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Schwierige Mehrheitsfindung im Süden

Kommunalwahl 2016 Schwierige Mehrheitsfindung im Süden

Nur im Wahlbezirk Südstadt-Bult gibt Rot-Grün nach der Kommunalwahl am Sonntag ganz klar den Ton an. Überall sonst müssen sich bisherige Gegner arrangieren. Alle Ergebnisse der Wahl für den Süden Hannovers sowie die neuen Bezirksräte haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Quelle: Ditfurth

Südstadt-Bult

Der Stadtbezirk Südstadt-Bult ist für das Bündnis aus SPD und Grünen ein Paradies. Während rundherum, im Stadtrat und in der Regionsversammlung, die rot-grünen Bündnisse aus SPD und Grünen abgewählt worden sind, dürfte die rot-grüne Zusammenarbeit im Stadtbezirk fortgesetzt werden. Die Grünen verloren mit sieben Prozentpunkten kräftig und müssen deshalb einen Sitz abgeben. Aber auch die SPD (minus 1,9 Prozentpunkte) und die CDU (minus 0,9) mussten Federn lassen. Wie bisher sind auch die Linken, die FDP und die Piraten wieder in den Stadtbezirksrat gewählt worden, jeweils mit einem Vertreter. Der Posten bei den Piraten war aber bisher längere Zeit nicht besetzt gewesen, weil der bei der vorigen Wahl Gewählte sein Mandat niedergelegt hatte und es keinen Nachrücker gab. Die AfD zieht mit einem Vertreter in den Stadtbezirksrat, die Partei erreichte dort mit 6,3 Prozent das niedrigste Ergebnis in allen Stadtbezirken, in denen sie angetreten war. Die meisten Einzelstimmen errang der populäre Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne von der SPD mit 3170 Stimmen. Auf Platz zwei landete der umtriebige CDU-Mann Dieter Küßner (1001 Stimmen), den dritten Platz bei den Bewerberstimmen erreichte CDU-Fraktionschefin Krüger-Pöppelwiehe (782 Stimmen).

Das sind die neuen Bezirksräte SPD (7): Lothar Pollähne, Melanie Reimer, Roland Schmitz-Justen, Petra Adolph, Ewald Nagel, Ayten Büsel, Michael Gertz. CDU (5): Dieter Küßner, Ute Pöppelwiehe-Krüger, Jan Alexander Scholz, Fabian Niculescu, Jesse Jeng. Grüne (5): Ekkehard Meese, Mareike Behmann, Oliver Kluck, Hanne Hintz-Oppelt, Steffen Neumann. Linke (1): Andre Zingler. FDP (1): Thomas Siekermann. Piraten (1): Peter Weinem. AfD (1): Sören Hauptstein.

Döhren-Wülfel

Der Vorsprung von Rot-Grün im Bezirksrat Döhren-Wülfel ist Geschichte, denn jede der beiden Parteien hat einen Sitz verloren. Die Sozialdemokraten haben mit 32,8 Prozent der Stimmen (minus 4,1 Prozentpunkte) nur noch sechs Sitze errungen, die Grünen mit 16 Prozent (minus 5,8 Prozent) noch drei Sitze. Die CDU hat kaum Federn lassen müssen: mit 27,9 Prozent der Stimmen (minus 0,5 Prozentpunkte) ist sie unverändert mit fünf Fraktionsmitgliedern im Bezirksrat vertreten.

Die restlichen vier Sitze teilen sich mit je einem Vertreter die FDP (5,3 Prozent, plus 3 Prozentpunkte), die Linke (5 Prozent, plus 1,4), Die Partei (2,1 Prozent, 2011 nicht angetreten) und die AfD (8,9 Prozent, ebenfalls neu auf der Wahlliste). Auffällig ist, dass die AfD Anspruch auf zwei Sitze hätte; da sie aber nur einen Kandidaten aufbieten konnte, verfällt ein Sitz. Doch selbst das beschert SPD und Grünen keine Mehrheit: Ihren neun Stimmen stehen nun neun Stimmen anderer Parteien gegenüber.

