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Eine Bühne für Hintergedanken

Hinterbühne feiert Jubiläum Eine Bühne für Hintergedanken

Sieben Theater gibt es in der Südstadt. Kein anderer Stadtteil hat solch eine Fülle an Kultur gleich vor der Haustür. Seit zehn Jahren gehört die Hinterbühne an der Hildesheimer Straße zu den festen Größen dieser Szene. Am Sonnabend lud das freie Theater zur Jubiläumsgala auf den Hinterhof ein.

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Am Sonnabend lud das freie Theater Hinterbühne zur Jubiläumsgala auf den Hinterhof ein.

Quelle: Moers

Hannover. Jede Saison ein anspruchsvolles Kulturprogramm für die Südstadt auf die Beine zu stellen, ist das erklärte Ziel der Bühne.

„Hier gibt es kein Ohnsorg-Theater und keine Schenkelklopfer. Wir wollen den Leuten keinen Tinnef servieren“, fasst Vereinsvorstand Michael Jakobsohn die Philosophie der Hinterbühne kurz und bündig zusammen. „Die Hinterbühne, das ist ein Platz für Hintergedanken“, betont auch Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne in seinem wortspielerisch-witzigen Grußwort. „Es ist doch toll, dass man in der Südstadt aus der Haustür fallen kann und nebenan so ein großartiges Programm findet.“Am Sonnabend amüsierten sich die knapp 100 Gäste im voll besetzten Saal über eine bunte Revue mit Künstlern aus einem Jahrzehnt Hinterbühne, darunter auch die Impro-Theatergruppe Hannover 98.

Hinterbühne nimmt Sonderrolle ein

Unter den vielen Kabarett- und Kleinkunst-Bühnen, mit denen Hannover in beeindruckender Zahl ausgestattet ist, nimmt die Hinterbühne eine Sonderrolle ein. Mit viel Herzblut wurde das Theater 2006 von Südstädter Theateramateuren des Ensembles Flunderboll gegründet. Eine ehemalige Fabrik für Straßenlaternen baute man in Eigenregie in ein voll ausgestattetes Theater auf dem Hinterhof um. Noch heute stehen bei den rund 90 Veranstaltungen im Jahr viele der Gründungsmitglieder hinter der Theke oder hinter den Kulissen. „Das Prinzip ist, wer bei uns mitmacht, der muss sich auch einbringen“, erklärt Jakobsohn das nicht kommerzielle Konzept des Trägervereins.

Inhaltlich präsentiert die Hinterbühne die gesamte Bandbreite des klassischen Kabaretts, der Kleinkunst und Zauberei, zudem Musik, Gastspiele und natürlich das hauseigene Theater. Bekannte Namen wie der Kabarettist Matthias Egersdörfer, Tucholsky-Schauspieler Bengt Kiene oder Bauchredner Jan Mattheis zählen zu den Wiederholungstätern auf der Hinterbühne. Als Konkurrenz zu den privatwirtschaftlichen Häusern sieht man sich aber nicht. Für manch einen Zuschauer sei der Besuch vielmehr der Einstieg in die „wunderbare Welt der kleinen freien Theater“, meint Utz Rathmann, der künstlerische Leiter.

Keine großen Veränderungen geplant

Für die kommenden zehn Jahre haben die Theatermacher deshalb auch keine großen Veränderungen geplant. „Ein elektrischer Vorhang, das wäre noch so eine Sache“, fällt Vorstand Jakobsohn dann doch eine Kleinigkeit ein. Einzig ärgerlich findet er, dass immer weniger junge Leute den Weg in den Hinterhof finden.

Ein Zaubersalon im exquisiten kleinen Rahmen soll in der kommenden Saison hoffentlich auch eine neue Generation für die Hinterbühne begeistern. Mit dem Zaubersalon Hannover ist geplant, einmal im Monat eine Close-up-Lounge in der Nebenbühne ZWO im Vorderhaus zu veranstalten. Aus dem Hinterhaus vorwärts nach weit - das bleibt das Credo der Hinterbühne. Denn wie Bezirksbürgermeister Pollähne bemerkt: „Wer nicht vorne ist, bleibt hinter.“

Auf der Website gibt es unter der Adresse www.die-hinterbuehne.de bereits das Programm für die kommende Spielzeit.

Von Mario Moers

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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