Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Südstadt Wenn japanische Monster die Eilenriede durchstreifen
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Wenn japanische Monster die Eilenriede durchstreifen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 15.10.2017
Als japanische Fabelwesen und Monster verkleidet (Bild oben) erschrecken Vereinsmitglieder die Festgäste. Mit großer Begeisterung halten die Kinder ihr Stockbrot über das Lagerfeuer. Quelle: Nele Schröder
Anzeige
Hannover

Im Gebüsch der Eilenriede raschelt es verdächtig. Es klingt, als würde jemand oder etwas durch das Unterholz krabbeln. Zu sehen ist jedoch erst mal nichts. „Da!“, ruft plötzlich ein Junge, als er ein paar rot-schwarze Hörner erblickt. Doch der Menge bleibt keine Zeit zu reagieren. Mit einem lauten Schrei springt ein Wesen auf den Weg. Sein feuerroter Körper ist nur mit einem Leopardenfell bekleidet. Auf dem Kopf ragen zwei große Hörner aus dichten, schwarzen Haaren. Die Kreatur hat einen fürchterlichen Überbiss und grunzt unverständliche Worte. Die Kinder weichen zurück. Schützend stellt sich die Priesterin in den Weg. „Ihr müsst keine Angst haben!“, ruft sie. „Erinnert euch, was ihr tun müsst, wenn ihr einem Oni begegnet.“ Und sie hält dem Monster ein Trinkpäckchen hin. „Capri-Sonne!“, schreit der Oni, der eine Art Dämon ist, greift nach dem Getränk und verschwindet im Gebüsch. Die Priesterin dreht sich um. „Ihr müsst ihm ein Opfer darbringen.“

Eine gruselig-schöne Halloween-Stimmung

Diese Szene ist nur eine von vielen, die die Gäste des Yokai-Umzugs des Deutsch-Japanischen Freundschaftskreises zu Gesicht bekommen. Die als japanische Priesterin verkleidete Schatzmeisterin des Vereins, Alexandra Sokol-Dahms, führt die Gruppe rund zwei Stunden durch den Wald. „In dieser Rolle bin ich viele Hundert Jahre alt und habe unendliches Wissen gesammelt“, erzählt die 29-Jährige und lacht.

Dem Herbst und damit der „Halloween-Zeit“ angemessen ist das Thema des Spaziergangs: japanische Monster und Fabelwesen, die sogenannten Yokai. An verschiedenen Stationen im Stadtwald kommen Schauspieler aus dem Verein aus ihren Verstecken und erzählen den Gästen Geistergeschichten, passend zu ihren Charakteren. Ob Kitsune, eine Dienerin des Fuchsgottes Inari, oder Nekomata, eine Katze mit zwei Schweifen - unter dem Make-up und den Kostümen sind die Menschen kaum zu erkennen. So ziehen sie die Gäste mit in ihre Welt der Märchen und vermitteln eine gruselig-schöne Halloween-Stimmung.

Sushi und Stockbrot

Auch erfahrene Cosplayer wie Saskia Raer befinden sich unter den Schauspielern. Raer leitet den monatlichen Cosplayer-Treff des Vereins und ist selbst seit 13 Jahren Cosplayerin. Unter Cosplay versteht man einen japanischen Verkleidungstrend, der durch den Manga-Boom in den 1990er-Jahren nach Deutschland kam. „Ich finde es wirklich toll, dass wir dieses Fest im Namen der Hannover-Hiroshima-Freundschaft machen. Die wird dadurch sehr gestärkt“, sagt die 28-Jährige, die eine Kitsune darstellt.

Im Spielpark Tiefenriede bieten die Vereinsmitglieder nach dem Spaziergang japanisches Essen an, von Onigiri zu Melon-Pan, dazu gibt es grünen Tee aus großen Thermoskannen. Die kleineren Kinder sitzen am Lagerfeuer und backen ein Stockbrot nach dem anderen. Dabei lassen sie sich nicht einmal von dem wie angekündigt einsetzenden Regen stören, sodass große Schirme das Überleben des Feuers sichern müssen. Künstler verkaufen ihre Manga-Figuren oder bringen den Gästen Origami-Falten bei. Vasen, Essstäbchen und Schlüsselanhänger in Sushi-Form liegen auf einem Tisch zum Verkauf aus.

Der Oni läuft derweil weiter in der Menge herum und erschreckt Kinder mit einem lauten Lachen. Nun, da der anfängliche Schrecken im Wald verschwunden ist, lässt das einige jedoch kalt. Ein Mädchen hält dem Dämon ihr Handy hin: „Kann ich noch ein Foto von dir machen?“

Von Nele Schröder

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Wohnungsunternehmen Hanova und die Immobilienfirm Aurelis haben den Grundstein für das neue Wohn- und Bürogebäude am nördlichen Ende der Anna-Zammert-Straße gelegt. Das neue Bauwerk soll sich möglichst nahtlos in die bestehende Bebauung einfügen.

Mathias Klein 03.10.2017

Beim Bauprojekt „Neue Südhöfe“ hatte es fast vier Monate lang einen Baustopp gegeben - weil die Nachbarhäuser durch den Aushub der Tiefgarage gefährdet waren. Zahlreiche Wohnungen mussten evakuiert werden. Jetzt sind die Gebäude wieder standsicher, die Arbeiten können fortgesetzt werden.

02.10.2017

Am Nachmittag ist es in der Südstadt zu einem Unfall zwischen einer Fußgängerin und einem Fahrradfahrer gekommen. Die Frau wurde schwer verletzt. Offensichtlich hatte sie den Radfahrer übersehen, als sie aus ihrem geparkten Auto stieg.

22.09.2017
Anzeige