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Spielplatz hat den Sommer nicht gesehen

Spielgerät abgebaut Spielplatz hat den Sommer nicht gesehen

Weil es morsch war, wurde das Hauptspielgerät auf dem Spielplatz am Sonnenweg im April abgebaut – und erst jetzt wieder freigegeben.

Sonnenweg, Hannover 52.367682 9.756817
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Zu Wochenbeginn noch von Bauzäunen umstellt: Neues Spielgerät am Sonnenweg.

Quelle: Meding

Hannover. Wenn man ein Beispiel dafür sucht, wie sehr Fürsorge zum Nachteil der Befürsorgten ausgehen kann, dann taugt der kleine Spielplatz an der Straßenecke Sonnenweg/Rautenstraße vielleicht als aktuelles Beispiel. Weil bei Routinekontrollen morsche Stellen am Großspielgerät aufgefallen waren, wurde der zentrale Teil des Spielplatzes mit hohen Gitterzäunen abgesperrt. Das war im April. Im August nun wurde das neue Gerät installiert, bis Anfang dieser Woche aber war es noch nicht zum Spielen freigegeben, denn es waren noch Nacharbeiten nötig. Von April bis August also war der einzige Spielplatz weit und breit nicht nutzbar - wegen ein paar morscher Stellen an einem Holzgerät.

Kontrolleure prüfen Sicherheit

Das Zauberwort in der Verwaltung für solche Vorgänge heißt Verkehrssicherungspflicht. Weil die Stadt als Betreiberin der Anlage haftet, falls Kindern wegen Mängeln an Geräten etwas passiert, und zugleich immer mehr Familien Rechtsschutzversicherungen haben, sodass bei kleinsten Vergehen prozessiert wird, lässt die Stadt regelmäßig Spielplatzkontrolleure ausschwärmen. Sie prüfen Kettenglieder von Kettenschaukeln auf Kettengliedverschleiß, Stahlfedern von Stahlwippen auf Stahlrost und eben Holzpfosten von Holzgeräten auf Holzfäule. Entdecken sie einen Mangel, wird sofort gesperrt - zum Wohle der Kinder.

Im Sommer wurde nicht gespielt

Das Recht der Kinder auf Unversehrtheit heißt im Umkehrschluss, dass einen gesamten Sommer lang an dem Hauptgerät nicht gespielt werden konnte. Immerhin waren am Rand der Fläche eine Nachkriegs-Stahlschaukel, ein kleines Stehkarussel und eine kleine Sandkuhle nutzbar. Und zumindest hat die Stadt die Bauzäune während der viermonatigen Spielgerät-Abstinenz weggeschafft, wie Sprecher Dennis Dix mitteilt.

Gekostet hat der Austausch übrigens rund 10.000 Euro. Er wäre eigentlich teurer gewesen, aber die Stadt hatte die Edelstahlrutsche noch auf einem Bauhof in Reserve. Wer weiß: Würde sie diese Vorratshaltung nicht betreiben, hätte der Austausch vielleicht bis zum Winter gedauert.

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