Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Südstadt Ärger um Parkplatznot am Maschseefest
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Ärger um Parkplatznot am Maschseefest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 13.08.2016
Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Marget P. ist froh über die Parkvereinbarung, die sie mit ihren Nachbarn getroffen hat. Wenn die Seniorin am Abend ihr Auto in der Wiesenstraße parkt, darf sie an manchen Tagen deren Garageneinfahrt als Stellplatz nutzen. „Hier einen Parkplatz zu finden ist beinahe unmöglich“, beklagt sie wie viele Anlieger den Parknotstand, der sich regelmäßig zum Maschseefest potenziert. Dann schleichen stündlich bis zu hundert Autos auf der Suche nach einem Parkplatz vor ihrem Fenster vorbei - zweieinhalb Wochen lang. „53 Autos nach links, 59 nach rechts“, ergab ihre Zählung, die sie jüngst an einem Maschseefest-Donnerstag unternommen hat. Nach kurzer Zeit musste sie ihr Fenster schließen, die Abgase waberten in ihr Wohnzimmer.

Zur Galerie
März 1986: Das Tiefbauamt war skeptisch: „Der Maschsee ist im Winter zum Schlittschuhlaufen da und nicht als Verkaufsfläche“, erklärte es im Februar 1986, als es in Hannover kälter war als in Moskau.

Anwohner auf Parkplatzsuche

Als Anliegerin eines der größten Feste Norddeutschlands fühlt sich die Wahl-Südstädterin von der Stadt übergangen. Ihre Forderung: Für die Zeit des Maschseefests müssten die angrenzenden Wohnstraßen durch eine Anliegerregelung für den „Parksuchverkehr“ begrenzt werden. Zum Tag der Deutschen Einheit vor zwei Jahren gab es diese Regelung bereits; außerdem zum Evangelischen Kirchentag 2005 und zur Fußball-WM 2006. Die Weltmeisterschaft wurde so zum Parkplatz-Sommermärchen für viele Maschsee-Anrainer. Endlich keine verzweifelten Parkplatzsucher mehr.

Krach, Randale und Parkplatzbeschwerden

Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne kennt die drei wesentlichen Probleme, die das Wachstum des Maschseefests begleiten. „In diesem Jahr sind mir noch keine Beschwerden zu Ohren gekommen“, gibt er einen aktuellen Statusbericht von der Nachbarschaftsfront. Gleiches vermeldete der Ausrichter, die Hannover Veranstaltungs GmbH, bereits 2015. Nach Jahren der Auseinandersetzung um den Lautstärkepegel scheint der Krach tatsächlich eingedämmt. Nach 22 Uhr muss die Musik leise gedreht werden, die DJs dürfen keine Ansagen mehr ins Mikro sprechen. „Es ist keine so große Geräuschkulisse, wie manche Nachbarn behaupten, wir sind hier kaum betroffen“, erzählt eine Nachbarin aus der Bürgermeister-Fink-Straße. Die Mutter von zwei Töchtern freut sich über die Party in unmittelbarer Nähe. „Ich mag den kurzen Weg. Wir gehen alle gerne zum Maschseefest“, sagt sie. Aus ihrer Sicht gibt es ein Altersgefälle in der Bewertung des Maschseefests durch die Nachbarn.

Diese Einschätzung teilt auch eine Gruppe Studenten aus der Südstadt, die sich am Montagabend ein Bier auf einer Mauer am Nordufer genehmigt. „Es ist toll, die Möglichkeit auszugehen direkt vor der Haustür zu haben“, findet Lars Matalla. Gleichwohl sind er und seine Freunde der Meinung: „Die Parksituation in der gesamten Südstadt ist scheiße.“

Parksituation soll entschärft werden

Die Idee, auch zum Maschseefest die Parksituation rund um den Maschsee zu entschärfen, ist nicht neu. „Über eine Parkraumbewirtschaftung oder das Anlieger-Parken ist bereits ein paar Mal nachgedacht worden“, weiß Bezirksbürgermeister Pollähne. Beide Konzepte seien allerdings für die Stadt mit hohem Aufwand verbunden und daher verworfen worden. Gleichwohl schließt Pollähne eine erneute Prüfung für zukünftige Feste nicht aus. „Wenn es da vernünftige Konzepte gibt, wäre das neu zu diskutieren“, äußert er Verständnis für die Situation der Nachbarn.

Bis es so weit ist, überlegt sich Marget P. weiter zweimal, wann sie ihr Auto aus der Wiesenstraße bewegt. Jüngst lag der nächste freie Parkplatz, den sie finden konnte, am Stephansplatz.

Von Mario Moers

Drei Veranstaltungen stehen in den nächsten Tagen im Haus der Region auf dem Programm. Eine Vernissage, ein Vortrag und eine Matinee sollen das Publikum in die Hildesheier Straße locken.

11.08.2016

Für die frühere Kult-Kneipe Spiegel am Altenbekener Damm scheint ein neuer Pächter gefunden zu sein. Allerdings musste ein Baum seinen Platz räumen. Die unangemeldete Fällung sorgte bei Anwohnern für Kritik.

13.08.2016

Ende Juni brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Großen Düwelstraße komplett aus. Jetzt bekommt das Gebäude ein neues Dach.

07.08.2016
Anzeige