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Geschützte Esche muss neuem Pächter weichen

Anwohner verärgert Geschützte Esche muss neuem Pächter weichen

Für die frühere Kult-Kneipe Spiegel am Altenbekener Damm scheint ein neuer Pächter gefunden zu sein. Allerdings musste ein Baum seinen Platz räumen. Die unangemeldete Fällung sorgte bei Anwohnern für Kritik.

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Für die frühere Kult-Kneipe Spiegel am Altenbekener Damm scheint ein neuer Pächter gefunden zu sein. Allerdings musste ein Baum seinen Platz räumen.

Quelle: Moers

Hannover. Es tut sich etwas auf dem Grundstück der einstigen Kultkneipe Spiegel am Altenbekener Damm. Vor etwa einer Woche ließ der neue Eigentümer, ein Immobilienunternehmer aus der Südstadt, eine Esche neben dem leer stehenden Lokal fällen, möglicherweise ein Hinweis auf den bevorstehenden Umbau. Auch eine aufmerksame Anwohnerin beobachtete das gärtnerische Treiben und informierte daraufhin verärgert die Stadt. Der Vorwurf: der massive Baum hätte nicht gefällt werden dürfen.

"Gefahr im Verzug"

Neu-Eigentümer Marek Triene dagegen beruft sich auf „Gefahr im Verzug“. Die schief stehende Esche hätte gedroht umzustürzen. Spaziergänger hätten bei starkem Wind erschlagen werden können. Inzwischen hat die Stadt die Ermittlungen aufgenommen. „Es ist zurzeit noch nicht eindeutig festgestellt, dass die Entfernung nicht rechtmäßig war“, teilt ein Verwaltungssprecher den derzeitigen Stand mit. Sollte sich herausstellen, dass der Baum illegal gefällt wurde, droht dem Eigentümer eine Anzeige. Nach der Baumschutzsatzung können unerlaubte Baumfällungen als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro bestraft werden.

Ladenlokal soll zukunftsfähig werden

Tatsächlich geht es auch an anderer Stelle auf dem Grundstück voran. Immobilienunternehmer Marek Triene will den ehemaligen Spiegel zukunftsfähig machen. Er hat angekündigt, das in die Jahre gekommene Ladenlokal zu sanieren und durch Modernisierung für einen Neustart bereit zu machen. Ein künftiger neuer Pächter ist ebenfalls bereits gefunden. „Es wird ein Restaurant. Und es wird kein Bierlokal“, kündigt Eigentümer Triene einen ambitionierten Neustart an dem Standort an. Genaueres will er noch nicht verraten. „Der neue Pächter hat mich zum Stillschweigen verdonnert“, erklärt er mit einem vielversprechenden Augenzwinkern.

Anwohner munkeln von einem „feinen Restaurant“ samt dazugehörigem Kräutergarten. Zuletzt hatte sich die alte Kultkneipe als Sackgasse für die Gastronomie erwiesen. Nach mehreren Besitzerwechseln im Spiegel streckten zuletzt die Wirte der Tapas-Bar Tapeo ihr Kochbesteck. „In den letzten fünf Jahren ist hier ein Kommen und Gehen. Wir sind deshalb als Anwohner auch sehr sensibel, was hier passiert“, erklärt Nachbarin Regine Hempel-Mähler ihren Zorn über die fragwürdige Baumfällung. Eigentümer Triene weist die Anschuldigungen von sich. Schon die Voreigentümer hätten von der Gefahr gewusst, die von der windschiefen Esche ausging. „Was glauben Sie, was da los gewesen wäre, wenn die Anwohner unrechtmäßig über mein Grundstück laufen und von diesem Baum erschlagen worden wären“, rechtfertigt er die Rodung. Sein Gärtner hatte ihm die Maßnahme empfohlen.

Von Mario Moers

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  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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