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Parkplätze am Landesmuseum sind bald Geschichte

Südstadt Parkplätze am Landesmuseum sind bald Geschichte

Rund 1,45 Millionen Euro soll der Ausbau der Willy-Brandt-Allee kosten. Inklusive Leitungsbau wird das Projekt über ein Jahr andauern. Auf einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Maschsee und der City sollen Autos künftig Platz machen: Die Straße wird schmaler, es fallen Parkplätze weg und Geh- sowie Radwege werden ausgebaut.

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Parken direkt vor dem Landesmuseum? Das ist nach dem Umbau vorbei. Foto: Surrey

Südstadt. Zwei Bezirksräte haben sich mit dem Vorhaben befasst und eine Reihe von Änderungswünschen angemeldet. Viele drehen sich um den Radverkehr.

Autofahrer kommen aus dem Südwesten über Stadionbrücke und Arthur-Menge-Ufer zur Willy-Brandt-Allee, aus dem Süden gelangen sie über das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer auf die Trasse. Die Allee verbindet die äußeren Stadtteile mit der Innenstadt. Über sie führen auch wichtige Routen für Radfahrer; die Allee ist zudem der Weg für Tausende Spaziergänger, die zu den großen Events am Maschsee oder im Stadion unterwegs sind. Und schließlich grenzen mit dem Neuen Rathaus samt Maschpark auf der Westseite und dem Niedersächsischen Landesmuseum sowie dem Sprengel-Museum auf der Ostseite wichtige Anlaufpunkte an die Trasse. Reisebusse parken dort, drei Buslinien sind auf der Willy-Brandt-Allee unterwegs. Für all diese Aufgaben ist die Allee indes schlecht gerüstet.

Die Fahrbahn ist sanierungsbedürftig, und vor allem auf der Ostseite - der Museumsseite also - reicht der Platz allenfalls für einen schmalen Radstreifen; Fußgänger und Biker kommen sich häufig in die Quere. Vor allem deshalb wird die Fahrbahn von jetzt neun auf dann nur noch 6,50 Meter verengt. Der gewonnene Platz soll neuen Geh- und Radwegen auf der Ostseite zugutekommen. Die vorhandenen ausgebauten Wege für Spaziergänger und Radfahrer auf der Rathausseite bleiben unberührt, nur zwischen Planckstraße und Kurt-Schwitters-Platz wird auch dort der Radweg saniert. Das Kopfsteinpflaster verschwindet, frischer Asphalt wird aufgebracht.

Die Parknischen werden komplett neu angelegt und mit Natursteinpflaster belegt. Allerdings will die Stadt den Bereich am Eingang zum Landesmuseum sicherer gestalten. Dort gibt es derzeit jede Menge Parksuchverkehr. Die Parkplätze im Eingangsbereich fallen künftig weg; zwei Stellflächen für Reisebusse grenzen an den parkplatzfreien Bereich an.

Die Bezirksräte Südstadt-Bult und Mitte stimmten den Plänen nur mit etlichen Änderungswünschen zu. Auf manche will sich die Stadt auch einlassen: etwa auf die Forderung, die Einmündung Planckstraße aufzupflastern. Damit soll der aus der Planckstraße ankommende Verkehr gebremst und auch der dort entlangführende Radweg deutlich hervorgehoben werden. Auch zusätzliche Fahrradbügel vor den beiden Museen sollen installiert werden. Mit anderen Wünschen hat die Verwaltung aber Probleme: So wünschte sich Rot-Grün in beiden Bezirksräten, dass Radfahrer von der Willy-Brandt-Allee einen direkten Weg zum Rudolf-von-Bennigsen-Ufer bekommen. Bislang müssen sie erst die Culemannstraße überqueren, um zu einer Ampelanlage über das Arthur-Menge-Ufer zu gelangen. Von dieser Route mag die Stadt nicht abweichen; sie hält das für sicherer als ein direktes Abbiegen mitten auf dem verkehrsreichen Kurt-Schwitters-Platz. Auch auf eine ständige Reduzierung auf 30 Stundenkilometer für Fahrzeuge - die gibt es derzeit wegen Fahrbahnschäden im Bereich des Landesmuseums - will sich die Stadt nicht einlassen. Die Allee gilt als Hauptverkehrsstraße. Nach der Sanierung sei Tempo 30 nicht nötig und auch gar nicht zulässig, argumentierte die Verwaltung jüngst. Anfang Dezember meldete die Ratsfraktion der SPD im Bauausschuss noch Beratungsbedarf an und zog die Verwaltungsvorlage vorerst in die Fraktionen.

Derzeit ist der Baustart für kommenden April vorgesehen. Dann sollen zunächst die Leitungen im Untergrund hergerichtet werden. Der Umbau selbst beginnt Ende nächsten Jahres und soll bis September 2017 andauern. „Aussagen zu Straßensperrungen und Umleitungen sind erst nach Abschluss der Bauvorbereitung möglich“, sagte Stadtsprecherin Anne Ruhrmann.

Von Marcel Schwarzenberger

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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