie. Sie gab den Bürgern den Rat, in die Flüchtlingsunterkünfte zu gehen und dort mit den Menschen zu sprechen. „Sie werden sehen, das sind auch Menschen, die große Ängste haben.“

In der Bürgerversammlung riefen zahlreiche Anwohner auch dazu auf, auf die Flüchtlinge zuzugehen und die Integration dadurch zu unterstützen. „Nur dann kann das gelingen“, sagte ein Mann. Ein anderer Anwohner forderte jeden Besucher der Veranstaltung auf, einen Flüchtling zum Kaffee einzuladen. „So kommen wir miteinander ins Gespräch“, betonte er.

Auch der Leiter der gegenüberliegenden Wilhelm-Raabe-Schule befürwortet die Flüchtlingsunterkunft. „Das Kollegium und die Schüler verfügen über eine sehr hohe soziale Kompetenz“, sagte er. In der Schule sei man der festen Überzeugung, dass die Flüchtlinge Menschen sind, „die uns bereichern werden“.

Von Mathias Klein

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