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„Meine Bilder sollen sich bewegen“

Südstadt „Meine Bilder sollen sich bewegen“

Ein Sofa, ein Lehnstuhl, ein runder Tisch mit geschwungenen Beinen, eine Pflanze, im Hintergrund bodentiefe Fenster. Das Bild mit dem Mobiliar der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts gehört zu einer Reihe von Werken der Künstlerin Magda Jarzabek.

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„Solange ich
denken kann, denke ich in
Bildern“, sagt die Künstlerin Magda Jarzabek. Sie bearbeitet Bilder aus den Zwanzigerjahren
digital und
fotografiert Motive, die sie dann als Vorlage für ihre Werke
verwendet.

Quelle: Steiner

Südstadt. Ihre Bilder zeigte Magda Jarzabek beim Atelierspaziergang der Region Hannover in ihrer Wohnung in der Südstädter Heinrich-Heine-Straße. „Diese Bilder sind aus kleinen Schwarzweiß-Fotos entstanden, die ich bei einer Wohnungsauflösung in Lemberg gefunden habe", sagt die Künstlerin und zeigt auf zwei Bilder mit ähnlichen Motiven. „Es sollte alles weggeschmissen werden“, fügt die aus Polen stammende Künstlerin hinzu, die seit 1992 in Hannover lebt und arbeitet. Hier hat sie im Jahr 2000 ihr Kunststudium an der Fachhochschule Hannover abgeschlossen, zuvor, 1991, hatte sie in Warschau bereits ihr Architekturdiplom erlangt.

„Solange ich denken kann, denke ich in Bildern“, sagt Jarzabek. Das sei schon immer ihre Methode gewesen, sich zu äußern. „Dabei interessiert mich die Schnittmenge zwischen Architektur und Kunst.“ Bei diesen von ihr digital bearbeiteten Bildern aus den Zwanzigerjahren erinnert das Raster, das sie über die Bilder gelegt hat, an ihre Wurzeln in der Architektur. „Ich habe bei jedem Bild sofort gewusst, welchen Farbton es erhalten soll. Und darüber liegen diese feinen Linien, die wie ein Zeitschleier wirken“, erklärt die Künstlerin. Tatsächlich ist es so, als werde der Blick auf diese Weise davon abgehalten, die Atmosphäre des Raumes zu erfassen, das Geheimnis des Privaten zu lüften.

Magda Jarzabeks Auseinandersetzung mit dem Thema Räume als Zeichen menschlichen Wirkens setzt sich in der Reihe kleinformatiger Bilder mit dem Titel „Rooms waiting“ fort. Zu sehen sind von Menschen gestaltete Räume, Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Küche - ohne Menschen darin. „Man muss nicht Menschen malen, um Atmosphäre zu malen“, sagt sie. Für ihre Bilder fotografiert sie zunächst die Motive, dann wählt sie den Ausschnitt und beginnt schließlich zu malen. „Ich nehme die Fotos als Vorlage, durch die Zweidimensionalität kann ich mich besser auf das Wesentliche konzentrieren“, erläutert die Künstlerin ihre Arbeitsschritte.

Darüber hinaus beschäftigt sich die 51-Jährige auch mit Themen, bei denen die grafischen Einflüsse sehr deutlich sind - ein Bild ist durchzogen von Linien und erinnert aus der Ferne an eine sehr grobe Stoffstruktur ähnlich eines Jute-Stoffs. „Das Spannende sind für mich die Fehler in der Grafik, wenn man genau schaut, sieht man, dass nicht alle Linien gleich sind.“ Abstrakt seien diese Bilder aber nicht: „Für mich gibt es keine abstrakte Kunst, denn der Mensch stellt sich - anders als beim Hören moderner Musik - immer sofort etwas vor.“ Egal, mit welchen Themen sie sich gerade beschäftigt und mit welchen Materialien sie arbeitet, wichtig ist Jarzabek vor allem eines: „Ich möchte, dass meine Bilder bewegen, ich möchte keine Bilder, die man einfach nur über dem Sofa aufhängt.“

Mehr über die Künstlerin ist auf der Internetseite www.magdajarzabek.com zu finden.

Von Sonja Steiner

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So schön ist die Südstadt in Hannover
Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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