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Südstadt Bezirksrat stimmt für Bauprojekt Wiesenstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Bezirksrat stimmt für Bauprojekt Wiesenstraße
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00:16 03.12.2018
„Die Anwohner sind mit nichts zufrieden“: Die WGH will auf diesem Grundstück Wohnungen bauen. Quelle: Michael Thomas (aRchiv)
Südstadt

 Der Bebauungsplan für die umstrittenen Wohnungsbauten Maschseeherz in der Wiesenstraße hat nun endgültig den Bezirksrat Südstadt-Bult passiert. In der jüngsten Sitzung des Gremiums stimmte eine breite Mehrheit zu. Die CDU sowie der Vertreter der AFD und der Vertreter der Linken hatten vor der Abstimmung ihre Ablehnung der Pläne verdeutlicht.

Der Stadtbezirksrat hatte schon im vergangenen Juni den Bebauungsplan beraten, damals aber gefordert, dass die Ausgleichsmaßnahmen ausschließlich im Stadtteil Südstadt stattfinden. Das ist jetzt in der neuen Beschlussdrucksache so festgehalten. Auf der Hoppen­stedtwiese soll durch das Pflanzen von 20 Obstbäumen eine kleine Streuobstwiese entstehen, weitere 27 Bäume werden an anderen Standorten im Stadtteil gepflanzt.

800 Unterschriften gegen den Bau

Sowohl CDU-Mann Fabian Nicu­lescu als auch André Zingler (Linke) beklagten den geringen Anteil von Sozialwohnungen den neuen Gebäuden. In den drei Häusern sind insgesamt vier kleinere Sozialwohnungen für ein bis zwei Personen vorgesehen. „Mit diesem Beschluss laufen wir in die falsche Richtung“, sagte Niculescu. AFD-Mann Sören Hauptstein bezeichnete das Projekt als „überdimensioniert“. Die mehr als 800 Unterschriften von Anwohnern gegen das Projekt müssten berücksichtigt werden.

Zu Beginn der Sitzung beklagten sich Bewohner der Wiesenstraße, die in unmittelbarer Nähe zu dem Baugründstück wohnen, über die Pläne. Dabei bezeichnete ein Anwohner die im Bebauungsplan enthaltene Verkehrserhebung als „Unverschämtheit“. Die Situation bei Spielen von Hannover 96 und Konzerten im NDR-Funkhaus sei dabei gar nicht berücksichtigt. Der Anwohner ging in der Sitzung auf die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter zu und sprach sie mit aggressivem Ton an. „Da war eine Grenze überschritten“, stellte ein Mitglied des Bezirksrats anschließend fest.

Ärger um Auftritt der Kritiker

„Die Anwohner sind mit nichts zufrieden“, sagte Grünen-Fraktionschef Oliver Kluck nach der Fragestunde. Die wollten nur, dass die Mauer und der Garten mit den Bäumen an dieser Stelle bleibe. Wie andere Menschen eine Wohnung finden sollten, sei den Anwohnern egal, meinte Kluck.

Wie berichtet, will die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) auf einem mit Bäumen bewachsenen Grundstück hinter dem NDR-Landesfunkhaus drei Gebäude mit zwei bis vier Geschossen bauen. Dort sind insgesamt 34 Wohnungen vorgesehen. Im Bezirksrat wird vermutet, dass die Miete bei 15 Euro pro Quadratmeter liegen könnte.

Kommentar: Kompromiss ist ein Erfolg

ber das Wohnbauprojekt Maschseeherz an der Wiesenstraße ist viel geredet worden in den vergangenen Monaten und Jahren. Und auch viel geschrieben. So viel, dass der schöne Name „Maschseeherz“ in den Debatten gar nicht mehr auftauchte, sondern nur noch die Wiesenstraße. Klar, die Alteingesessenen in der Wiesenstraße hätten es am liebsten gehabt, wenn sie weiter auf einen grünen Garten mit alten Bäumen schauen könnten, wenn ihnen eine langwierige Baustelle vor dem eigenen Balkon erspart geblieben wäre und wenn sie künftig nicht mit neuen Nachbarn und deren Besuchern um die ohnehin knappen Parkplätze konkurrieren müssten.

Der Bauherr ist den Anwohnern schon früh entgegengekommen, mit niedrigeren Häusern, größerem Abstand zur Straße und mehr Bäumen, als zunächst vorgesehen. Das war ein Erfolg für die Anwohnerinitiative, erreicht mit sachlichen, guten Argumenten. Bauprojekte werden sich in Zeiten von Wohnungsnot in Hannover kaum verhindern lassen, aber Kompromisse sind möglich. Schade, dass sich damit nicht alle zufrieden geben.

Von Mathias Klein

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