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"Maschseeherz": Protest wird größer

Bauvorhaben "Maschseeherz": Protest wird größer

Das geplante Wohnquartier Maschseeherz der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) bleibt nach wie vor umstritten. Eine Nachbarschaftsinitiative gegen die Bebauung des üppig bewachsenen Grundstücks will die Eröffnung des Maschseefests am kommenden Mittwoch nutzen, um weitere Unterstützer zu mobilisieren.

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Blick auf das Grundstück. Diese Oase wollen Anwohner erhalten.

Quelle: Moers

Hannover. Ab 17 Uhr veranstaltet die von Anwohnern der Wiesenstraße gegründete Initiative einen Infostand im Mooksgang.

In dieser Woche hat sich die Gruppe bereits mit Bürgermeister Thomas Hermann (SPD) getroffen, um über das WGH-Vorhaben zu sprechen. Auch in den sozialen Netzwerken ist die Initiative aktiv. Das formulierte Ziel: der Erhalt des geschützten Baumbestands und die Ablehnung des aus ihrer Sicht überdimensionierten Entwurfs für das neue Quartier.

"Das Grün vor unserer Haustür schützen"

„Wir wollen nicht die Bebauung verhindern, aber das Grün vor unserer Haustür schützen“, erklärt Anliegerin Annette Dahlke ihr Engagement für die Bäume. Das Eckgrundstück am schattigen Moocksgang bezeichnen die Kritiker des Bauvorhabens liebevoll als „letztes Biotop“ der Südstadt. Tatsächlich befinden sich auf der ummauerten Wiese nach Angaben der Anlieger rund 20 Bäume, die von der städtischen Baumschutzsatzung geschützt sind. Die WGH hat das Grundstück erworben, um dort, wie berichtet, das Wohnquartier „Maschseeherz“ mit etwa 35 Wohnungen in drei Gebäuden zu bauen.

Anwohner kritisieren Rodung

Bereits bei der Vorstellung im Stadtbezirksrat Südstadt-Bult kritisierten knapp 50 Anwohner die mögliche Rodung der Bäume und die Höhe der geplanten Neubauten. Diese würden nach dem vorliegenden Entwurf zum Maschsee hin absteigend bis zu fünf Etagen hoch. Nicht nur die Anwohner, auch der Bezirksrat sieht nun Diskussionsbedarf. Bereits verabschiedet wurde ein Änderungsantrag von SPD und Grünen. Darin fordern sie, dass ein Viertel der Einheiten Sozialwohnungen werden sollen. Erst nach der Sommerpause wird ein weiterer Antrag von Rot-Grün verhandelt, wonach drei Viertel des Baumbestands geschützt werden sollen und zusätzlich zu einer Tiefgarage ein Car-Sharing-Parkplatz vorgeschlagen wird. „Mit dem Schutz eines Großteils der Bäume wären wir zufrieden, aber wir fragen uns, wie das baulich möglich ist“, kommentiert Anwohner Michael Zeitvogel die Änderungsvorschläge.

Nicht alle unterstützen den Protest

Auf der Facebook-Seite der Nachbarschaftsinitiative unterstützen derweil nicht alle Besucher den Protest der Anlieger. „Da gibt es viele Bauvorhaben in Hannover, die durchgeführt wurden und kaum einer hat gezuckt, und jetzt ein Aufriss wegen der kleinen Grünfläche am Maschsee, lächerlich“, bemerkt ein Nutzer. Inwieweit die WGH bereits auf die Proteste eingegangen ist, geht aus einer aktuellen Stellungnahme der Genossenschaft nicht deutlich hervor. „Wir arbeiten derzeit an einer neuen Visualisierung. Natürlich wird dabei auch über Alternativen nachgedacht“, kommentiert Vorstandsassistentin Lena Korpack den Stand der Planungen. Die 102 Unterstützer der Initiative in den sozialen Medien und viele Nachbarn sind dagegen entschlossen, für den Schutz der urwüchsigen Stämme zu kämpfen. „Es wäre sehr schade um die schöne Oase in der Südstadt“, findet Annette Dahlke.

Von Mario Moers

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Anwohner kritisieren "Maschseeherz"
Foto: Eindrucksvolle Demonstration: Rund 70 Unterstützer der Nachbarschaftsinitiative gehen gegen die Pläne der WGH auf die Straße.

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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