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Junglachse schwimmen in der Leine

Südstadt Junglachse schwimmen in der Leine

An dem Projekt arbeiten die Fischereivereine seit mehr als einem Jahrzehnt: Der Lachs soll wieder heimisch werden in der Leine. Deshalb sind auch in diesem Jahr erneut an mehreren Stellen Jungfische ausgesetzt worden - unter anderem am Schnellen Graben in Maschseenähe.

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Günter Ohnesorge vom Verein Leine-Lachs zeigt den Kindern die kleinen Lachse.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Südstadt. Dort hatten die Leute vom Verein Leine-Lachs Unterstützung. Elf Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren, ihres Zeichens frisch ernannte junge Umweltschützer der Unterwasserwelt Sealife Hannover, waren mit von der Partie. „Ich will, dass die Umwelt für die Fische sauber bleibt“, sagt Lenny, der zusammen mit seinen Freunden ein Jahr lang die Sea­life-Mannschaft bei ihrer Arbeit begleiten wird.

Einst war die Leine einer der lachsreichsten Flüsse Norddeutschlands. Im Jahr 1876 wurde dann für mehr als ein Jahrhundert der letzte Vertreter der Gattung aus dem Wasser gezogen. Vor knapp 20 Jahren begannen Fischereivereine damit, Jungtiere auszusetzen. Mittlerweile kann man beispielsweise weiter nördlich in Neustadt schon vereinzelt wieder ausgewachsene Lachse angeln. In Hannover allerdings ist das noch nicht vorgekommen. Vor zwei Jahren entdeckten Angler den Kadaver eines ausgewachsenen Lachses am Döhrener Wehr. Der Grund für die Schwierigkeiten beim Wiederansiedeln des Raubfisches liegt im Ausbau der Leine durch Staustufen und Wehre.

Lachse wandern in die Meere und kommen, wenn sie geschlechtsreif sind, zum Laichen wieder in die Flüsse zurück, in denen sie geboren sind. Für das Leine-Lachs-Projekt werden Rückkehrer gefangen, um Eier und Samen abstreifen zu können. Die befruchteten Eier werden im Bruthaus des Norddeutschen Lachszentrums in Gronau erbrütet, bis kleine Lachse schlüpfen. Ein Teil dieser Jungtiere wird dann im Sealife gegenüber dem Großen Garten in Herrenhausen aufgezogen und ist dort auch zu sehen.

Seit dem Jahr 2000 sind im Bereich der Leine insgesamt 1,1 Millionen Junglachse ausgesetzt worden. Der Verein hofft auf eine Rückkehrrate von vier Prozent. Am Schnellen Graben in Ricklingen sind jetzt 2000 Tiere hinzugekommen. „Der Ort ist ideal, es gibt Gefälle und Strömung“, sagt Vereinsmitglied Helmut Leuthold.

Die in Ricklingen ausgesetzten Fische bleiben zunächst zwei Jahre im Süßwasser. Dann ziehen sie zur Nordsee und kehren, wenn alles klappt, nach weiteren drei bis vier Jahren wieder zurück. Irgendwann einmal, so hofft der Verein, kann der Lachs sich selbst in der Leine erhalten. Dafür müssten aber pro Jahr rund 150 weibliche und 20 männliche Fische zurückkehren. Von diesen Zahlen ist man noch weit entfernt.

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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