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Bürgermeister vermittelt bei Wiesenstraße

Anwohner kritisieren "Maschseeherz" Bürgermeister vermittelt bei Wiesenstraße

Das Bauvorhaben "Maschseeherz" sorgt weiter für Diskussionen. Jetzt mobilisierten die Anwohner der Wiesenstraße parteiübergreifende Unterstützung für eine Überarbeitung des WGH-Entwurfs.

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Eindrucksvolle Demonstration: Rund 70 Unterstützer der Nachbarschaftsinitiative gehen gegen die Pläne der WGH auf die Straße.

Quelle: Moers

Hannover. Wohnungsbau muss sein, auch in der Südstadt. Die Marschrichtung des Rats in Sachen Wohnungsneubau verliert für Bürgermeister Thomas Hermann (SPD) auch im Streit um das Bauvorhaben „Maschseeherz“ nicht seine Gültigkeit. „Wir können die Stadt nicht nur am Rand erweitern“, kommentierte Hermann jüngst die anhaltende Diskussion um das Bauprojekt der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) in der Wiesenstraße. Gleichzeitig teilt der Ratsvorsitzende Hermann jedoch in Teilen die Bedenken einer Nachbarschaftsinitiative, die das Bauvorhaben als „unverhältnismäßigen und überdimensionierten“ Eingriff in den Stadtteil kritisiert. Hermann übernahm deshalb die Rolle des Vermittlers zwischen den Interessen der (Stadt-)Politik, der Bürgerinitiative und dem Bauherren.

Geschützter Baumbestand soll erhalten bleiben

Nach einem Treffen mit Nachbarn und Sympathisanten der Wiesenstraßen-Initiative initiierte Hermann in der vergangenen Woche ein Gespräch zwischen Stadtbaurat Uwe Bodemann und WGH-Vorstand Michael Jedamski. Dabei ging es vor allem um drei umstrittene Aspekte des Bauvorhabens. Der mit bis zu fünf Geschossen geplante Bau soll kleiner werden (maximal drei Stockwerke); der geschützte Baumbestand muss wenigstens zu 75 Prozent erhalten bleiben und die Einfahrt zu Tiefgaragen darf nicht in der Wiesenstraße angelegt werden. Der Einsatz des Bürgermeisters für die Belange der Bürgerinitiative trägt erste Früchte. „Es ist uns gelungen, den Bauherren davon zu überzeugen, dass der erste Entwurf überarbeitet werden muss“, erklärte Hermann gegenüber dem Stadt-Anzeiger. WGH-Sprecherin Lena Korpack bestätigte, dass ein neuer Entwurf bereits in Arbeit ist. „Unsere Architekten arbeiten derzeit an einem überarbeiteten Entwurf, der in etwa acht Wochen präsentiert wird“, so Korpack.

"Maschseeherz" schlägt hohe Wellen

Welche Wellen das „Maschseeherz“ sogar in der politischen Sommerpause schlägt, zeigte sich in der vergangenen Woche. Pünktlich zum Start des Seefests hatten Nachbarn und Sympathisanten einen Infostand am schattigen Moocksgang aufgebaut. Der kleine Weg führt direkt aus der Südstadt an dem üppig begrünten Wiesenstraßen-Grundstück vorbei an den See. 35 Wohnungen in drei Gebäuden plant die WGH dort zu bauen. „Biotop in Gefahr - für eine sensible Bebauung Wiesenstraße 40“, prangte auf einem großen Banner, das zwischen den Bäumen aufgehängt war.

Rund 70 Protestler waren gekommen, um sich mit den Forderungen der Initiative solidarisch zu zeigen. Deren Organisatoren betonten, keineswegs grundsätzlich gegen den Wohnungsneubau zu sein. „Wir wollen die Bebauung nicht verhindern, sondern das Grün vor unserer Haustür schützen“, so Anliegerin Annette Dahlke. Zu der öffentlichkeitswirksamen Aktion waren auch Vertreter aller im Bezirksrat vertretenen Fraktionen erschienen. Einige Besucher des Infostands mutmaßten daher, ob möglicherweise die anstehende Kommunalwahl die parteiübergreifende Anteilnahme begünstigt.

Von Mario Moers

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Bauvorhaben
Blick auf das Grundstück. Diese Oase wollen Anwohner erhalten.

Das geplante Wohnquartier Maschseeherz der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) bleibt nach wie vor umstritten. Eine Nachbarschaftsinitiative gegen die Bebauung des üppig bewachsenen Grundstücks will die Eröffnung des Maschseefests am kommenden Mittwoch nutzen, um weitere Unterstützer zu mobilisieren.

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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