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Südstadt Das Knöpje bietet Knöpfe und Tipps für alle Fälle
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Das Knöpje bietet Knöpfe und Tipps für alle Fälle
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13:48 12.06.2016
Justina Wethkamp-Bettin kennt sich nicht nur mit Stoffen aus. Quelle: Melanie Huber
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Südstadt

Auffällig setzt sich das Weiß des Ladens von der typischen Klinkerfassade der Häuser am Anfang des Altenbekener Damm ab. Auf der runden Markise steht „Knöpje. Strumpf & Wolle“, am Fenster hängt ein gestrickter Kinderpullover, im Ladeninneren unterhalten sich zwei Frauen lachend. Ich betrete das Knöpje, empfinde sofort ein heimeliges Gefühl. Voll ist es, aber nicht überfüllt. Jeder freie Platz wird hier genutzt. Hier lagern Stoffe, dort Nähgarn. Links reihen sich bunte Bänder an farbige Wollknäuel, rechts bilden Knöpfe unterschiedlichster Farben und Formen ein eigensinniges Muster.

In der Mitte des Raumes steht ein brusthoher Tisch. Justina Wethkamp-Bettin lehnt davor, sie hebt den Kopf und sagt „Hallo“. Ein einladender Blick. Doch schnell erzähle ich ihr, dass ich nicht stricken, nicht sticken und nicht nähen kann. Ein Gefühl für Stoffe habe ich auch nicht, kaputte Socken werfe ich weg, statt sie zu stopfen. Mein Blick fällt auf die Bücherauswahl auf dem Tresen. Dort liegt ein Buch von My Boshi. „Das kann ich“, rufe ich erleichtert. „Mützen von My Boshi häkeln.“ „Das ist doch wunderbar“, sagt Wethkamp-Bettin.

MyBoshi, Amigurumi und Kork

Aus diesem Grund kämen seit dem vergangenen Winter viele neue Kundinnen in ihren Laden, erzählt sie. „My Boshi ist einfach und eingängig, ein guter Einstieg.“ Sie zeigt mir ein Buch über Amigurumi, eine japanische Strick- und Häkelvariante, mit der kleine Tierpuppen hergestellt werden können. „Das ist auch gerade im Trend. Damit könnten Sie weitermachen“, empfiehlt sie. „Achten Sie denn auf Trends?“, frage ich. Aber die gelernte Schneiderin ist mir bereits voraus: Sie greift nach Stoffen aus Kork. „Kork ist zurzeit ein beliebtes Material. Damit kann man leicht nähen und basteln, Taschen zum Beispiel.“

Sie legt mir ein selbst gemachtes Schlampermäppchen in die Hand, ich streife mit meinem Daumen über das Material. Der Kork fühlt sich gut an. Da fällt mein Blick auf das bunte Knopfregal. „Heißt Ihr Laden deshalb Knöpje?“ Wethkamp-Bettin schüttelt den Kopf: „Der Name kommt von der Großmutter der Gründerin, Frau Kruse. Die Großmutter lebte an der holländischen Grenze, dort sagt man zu Knöpfen auch Knöpje.“

Das Knöpje besteht seit 30 Jahren

Vor 30 Jahren hatte Frau Kruse das Knöpje in der Falkenstraße in Linden eröffnet, ihre Tante, Frau Pichulla, führte in der Geibelstraße einen Wolle- und Strumpfladen. „Dieses Geschäft hier gibt es seit 21 Jahren, seit drei Jahren bin ich Inhaberin, zuvor war ich Mitarbeiterin“, sagt die 47-Jährige. Knöpfe gebe es zwar auch, der Laden sei aber schon zu Zeiten von Frau Kruse für allerlei Kurzwaren, Stoffe und Wolle bekannt gewesen.

Die Knopfauswahl ist trotzdem beeindruckend. Zwei- und Vierlochknöpfe, Ösenknöpfe, Druckknöpfe liegen bunt in ihren Röhrchen, ein Knopf in Form eines Pinguins strahlt auffällig aus der Auslage. „Viele Kundinnen kommen hierher, um ihre Kleidung zu optimieren“, sagt Wethkamp-Bettin. „Oft ist die Mode in den Geschäften nicht so, wie viele sie gerne hätten.“ Sie schaut mich an. „Zum Beispiel Ihr Strickcardigan. Der fällt zwar locker an den Seiten runter, den kann man aber nicht zuknöpfen. Und wenn Sie gerne die Möglichkeit hätten, die Weste zu schließen?“ Die Schneiderin beugt sich vor das Regal und sucht einen großen, eckigen Knopf heraus. „Das ist ein Schmuckknopf aus Kokos, der würde gut passen.“ Ich freue mich, der würde meine Jacke wirklich schmücken. Aber wie soll ich den annähen, das kann ich ja nicht gut. „Sie könnten einen Nähkurs belegen“, rät mir die Inhaberin. Sie biete bei der katholischen Familienbildungsstätte Kurse an. „Überhaupt muss man keine Angst vor Handarbeit haben“, sagt sie. Mit ein bisschen Übung könne man viel mehr gestalten, als man vorher für möglich gehalten hätte. „Jeder kann das, wenn er möchte. Ich helfe da gerne.“

Wie zum Beweis betritt eine ältere Frau den Laden, sie benötigt ein Hosengummi zum Einnähen. Wethkamp-Bettin ist zur Stelle, fragt nach Farbe, Länge und Hose. Die Kundin erklärt alles und sagt dann: „Wissen Sie, das letzte Mal war ich bei Frau Pichulla in der Geibelstraße. Das ist lange her. Aber als ich heute in der Nähe war, musste ich an das Knöpje denken. Da wurde man immer gut beraten.“ Justina Wethkamp-Bettin lächelt.

Von Melanie Huber

Geöffnet ist das Knöpje, Altenbekener Damm 61, in der Südstadt montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, mittwochs und sonnabends von 9 bis 13 Uhr.

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