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Die Sohnreystraße ist Geschichte

Umbenennung Die Sohnreystraße ist Geschichte

Trotz ihrer traumatischen Erfahrungen hat sie sich für den Dialog eingesetzt zwischen Juden und Christen: Lola Fischel. Am Montag wurde nun die Sohnreystraße in der Südstadt nach ihr umbenannt.

Sohnreystraße, Hannover 52.358264 9.759306
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Am Montag wurde die Sohnreystraße in der Südstadt in die Lola-Fischel-Straße umbenannt.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Lola Fischels Engagement trotz oder gerade aufgrund ihrer Opferrolle sei eine „große Geste der Versöhnung“ gewesen, resümierte Bürgermeister Thomas Hermann bei der feierlichen Umbenennung in Lola-Fischel-Straße. Die 1914 in Sosnowitz geborene Jüdin überlebte den Holocaust, überlebte Auschwitz und Bergen-Belsen - als Einzige ihrer Familie. Später setzte sich die studierte Zahnmedizinerin für im Ausland lebende jüdische Hannoveraner und ihren Kontakt in die einstige Heimat ein, sie engagierte sich für das jüdische Altenheim und begründete die hannoversche Gruppe der Women‘s International Zionist Organization. „Sie war eine besondere Frau und eine ungewöhnliche Bürgerin“, sagte Hermann.

"Es war gewaltig"

Sie und ihr Ehemann Siegmund haben außerdem beim Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde in Hannover mitgewirkt. Besonders bemerkenswert sei aber 1985 die Ansprache in der Gedenkstätte Bergen-Belsen zum 40. Jahrestag der Lagerbefreiung gewesen. Schwiegertochter Irene Fischel-Stratmann erinnert sich: „Es war gewaltig. Unvergessen.“ Die 67-Jährige und ihre beiden Kinder sind die einzigen Hinterbliebenen. „Ich bin sehr bewegt, das hier ist eine unheimliche Wertschätzung für ihr Engagement“, sagte sie. Lola Fischel starb 2009 und ist auf dem jüdischen Friedhof in Bothfeld begraben.

Ein Beirat hatte in den vergangenen zwei Jahren darüber bestimmt, welche Straßen in Hannover umbenannt werden. Der Publizist Heinrich Sohnrey sei antizionistisch, antisemitisch und völkisch einzuordnen, erklärte Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne. Zuvor waren die Wißmannstraße sowie die Nachtigalstraße umgewidmet worden - das heißt, als Namensgeber wurden andere, gleichnamige Persönlichkeiten ausgewählt. Außerdem wurden die Elkartallee und die Lettow-Vorbeck-Allee umbenannt. Die Alte Döhrener Straße heißt seit 2007 Orli-Wald-Allee. Eine weitere Umbenennung ist nicht mehr geplant.

Von Katharina Derlin

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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