Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Südstadt Kinderladen schließt nach 20 Jahren
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Kinderladen schließt nach 20 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 28.02.2016
Von Juliane Kaune
Der Mietvertrag des Kinderladens in der IGS Südstadt läuft noch bis August dieses Jahres – dann muss die Einrichtung aus den Räumen verschwinden. Foto: Eberstein Quelle: Jan Philipp Eberstein
Anzeige
Hannover

Einer der ältesten Kinderläden Hannovers muss aufgeben: Zum 31. Juli müssen die Eltern und Kinder des Vereins Kindergruppe PH ihre Räume in der IGS Südstadt verlassen - ohne dass sie Ersatz gefunden haben. „Unser Verein wird sich wohl auflösen, wenn nicht noch ein Retter vom Himmel fällt“, sagt Elternvertreterin Gesa Jones. Weil die IGS umgebaut und auf vier Züge erweitert wird, ist kein Platz mehr für die 21 Kinder im Kita- und Hortalter.

Seit gut 20 Jahren betreibt der Verein, der 1975 von Studenten der damaligen Pädagogischen Hochschule gegründet wurde, den Kinderladen in dem Schulgebäude am Altenbekener Damm, in dem heute die IGS zu finden ist. Dass die Mädchen und Jungen der Kindergruppe wegen des bevorstehenden Ausbaus der IGS ausziehen müssen, ist unstrittig. Schon 2014 hatte die Stadt den Verein darüber informiert. Im Januar vergangenen Jahres kündigte die Verwaltung dann die Räume mit Zustimmung des Elternvereins zum Stichtag Ende Juli - und versprach, bei der Suche nach Alternativen zu helfen. Auch der Bezirksrat Südstadt-Bult hatte sich für den Kinderladen starkgemacht.

„Die Stadt hat sich wirklich große Mühe gegeben“, sagt Gesa Jones. Letztlich seien aber alle Bemühungen, geeignete Räume zu mieten oder zu pachten, wegen der Vorgaben des Kindertagesstättengesetzes erfolglos geblieben: „Wir brauchen rund 170 Quadratmeter große Innenräume und eine Außenfläche von 200 bis 300 Quadratmetern.“ Dies habe den Erfolg bei der Suche in der dicht besiedelten Südstadt so gut wie unmöglich gemacht. Die Option, einen Neubau auf einer Freifläche gegenüber dem Bismarckbahnhof zu errichten, sei an den finanziellen Möglichkeiten des Vereins gescheitert. Der Elternverein habe in der Südstadt oder den angrenzenden Stadtteilen bleiben wollen, damit die Wege nicht zu weit werden.

Den drei Erziehern, die in dem Kinderladen beschäftigt sind, hat der Vereinsvorstand bereits mit Wirkung zum 31. Juli gekündigt. Die Eltern wurden frühzeitig über die Situation informiert, um ihre Kinder rechtzeitig in anderen Einrichtungen unterbringen zu können. „Das hat erfreulicherweise geklappt“, sagt Gesa Jones, die selbst zwei Töchter in der Kindergruppe hat. Allen betroffenen Familien sei es gelungen, ihren Nachwuchs zum kommenden Kita-Jahr, das am 1. August beginnt, andernorts anzumelden. Der Stichtag dafür war Anfang Februar. „Darum mussten wir jetzt eine Entscheidung treffen.“

Sollte wider Erwarten doch noch ein Vermieter geeignete Räume anbieten, würde der Verein die Situation natürlich noch einmal überprüfen, sagt die Mutter. Die Elterninitiative arbeite seit Jahren gut zusammen, den Verein würde man nur sehr schweren Herzens auflösen. Und das Kinderladen-Inventar soll ohnehin erst an andere Einrichtungen oder Privatpersonen abgeben werden, wenn wirklich die allerletzte Hoffnung auf einen Umzug erloschen ist.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 81-jähriger Radfahrer ist am Mittwochmittag auf der Hildesheimer Straße von einem LKW erfasst und schwer verletzt worden. Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise zum Unfallverlauf geben können.

24.02.2016

Aus der Südstädter Kultkneipe Pindopp soll das Café Extrablatt werden – doch das wird noch etwas länger dauern. Weil die Stadt mit einer Baugenehmigung auf sich warten lässt, kann Betreiber Umut Kus seine neue Gastronomie am Altenbekener Damm nicht wie geplant im März eröffnen.

Juliane Kaune 21.02.2016

Mit der Änderung der Schuleinzugsbereiche droht Kindern aus Waldheim und Waldhausen der Weg nach Döhren - viele Eltern halten die neuen Schulwege für zu gefährlich.

Michael Zgoll 20.02.2016
Anzeige