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Südstadt Bürger informieren sich über Neubau der IGS-Südstadt
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Bürger informieren sich über Neubau der IGS-Südstadt
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23:26 08.11.2016
Rund 100 Bürger waren zu der Info-Veranstaltung gekommen. Quelle: Klein
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Hannover

Protest gegen die Pläne kommt vor allem aus der Wißmannstraße, an der der neue Schulflügel entstehen soll. Bei der Informationsveranstaltung in der Schule war rund ein Dutzend Anwohner anwesend. Diese zeigten sich allerdings moderat. Statt, wie im Vorfeld befürchtet, lautstark zu protestieren, gab es eher vorsichtige Nachfragen.

Einer der Anwohner in der Wißmannstraße ist Stefan Harcke, beruflich Geschäftsführer der Infra, die für die Gleise der Üstra zuständig ist und auch neue Strecken und Hochbahnsteige baut. Harcke beklagte, dass für seine Baumaßnahmen immer eine Bürgerbeteiligung vorgesehen sei. Bei der IGS-Südstadt habe die Stadt das aber nicht eingeplant, bemängelte der Geschäftsführer. "Die Stadtverwaltung hat sich einer frühzeitigen Information der Bürger entzogen", betonte er.

Harcke bemängelte zudem den Verlust von Parkplätzen durch den Bau. Bereits vor einigen Monaten sei ein Garagenhof abgerissen worden, dadurch seien bereits 30 Parkplätze weggefallen. Wenn jetzt, wie derzeit überlegt wird, für Kindergarteneltern noch Kurzzeitparkplätze eingerichtet würden, gebe es noch weniger Parkmöglichkeiten für die Anwohner, meinte er.

Für die Stadtverwaltung wies der Projektleiter des Baus, Eckhard Buntrock, die Vorwürfe Harckes zum Teil zurück. Es habe ein intensives Beteiligungsverfahren gegeben, meinte er. Denn die Planungen, die mit Vorschlägen von Schülern und Lehrern erarbeitet worden seien, seien anschließend den Eltern vorgestellt worden. "Und die kommen ja zum großen Teil aus der Südstadt", sagt Buntrock.

Er gestand jedoch ein, dass es bei den Parkplätzen Probleme gebe. Eigentlich müssten für Schule und Kindergarten 24 Parkmöglichkeiten gebaut werden, es werde allerdings nur acht geben. "Das ist eine negative Bilanz, aber die Südstadt sei sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen", erläuterte er. Zudem kämen viele Schüler mit dem Fahrrad.

Ein Anwohnerin, die sagte, ihr werde der neue Schulflügel "direkt vor die Nase gesetzt", betonte in der von Bürgermeister Thomas Hermann geleiteten Infoveranstaltung des Schulelternrats, dass Kinderlärm kein Problem für sie sei. "Dann macht man im Sommer in der großen Pause eben das Fenster zu", meinte sie. Sie fragte aber nach dem Abstand des geplanten Gebäudes zur Straße und nach der Befahrbarkeit der Straße während der geplanten zweijährigen Bauzeit. 

Man wolle die Straße jederzeit befahrbar halten, sagte Projektleiter Buntrock. Es könne höchstens zu kurzfristigen Sperrungen kommen, wenn beispielsweise mit einem Kran Bauteile abgeladen würden. Das Gebäude soll rund zehn Meter von der Straße entfernt stehen.

Hannovers Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski betonte in der Debatte, dass die Erweiterung der IGS dringend notwendig sei. Die Schule solle so gebaut werde, wie sie in der ursprünglichen Planung des Architekten auch vorgesehen sei, eine andere Möglichkeit ließen die Denkmalschützer nicht zu.

Alle städtischen Gremien hätten den Projekt zugestimmt. Dennoch betrachte die Stadtverwaltung die Diskussion mit Sorge, sagte Rzyski. Denn einige Anwohner hatten damit gedroht, gegen den Bau zu klagen.

Unterdessen hat ein Nachbar der Schule aus der Wißmannstraße einen Brief an den Schulelternrat geschrieben, in dem er fordert, die Schule in ein Gewerbegebiet zu verlegen. Die Schule habe "sich zu einem enormen Störfaktor entwickelt", schreibt der Mann. "Seitdem auf Ganztagsbetrieb umgestellt wurde, haben die Anwohner den von morgens bis zum Abend andauernden Lärm der Schüler zu ertragen", heißt es in dem Schreiben. Die "Lärmkulisse" sei auch bei geschlossenen Fenstern nur zu etragen, wenn man in der Wohnung selbst Hintergrundgeräusche erzeuge, wie zum Beispiel durch ein Radio. Der Nachbar ist der Auffassung, dass kein Unternehmen "mit dem Lärmpegel, wie er von der Schule erzeugt wird", eine Betriebsgenehmigung erhalten würde. Für ihn ist die IGS ein "in jeder Hinsicht Umweltverschmutzer größten Ausmaßes".

Die Stadt will mit dem Bauprojekt im Jahr 2018 starten. Dann soll zeitgleich mit dem Bau des neuen Flügels und mit der Sanierung und dem Umbau des Turnhallentrakts begonnen werden. Anschließend will die Stadt den Flügel des denkmalgeschützten Gebäudes, in dem die Klassenräume untergebracht sind, sanieren. Insgesamt sind für die IGS-Südstadt rund 32 Millionen Euro eingeplant.

Von Mathias Klein

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