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So muss Anne Frank gefühlt haben

Interdisziplinäres Projekt So muss Anne Frank gefühlt haben

Wie hat sich die Jüdin Anne Frank während der Nazizeit in ihrem Versteck gefühlt, was waren ihre Gedanken und Hoffnungen? Damit setzten sich Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule, der Tellkampfschule und der Südstadtschule auseinander.

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Schülerin Romana-Magdalena liest in der Gedenkstätte Ahlem.

Quelle: Steiner

Hannover. „Wenn man Angst hat, wird die Welt um einen herum immer enger, man schreckt bei dem kleinsten Geräusch zusammen. Die Bedrohung wird immer größer, und man selbst wird immer kleiner.“ Wie hat sich die Jüdin Anne Frank während der Nazizeit in ihrem Versteck gefühlt, was waren ihre Gedanken und Hoffnungen? In einem interdisziplinären Projekt mit dem Titel „Sichtweisen: Anne F. - ein Kunst- und Kulturprojekt“ setzten sich die Schüler mit diesen Fragen auseinander. Die Ergebnisse sind jetzt in einer Ausstellung in der Gedenkstätte Ahlem zu sehen.

"Das ist sehr gut gelungen"

Bei der Eröffnung trugen die Teilnehmer selbst verfasste Texte zu den Gefühlswelten Annes und ihres Vaters vor, zeigten Videos von einem Theaterstück und eindrucksvollen Schattenspielen. „Ziel war es, eigene Sichtweisen zum Thema Anne Frank und zum Nationalsozialismus zu finden. Das ist sehr gut gelungen“, meinte Initiatorin Christiane Brettschneider vom Kulturbüro Südstadt. Gefördert wurde das Projekt vom Bezirksrat Südstadt-Bult, dem Wirtschaftsforum Südstadt, der Gesellschaft der Freunde der Rudolf-von-Bennigsen-Stiftung, der Sparkasse Hannover und dem Möbelhaus Sofa-Loft.

Austellung dokumentiert Projekt

„Hier stehe ich nun vor dem Schrank, dort, wo alles begann“, erzählt in der Inszenierung Anne Franks Vater, nachdem er als einziger Überlebender der Familie nach einem Jahr nach Amsterdam zurückkehrt. Er geht in das Versteck und findet das Tagebuch: „Es ist die einzige Erinnerung an meine Familie“, erzählt er weiter. Diese unter die Haut gehenden Texte zeugen von der Intensität, mit der sich die Schüler mit dem Schicksal Anne Franks beschäftigten. In der Ausstellung sind neben den Texten vor allem die Kunstobjekte besonders beeindruckend. Sie zeigen unter anderem fiktive Modelle des Verstecks, in dem Anne lebte. Eines wirkt mit Spiegelscherben an den Wänden surreal, ein anderes durch eine schiefe Ebene bedrohlich.

„Ich habe aus dem Projekt mitgenommen, wie schrecklich diese Zeit war, und kann die Angst mitfühlen, die Anne gehabt haben muss“, berichtet Romana-Magdalena (15). Und Emily (15) bestätigt: „Ich kann mich jetzt besser in Anne Franks Lage versetzen.“ Cedric (16) ergänzt: „Ich habe mich vorher nie mit Anne Frank auseinandergesetzt, ich finde das Projekt sehr sinnvoll.“ Zuvor hatten die drei Schüler der Ludwig-Windt-horst-Schule eigene Texte vorgetragen.

"Eine schöne Inspiration"

Lob kam auch von der pädagogischen Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ahlem, Kerstin Lange: „Das ist für unsere Arbeit in der Gedenkstätte eine schöne Inspiration - vielleicht gibt es da ja künftig weitere Kooperationen.“

Die Ausstellung ist in der Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, bis zum 25. September zu sehen - Dienstag bis Donnerstag 10-17 Uhr, Freitag 10-14 Uhr und Sonntag 11-17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Sonja Steiner

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  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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