Direkt gewählt auf der SPD-Liste wurden mit 10,8 Prozent die bisherige Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner und mit 4,7 Prozent SPD-Fraktionschef Jens Schade. Bei der CDU ist Gabriele Jakob mit 10 Prozent der Stimmen direkt gewählt worden, ebenso wie Stefanie Matz (3,6 Prozent), die nur auf Listenplatz 17 kandidiert hatte. Bei den Grünen wurde Claudia Meier direkt gewählt.

Das sind die neuen Bezirksräte SPD (6): Antje Keller, Jens Schade, Tanka Bundlus, Sven Rühmeier, Brigitta Miskovic, Ali Abdullah Bani Hashem. CDU (5): Gabriele Jacob, Stefanie Matz, Britta Waase, Gerd Sommerkamp, Ellen Maschke-Scheffler. Grüne (3): Claudia Meier, Michael Rinker, Sarah Röttger. Linke (1): Manfred Milkereit. FDP (1): Björn-Christian Seela. AfD (1): Mario Seebode. Die Partei (1): Serge Zanot.

Kirchrode-Bemerode-Wülferode

Die Mehrheitsverhältnisse im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode bleiben kompliziert. Nachdem die Linke erstmals ein Mandat für das Gremium errungen hat, besteht weiterhin ein Stimmengleichgewicht zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb. Die beiden traditionellen Bündnisse verfügen jeweils über neun Sitze, zur Wahl des Bezirksbürgermeisters werden aber zehn Stimmen benötigt.

Das Zünglein an der Waage könnte damit Maximilian Wahl (Linke) werden, der zunächst weder Amtsinhaber Bernd Rödel (SPD) noch einem CDU-Kandidaten seine Unterstützung zusichern möchte. „Es müssen da erst ein paar Gespräche geführt werden – auch intern“, sagt Wahl. Rödel will bei allen Parteien um Unterstützung werben – speziell auch bei der FDP. „Wir liegen in vielen Teilen nahe beieinander“, sagt der SPD-Politiker, der auch mit Rot-Gelb-Grün keine Probleme hätte.

Die von beiden Seiten umworbene FDP ist klarer Wahlsieger (12,1 Prozent, plus 4,8 Prozentpunkte). Die Liberalen konnten 3137 Stimmen mehr als noch bei der Kommunalwahl 2011 verbuchen, was auch ein zusätzliches Bezirksratsmandat bedeutet. Der Zugewinn geht allerdings auf Kosten der CDU. Die Christdemokraten gewannen zwar 1773 Stimmen dazu, erhielten aber relativ gesehen weniger Stimmen (37,8 Prozent, minus 1,7) und verlieren damit einen Sitz.

Die Grünen dagegen, die als einzige Partei weniger Stimmen als 2011 erhielten, sind bei der Sitzverteilung im Glück. Obwohl sie 3,4 Prozent verlieren, stellen sie weiterhin drei Mandatsträger.

Das sind die neuen Bezirksräte : SPD (6): Bernd Rödel, Hülya Iri, Daniela Barke, Fritz-Joachim Konietzny, Bärbel Ehrlich, Michael Quast. CDU (7): Hans-Georg Hellmann, Gerd Kuscher, Petra Stittgen, Gerhard Schröder-Hohensee, Saskia Petermann, Georg Ferdinand Nauheimer, Tobias Marvin Zimmermann. Grüne (3): Regine Kramarek, Uwe Rücker, Annette Volland. Linke (1): Maximilian Wahl. FDP (2): Norman Ranke, Niels Rosenwinkel. Von Christian Link, miz, mak

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Bezirksbürgermeister : Lothar Pollähne (SPD)
  • Stadtbezirksrat : SPD: 7, Grüne: 6, CDU: 5, Piraten: 1, FDP: 1, Linke: 1
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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