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Live-Musik steht dem Minchens gut

Südstadt Live-Musik steht dem Minchens gut

Der Wirt des Minchens hat das Traditionslokal in einen "Live Music Club" verwandelt. Dort organisiert auch Achim Kück von der Musikschule Hannover regelmäßig Jazz-Pop-Rock-Sessions. Und das steht der guten Stube richtig gut. 

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The Orange Lumber Truck ist eine der vielen Bands, die im Minchens auftreten.

Quelle: Christian Link

Südstadt. „Für alle, die nur ‚Bobby Brown‘ kennen - das spielen wir nicht“, sagt Bandleader Heinz Alberding und fügt scherzhaft hinzu: „Das können wir aber auch gar nicht.“ Das Publikum im Traditionslokal Minchens lacht wissend. Der Spruch ist so etwas wie die Erkennungsmarke der Band The Orange Lumber Truck. Während andere sich noch an den populären Hits des Ausnahmemusikers Frank Zappa abarbeiten, will die siebenköpfige Gruppe tiefer gehen, Zappa neu interpretieren. Das haben schon viele versucht. Die an diesem Abend dargebotene Jazz-Auseinandersetzung mit Songs wie „Peaches in Regalia“ (1969) aber kann sich hören lassen. Virtuos baut die Band, von deren Mitgliedern einige auch im niedersächsischen Polizeiorchester spielen, die Stücke auf. Die Soli von Sebastian Hoffmann (Bass), Gregor Busch (Saxofon) und Andreas Busch (Trompete) werden von den Gästen mit viel Applaus quittiert, und Schlagzeuger Thomas Richter animiert sie zum rhythmischen Kopfnicken. Mit dem Einsatz von Instrumenten wie der Oboe (Fynn Großmann) und dem Fagott (David Ranner) wird zudem ein seltener Live-Hörgenuss geboten.

Projekt der Musikschule Hannover

Dass die Jazzmusiker mit ihrem Projekt im Minchens auftreten können, geht auf die Initiative von Achim Kück zurück. Der Lehrer an der Musikschule Hannover engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für die Förderung von Musikprojekten und jungen Talenten. Seit Januar lädt Kück im Namen der Musikschule jeden zweiten Donnerstag im Monat zur Jazz-Rock-Pop-Session ins Minchens an der Hildesheimer Straße ein. „Mir geht es vor allem darum, jungen Musikern und Bands eine Plattform zu bieten, damit sie die Chance haben, erste Erfahrungen vor Publikum zu sammeln“, sagt Kück.

Die Reihe kommt beim Publikum gut an. „Das ist jetzt die vierte Veranstaltung - und das Minchens ist zum vierten Mal voll“, stellt der Jazzpianist erfreut fest. Das mag auch an der Programmgestaltung liegen: The Orange Lumber Truck fungiert als sogenannter Opener. Nach dem einstündigen Konzert ist die Bühne frei für neue und eigene Formationen. „Wir haben die Reihe bewusst ‚Jazz Rock Pop‘ genannt“, sagt Kück. „Es sollen sich nicht nur Jazzmusiker angesprochen fühlen, die Jamsession ist auch offen für andere Genres.“

Live-Bühne mit Barbetrieb

Ohne viel Aufsehen koordiniert Kück die freie Bühne, die Musiker wechseln sich ab, hier wird ein Jazzbesen geliehen, dort eine Sängerin integriert. Die Harmonie auf der Bühne spiegelt sich im Gastraum wider: Unter dicken Balken sitzen die Zuhörer dicht beieinander, tuscheln und lachen, genießen und schweigen. Das Konzept funktioniert so gut, dass Wirt Thomas Althaus auch andere Jamsessions veranstaltet: An nahezu jedem Tag in der Woche ist ein anderes Genre vertreten. So gibt es außer Einzelkonzerten auch die Session-Reihen Groove Kitchen, Blues Kitchen, Folk Kitchen und Jazz Kitchen. Denn: Die von Althaus zum " Live Music Club" umbenannte gute Stube ist seit 2014 ausschließlich eine Live-Bühne mit Barbetrieb. „Gibt es keine Konzerte, gibt es auch keinen Ausschank“, sagt Althaus. Mehr als 200 Konzerte organisiert der Musikliebhaber im Jahr. „Wir stellen die komplette Technik, den Sound und das Licht“, sagt Althaus. „Am Ende eines Konzerts lassen wir einen Hut rumgehen - diesen Club gibt es eigentlich nur aus Liebe zur Live-Musik.“ Und das spürt man.

Von Melanie Huber

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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