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Jordanstraße wird zur Staufalle

Verkehr in der Südstadt Jordanstraße wird zur Staufalle

Endlich sind die neuen Ampeln an der Kreuzung Jordanstraße/An der Weide in Betrieb, dennoch bilden sich häufig am späten Nachmittag und sonnabends lange Staus auf der Jordanstraße.  Grund für das hohe Verkehrsaufkommen ist das Fachmarktzentrum in der Straße An der Weide.

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An der Kreuzung Jordanstraße/An der Weide bilden sich häufig Staus. Foto: Schaarschmidt

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover-Südstadt. Endlich sind die neuen Ampeln an der Kreuzung Jordanstraße/An der Weide in Betrieb, dennoch bilden sich häufig am späten Nachmittag und sonnabends lange Staus auf der Jordanstraße. Grund für das hohe Verkehrsaufkommen ist das Fachmarktzentrum in der Straße An der Weide, das etliche Kunden aus südlichen Stadtteilen, zum Teil sogar aus ganz Hannover anzieht. „Ab 17 Uhr beginnen die Staus, und das Gehupe geht los“, sagt Daniela Schiliro, die direkt an der Kreuzung ein Kosmetikgeschäft betreibt. Wenn noch ein Bus an der Haltestelle unmittelbar neben der Kreuzung halte, entstehe eine zusätzliche Barriere.

„So kann es nicht weitergehen“, meint FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, der das Einkaufszentrum regelmäßig aufsucht. Die Ampelschaltung müsse überarbeitet werden. Für Anwohner der Jordanstraße sei die Lärm- und Abgasbelastung unzumutbar. „Ich wundere mich, dass dort noch niemand eine Bürgerinitiative gegründet hat“, sagt Engelke. Tatsächlich sind Bewohner der Jordanstraße nicht begeistert von der neuen Regelung. „Es ist zwar gut, dass Fußgänger und Radfahrer jetzt eigene Ampeln haben, aber die vielen Staus sind sehr belastend“, sagt ein Anwohner. Die enge Jordanstraße müsse ohnehin zu viel Verkehr aushalten.

Über die Kreuzung Jordanstraße/An der Weide hat der Bezirksrat Südstadt-Bult lange debattiert. Zunächst plante die Stadtverwaltung einen Kreisel, um den Verkehr zügig Richtung Einkaufszentrum schleusen zu können. Die Kosten wären aber sehr hoch gewesen, zudem hätte es Platzprobleme auf der engen Kreuzung gegeben. Am Ende entschieden sich Stadt und Politik für einen regelrechten Ampel-Parcours.

Fast 40 Lichtzeichen regeln den Verkehr, es gibt drei Überwege für Fußgänger und zwei für Radfahrer. 400.000 Euro hat die Ampel-Lösung gekostet, rund 190.000 Euro steuert der Investor des Fachmarktzentrums bei.

„Die Grünphasen sind viel zu kurz, es kommen immer nur drei bis vier Autos durch, und dann warte ich minutenlang auf die nächste Phase“, berichtet Katharina Makowski. Sie arbeitet im Möbelmarkt Sofa Loft gleich neben der Kreuzung und kennt die Probleme aus eigener Erfahrung. „Auch diejenigen, die das Einkaufszentrum verlassen und auf die Jordanstraße einbiegen wollen, müssen sich lange gedulden“, sagt sie. Der Verkehr staue sich weit in die Straße An der Weide hinein. „So richtig gut gelöst ist das hier nicht“, sagt Makowski.

Im Bezirksrat Südstadt-Bult hält man sich mit Vorwürfen gegen die städtischen Verkehrsplaner zurück, schließlich ist die aktuelle Ampelregelung auf Wunsch der Stadtteilpolitik entstanden. „Ich werde die Situation beobachten“, sagt FDP-Bezirksratsherr Thomas Siekermann. SPD-Fraktionschef Roland Schmitz-Justen meint, dass es keine Staus auf der Jordan- straße gibt. Als Radfahrer und Fuß- gänger, aber auch als Nutzer der Buslinie auf der Jordanstraße könne er „keine für den Berufsverkehr unnormalen Stauungen erkennen“, teilt Schmitz-Justen mit. Für Kinder, die die Kreuzung überqueren, sei der Weg nun sicherer.

CDU-Ratsherr Dieter Küßner dagegen meidet die Kreuzung, wenn er einkaufen fährt. Das Verkehrsaufkommen sei dort ohne Zweifel hoch, sagt er. Küßner glaubt aber nicht, dass es viel Spielraum für alternative Ampelschaltungen gibt. „Die Planer haben schon alles durchgerechnet“, sagt er. Küßner empfiehlt Autofahrern, eine andere Route zu den Fachmärkten zu nehmen. „Man kann vom Bischofsholer Damm auf die Anna-Zammert-Straße einbiegen und dann bequem bis zur Straße An der Weide fahren“, sagt der CDU-Politiker. Für Südstadt-Kenner sei das Fachmarktzentrum auch über die Spielhagenstraße zu erreichen. „Die Jordanstraße wird entlastet, wenn sich die Einkaufspendler andere Wege suchen“, meint Küßner.

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  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
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  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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