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Stadt ermittelt wegen Baumfällung

Auftraggeber droht Bußgeld Stadt ermittelt wegen Baumfällung

Zwei Silberahorne wurden an der Hildesheimer Straße ohne Genehmigung entfernt. Jetzt droht dem Auftraggeber ein Bußgeld.

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Nur noch zwei Baumstümpfe sind stehen geblieben: Für die Fällung der großen Bäume gab es keine Genehmigung.

Quelle: Stein

Hannover. Zwei Silberahornbäume im Hinterhof des Gebäudes an der Hildesheimer Straße 6 sind Anfang Juli professionell gefällt worden - allerdings ohne Genehmigung. „Bei uns wurde kein Antrag gestellt“, sagt Heino Kamieth vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover. Die Stadt leitet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und ordnet Ersatzpflanzungen an.

Stadt geht Hinweisen nach

Es habe mehrere Hinweise und Anzeigen von Anwohnern gegeben, denen die Mitarbeiter des Fachbereichs nachgegangen sind. „Es war deutlich, dass die Bäume in einem Meter Höhe noch einen größeren Umfang als 60 Zentimeter hatten, das war mit Sicherheit der Fall“, sagt Kamieth. Ab einem Stammumfang von 60 Zentimetern in einem Meter Höhe gilt ein Laubbaum in Hannover als geschützt - bei Nadelbäumen liegt die Grenze bei 80 Zentimetern. „Die hatten mit Sicherheit 20 bis 30 Jahre auf dem Buckel“, sagt Kamieth. Die illegale Fällung bedauert er sehr. „Die Bäume hatten einen hohen ökologischen Wert“, sagt er.

Eine Anwohnerin, die sich bei der Stadt über die Abholzung beschwert hatte, ist Ursula Seiferth. „Diese Bäume galten beim Bau dieser Gebäude vor etwa 20 Jahren schon als schützenswert und wurden auch bei dem Erweiterungsbau der Stadtbibliothek nicht beschädigt“, berichtet die empörte Anwohnerin. Sie habe beobachtet, dass Industriekletterer vor Ort gewesen seien und die Bäume gefällt hätten. Das professionelle Abholzen habe den Eindruck einer „offiziellen, also genehmigten Aktion“ erweckt, sagt Seiferth.

"Es war Gefahr im Verzuge"

Christian Werner, Inhaber von Werners-Multi-Service aus Springe, bestätigte, dass die Hausverwaltung die Fällung bei ihm in Auftrag gegeben habe. „Es war Gefahr im Verzuge“, sagt er. Große, über Parkplätzen und Fahrradständern hängende Äste drohten, abzubrechen, so Werner. Die Stadt will dem nachgehen. Laut Heino Kamieth muss der Auftraggeber mit einem Bußgeld rechnen, das mehrere Tausend Euro betragen kann.

Jedes Jahr gehen bei dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Hannover etwa 2000 Fällanträge für geschützte Bäume ein. Wie viele Verstöße es jährlich gegen die Baumschutzsatzung gibt, konnte Kamieth nicht sagen.

Von Johanna Stein

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