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Südstadt Der Handbäcker muss nach 20 Jahren schließen
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Der Handbäcker muss nach 20 Jahren schließen
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11:18 17.10.2016
Muss sich einen neuen Laden für seinen Ein-Mann-Betrieb suchen: Handbäcker Holger Zölfel in seiner kleinen Backstube vor seiner Bäckerei. Quelle: Hoff
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Hannover

Ein normaler Sonnabendmorgen am Berta-von-Suttner-Platz in der Südstadt: Vor dem Geschäft des Handbäckers hat sich eine lange Schlange gebildet. Drinnen werden fast wie am Fließband Brötchen verpackt. Dutzende Tüten mit vorbestelltem Gebäck sind überall im Verkaufsraum verteilt und warten darauf, abgeholt zu werden. Viele Kunden kommen aus der Nachbarschaft, einige nehmen aber auch einen weiten Weg aus anderen Stadtteilen in Kauf, um hier ihre Frühstücksbrötchen zu kaufen.

Doch damit ist bald Schluss: Denn Bäckermeister Holger Zölfel muss sein Geschäft zum Ende des Monats schließen. Vor einigen Monaten erreichte ihn die Kündigung der Vermieter - ohne Angaben von Gründen. Und das, obwohl der Laden des 52-Jährigen in dem Gründerzeithaus seit rund 20 Jahren beheimatet ist. Die Gebäudeeigentümerin, eine Erbengemeinschaft, wollte sich auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers nicht zur Kündigung äußern. Geplant sei ein neuer Laden, der wieder so ähnlich sein solle wie die bestehende Bäckerei, hieß es lediglich. Zölfel glaubt indes, den Grund für seine Kündigung zu kennen. Er habe einer Angestellten gekündigt, die mit den Vermietern befreundet sein soll, sagt er. „Vermutlich handelt es sich um eine Retourkutsche.“ Die Kündigung hat er inzwischen rechtlich prüfen lassen. Unternehmen kann er dagegen aber nichts.

Handbäcker vor beruflichem Aus

Der Handbäcker steht nun vor dem beruflichen Aus, geeignete Geschäftsräume für eine neue Bäckerei hat er noch nicht gefunden. Viele Kunden bedauern die Schließung. „Die Brötchen schmecken besonders gut und sind vergleichsweise günstig. Ich hoffe, dass er sein Geschäft anderswo wieder aufmachen kann“, sagt etwa Gudrun Heuschen, die regelmäßig aus Waldhausen kommt, um Brötchen zu kaufen. Und Lambros Tzimas vom benachbarten griechischen Restaurant Ilion muss sich nun überlegen, woher er künftig sein Weißbrot bezieht: „Das ist gute Ware hier. So was muss ich erst einmal wieder finden.“

Zölfel stellt den Teig für seine Brötchen, Brote und anderes Gebäck überwiegend selbst her - teilweise nach von ihm selbst entwickelten Rezepten. Rohlinge verwendet er nur in Ausnahmefällen. Wochentags verkauft er an die 300 Brötchen, am Wochenende mehr als 1000. Wer früh genug kommt, kann ihm beim Backen zuschauen: Der Verkaufsraum ist nur durch eine Glasscheibe von der kleinen Backstube getrennt. Jeden Morgen ab 4 Uhr, am Wochenende auch früher, steht er hier und rollt die Teiglinge aus. Sieben Tage in der Woche, an fast 365 Tagen im Jahr. Selbst Weihnachten hatte die Bäckerei geöffnet.

Ein-Mann-Betrieb mit Kult-Status

Die Bäckerei mit Kult-Status ist ein echter Ein-Mann-Betrieb - lediglich am Wochenende sind Aushilfen in der Backstube und im Verkauf beschäftigt. Unter der Woche backt Zölfel nicht nur, er kocht auch Kaffee, schmiert Brötchen und steht im Verkauf. Sein Geschäft hat sich im Laufe der Jahre zu einem Treffpunkt im Viertel entwickelt. An den kleinen Stehtischen plaudern oft Kunden. Handwerker und Müllwerker verbringen hier ihre Frühstückspause. Gegen 12 Uhr schließt seine Bäckerei. Dann putzt Zölfel und erledigt die Bestellungen. All das wird ihm fehlen. Einen Plan B für die Zukunft hat er nicht. Jetzt will er erst einmal in Ruhe „mit allem abschließen“, wie er sagt. Dann allerdings kann Zölfel sich vorstellen, neu zu beginnen: „Mein Konzept kann ich ja auch anderswo wieder realisieren“, sagt er.

Von Sebastian Hoff

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