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Frau Brases Ausflug in die Stratosphäre

Südstadt Frau Brases Ausflug in die Stratosphäre

Unterwegs in Richtung Weltall: Physiklehrerin Beate Brase berichtet an der Wilhelm-Raabe-Schule von ihrem Nasa-Flug in der Stratosphäre. Als erste Niedersächsin wurde Brase ausgewählt, um bei der Mission mitzumachen.

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Nicht ohne Glücksbringer: Dreimal hob die Niedersächsin mit der Nasa-Mission ab.

Hannover. So hoch wie sie ist noch keine Lehrerin aus Niedersachsen geflogen: In 14 Kilometern Höhe war Beate Brase unterwegs, an Bord eines für eine Nasa-Mission umgebauten Flugzeugs. „Als der Pilot uns vorher gesagt hat, dass wir Turbulenzen erwarten, habe ich mir doch etwas Sorgen gemacht“, sagt sie. „Ich werde doch so leicht seekrank.“ In ihrer blauen Nasa-Jacke steht Lehrerin Beate Brase in der Aula der Wilhelm-Raabe-Schule und berichtet von ihren Bedenken vor dem Ausflug in die Stratosphäre. Am Ende hat die Physik- und Chemielehrerin im November aber alle drei Forschungsflüge gut überstanden.

Als erste Niedersächsin wurde Brase von der Universität Stuttgart ausgewählt, um bei der Sofia-Mission mitzumachen.Sofia, eine Kurzform für „Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie“, sei eine umgebaute Boing 747, berichtet Brase ihren Schülern. „An Bord hatten wir ein 17 Tonnen schweres Teleskop.“ Zehn Stunden dauerte ein Flug. „Wir sind fast mit Schallgeschwindigkeit geflogen - und das bei geöffneter Klappe!“ Die Schüler staunen nicht schlecht. Manche machen sich Notizen. Die Luke des Flugzeugs war geöffnet, damit die Forscher das tonnenschwere Teleskop auf Sterne richten und Wärmestrahlen messen konnten. „Stellt euch vor, ihr streckt bei Tempo 120 auf der Autobahn die Hand aus dem Auto. Und wir waren mit fast 800 Kilometern pro Stunde unterwegs“, sagt Brase. „Es gab zwar eine Trennwand zwischen Teleskop und Cockpit, aber man musste sich trotzdem dick anziehen.“

Brase, die von der Universität Stuttgart zur Sofia-Botschafterin für deutsche Schulen ernannt wurde, zeigt den Schülern viele Bilder und Videos von ihrem Abenteuer. Bei den Flügen war ein Nasa-Kameramann dabei, der das Spezialflugzeug von innen und außen gefilmt hat. Die Schüler applaudieren nach jedem Film. Die Lehrerin weiß, wie sie die wissenschaftlichen Hintergründe ihrer Mission anschaulich vermitteln kann. So baut sie zum Beispiel auch die Nerd-Comedy-Serie „The Big Bang Theory“ ein. Besonders spannend wird es, als Brase vom ersten Start berichtet: Kurz bevor es losgehen soll, stellt der Pilot fest, dass ein Ventil an der Benzinpumpe defekt ist. „Da wurde mir dann schon etwas mulmig“, gibt die Lehrerin zu. „Aber ich habe mir immer wieder gesagt: Die meisten Unfälle passieren im Alltag und in der Freizeit.“ Am Ende ging alles gut.

Das einzige Malheur passierte einem Kollegen aus der 24-köpfigen Crew kurz vor der Rückkehr nach Deutschland - und das auf der Erde. Er verletzte sich bei der Tour durch einen Canyon. Brase zeigt ein Bild, auf dem er auf Krücken zwischen großen Steinbrocken steht. „Den Ort kennt ihr doch bestimmt, oder?“, fragt sie. Es ist ein Drehort der Serie „Star Trek“, der einen fremden Planeten darstellen soll. „Aber es ist natürlich noch keiner auf einem anderen Planeten gelandet und das müssen wir auch nicht. Wir müssen nur die Signale aus dem All empfangen“, sagt Brase. „Es gibt so viel Spannendes zu entdecken“, ruft sie ihren Schülern zum Abschied zu, „seid einfach neugierig!“

Von Johanna Stein

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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