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Südstadt Schüler auf Spurensuche auf dem Friedhof
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Schüler auf Spurensuche auf dem Friedhof
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02:15 30.10.2016
Schüler der Orli-Wald-Gesamtschule aus Uetze lassen sich von Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne das Grab von Orli Wald auf dem Engesohder Friedhof zeigen und über ihr Leben berichten. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Mit Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne stand den Schülern ein Experte zur Seite. „Ich finde es spannend, hier auf dem Friedhof zu sein“, sagte die zehnjährige Fenja Hennigs. Sie habe zwar schon einiges über Orli Wald gelernt, wolle aber unbedingt noch mehr erfahren.

Bevor die Geschichtsstunde losging, begeisterte der Bezirksbürgermeister die Gruppe mit Geschichten aus seinem eigenen Leben. Als Pollähne dann „einen kleinen Fußmarsch zu Orli Wald“ ankündigte, setzte sich die Gruppe in Bewegung. Doch auf dem großen Friedhof ist es gar nicht so einfach, das richtige Grab zu finden. Das merkte auch Lothar Pollähne, der die Kinder erst auf die falsche Wiese führte. Nach der kleinen Verwirrung war das Grab dann aber schnell gefunden. Unscheinbar liegt es zwischen all den anderen Ruhestätten. Dabei gehöre das Grab einer großen Persönlichkeit, wie Pollähne den Kindern erklärte. Wald kämpfte gegen den Nationalsozialismus. Ihr Engagement führte zu ihrer ­Verhaftung wegen Landesverrats. Im Konzentrationslager Auschwitz arbeitete sie in der Krankenhausbaracke und rettete vielen Menschen das Leben. Noch heute wird sie als „Engel von Auschwitz“ bezeichnet.

"Ich habe viel Neues erfahren"

Wald überlebte das Konzentrationslager zwar, erkrankte aber an Tuberkulose. Nach der Befreiung lernte sie ihren Ehemann Eduard Wald kennen, mit dem sie nach Hannover zog. Das Ehepaar wohnte nur wenige Hundert Meter vom Friedhof entfernt. „Deshalb ist sie auch hier begraben“, beantwortet Pollähne die Frage eines Schülers, der wissen wollte, warum die Widerstandskämpferin in Hannover beerdigt worden ist. Für den Bezirksbürgermeister ist es wichtig, dass Orli Wald, die 1962 mit 47 Jahren starb, nicht in Vergessenheit gerät. Geduldig beantwortete er deshalb die Fragen der Schüler. „Ich habe viel Neues erfahren“, bilanzierte der elfjährige Robin Schmidt zufrieden. Mit einem lauten „Tschüss, Orli!“ verabschiedeten sich die Kinder von dem Grab. „Schade, dass sie so früh gestorben ist“, sagte ein Junge zum Abschied bedauernd.

abe

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