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Extremsportler sammelt Spenden für Kinder

Jens Wackerhagen Extremsportler sammelt Spenden für Kinder

Der Extremsportler Jens Wackerhagen läuft, damit Kinder aus Kriegsgebieten operiert werden können – 55.000 Euro hat er schon zusammen. "Laufen war eigentlich nie meins", sagt der 38-Jährige.

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Trainieren für den Extremlauf: Jens Wackerhagen ist auf schmalen Pfaden im Elbsandsteingebirge unterwegs.

Quelle: privat

Hannover. Eine Runde um den Maschsee laufen - über solche Distanzen kann Ultraläufer Jens Wackerhagen wohl nur schmunzeln. Seine Laufstrecken sind weitaus länger: 320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn in 70 Stunden oder an einem Tag von Göttingen zum Brocken. Der 38-Jährige - im Alltag Operationspflegefachkraft in der Südstädter Klinik Henriettenstift - sucht ständig neue Herausforderungen, die ihn in seiner Freizeit ans Limit seiner körperlichen Leistungsfähigkeit bringen. Zuerst lief er nur für sich selbst, jetzt sammelt der Ultraläufer mit jedem Lauf Geld für schwer kranke Kinder.

Der Extremsportler Jens Wackerhagen läuft, damit Kinder aus Kriegsgebieten operiert werden können – 55.000 Euro hat er schon zusammen. "Laufen war eigentlich nie meins", sagt der 38-Jährige.

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Vor seiner Haustür in der Marienstraße trocknen ein schwarzes und ein gelbes Paar Laufschuhe. Jens Wackerhagen ist gerade aus seinem Sommerurlaub zurückgekehrt. Bei Wind und Wetter war er im Schweizer Kanton Graubünden den 201 Kilometer langen Swiss Irontrail gelaufen. „Das ist der längste Ultralauf der Schweiz“, bemerkt er nebenbei.

"Laufen war eigentlich nie meins"

Wer angesichts solcher Leistungen erwartet, einen ausgemergelten Marathon-Mann zu treffen, wundert sich. Wackerhagen sieht zwar trainiert aus, ansonsten ist dem Extremsportler aber nichts anzumerken. „Laufen war eigentlich nie meins“, sagt er. Wie es dazu kam, dass er nun nach der Arbeit Trainingsläufe bis zum Deister unternimmt, weiß er gar nicht mehr so genau. „Heute besteht meine Freizeit daraus“, erzählt er. Einerseits sei der Sport ein Ausgleich zum Arbeitsalltag im Krankenhaus, andererseits ist die Welt der sogenannten Ultraläufer im Laufe der Zeit auch seine Welt geworden.

Das WiBoLT-Rennen im Mai war der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn. Dieser längste Nonstop-Lauf zwischen den namengebenden Städten Wiesbaden (Wi) und Bonn (Bo) führt am Rhein entlang, vorbei an atemberaubenden Landschaften und Weinbergen. Ohne Pause war Wackerhagen gerannt. In seinem Internetblog „#Jensrennt“ postete er Bilder und Irformationen.

Es war schließlich die Anregung eines Kollegen, die Wackerhagen dazu bewog, seinen persönlichen Lauf als Spendenaktion zu nutzen. 25 000 Euro wollte er damit für den Diakovere Lukas Fonds zusammenbekommen, aus dem das Henriettenstift Operationen von kranken Kinder in Krisen- und Kriegsgebieten finanziert. Keine Frage, dass Wackerhagens Arbeitgeber, das Krankenhaus Diakovere Henriettenstift, ihn bei der Spendensammlung unterstützte und den Laufblog sogar auf der klinikeigenen Internetseite zeigte. Am Ende lief Wackerhagen 55 000 Euro für das Spendenkonto ein.

Vier Kinder wurden operiert

„Ich habe in Hauseingängen und Schutzhütten geschlafen“, erzählt Wackerhagen von seiner Extremtour. Wenn ein Ultraläufer vom „Schlafen“ spricht, meint er vielmehr das, was unter anderen Umständen als Nickerchen bezeichnet würde. 4,5 Stunden Schlaf erlaubte er sich auf der Strecke, für die der Veranstalter maximal 90 Stunden Zeit gab. Wackerhagen schaffte sie deutlich schneller.

Vier Kinder, aus Afghanistan und Angola, konnten von dem erlaufenen Geld bereits im Henriettenstift operiert werden. Wackerhagen selbst war als OP-Fachkraft dabei. „Das war mein erster Kontakt mit der Flüchtlingskrise“, sagt er sichtlich bewegt.

Nach der gelungenen Premiere will Wackerhagen weitermachen. Vielleicht schon bei seinem nächsten großen Ziel: Knapp 430 Kilometer will er im nächsten Jahr gemeinsam mit seiner Freundin durch Großbritanniens unwirtlichste Gegenden laufen. „Das Spinerace ist der härteste Ultralauf der Welt“, sagt Wackerhagen.

Lukas-Fonds-Spendenkonto: Im Jahr 2001 gründete die frühere Dachgesellschaft der Krankenhäuser Annastift, Friederikenstift und Henriettenstift, die heute Diakovere heißt, den Lukas Fonds. Aus ihm werden Eingriffe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten finanziert. Weitere Informationen gibt es unter www.diakovere.de/fundraising im Internet.

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