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Südstadt Südstädter veröffentlichen Gedichtband
Hannover Aus den Stadtteilen Südstadt Südstädter veröffentlichen Gedichtband
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00:15 16.08.2016
„Keiner weiß eigentlich, was ,eigentlich‘ bedeutet“: Egbert Perk (r.) und sein Zeichner Michael Kaiser stellen ihren Gedichtband „Herr Sowieso, Frau Eigentlich, ich bin sie und sie sind ich“ vor. Quelle: Stein
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Hannover

„Es hat mich gereizt, dass so viele Menschen die Worte sowieso und eigentlich benutzen“, sagt Perk und schmunzelt. „Und keiner weiß eigentlich, was sie bedeuten.“ Also entschließt er sich, Gedichte über diese beiden Worte - als Ehepaar personifiziert - zu schreiben. Nur gut drei Monate braucht der 87-jährige Rentner aus der Südstadt - da hat er schon genug Gedichte für einen ganzen Band zusammen. Gut 70 Geschichten textet Perk über seine neuen Figuren. Was ihm für sein Werk dann aber noch fehlt, sind Illustrationen.

Eine Nachbarin gibt ihm einen heißen Tipp: Michael Kaiser aus dem Erdgeschoss, der zeichnet doch Cartoons. Perk fragt bei dem Satiriker an, und mit ein wenig Überredungskunst überzeugt er ihn. Herr Sowieso bekommt ein Gesicht.

"Die sind wirklich ganz goldig"

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Egbert Perk: „Herr Sowieso, Frau Eigentlich, ich bin sie und sie sind ich“. Gedichte zum Schmunzeln, Band 1. Books on Demand. 19,99 Euro.

„Die sind wirklich ganz goldig“, freut sich Perk, der dem Zeichner freie Hand lässt. Am liebsten fertigt Kaiser dynamische Bilder von Herrn Sowieso - so wie zu der Geschichte, in der er das Tanzbein schwingt, „wenn auch nicht gut unbedingt“. „Das Gedicht beruht auf einem eigenen Erlebnis“, erzählt Perk und grinst. Manch anderes dagegen sei frei erfunden. „Ich bin seit ‘59 verheiratet, aber Herr Sowieso ist in einem Gedicht Bigamist“, sagt Perk. Auch Frau Eigentlich beruhe nur zu etwa 50 Prozent auf der Vorlage, Perks Frau Irene.

„Herr Sowieso, Frau Eigentlich, ich bin sie und sie sind ich“ ist bereits das zweite Buch von Egbert Perk. Vor sieben Jahren veröffentlichte der Südstädter eine Art Biografie unter dem Titel „Kaleidoskopische Momente: Ein Lorbass aus Ostpreußen erzählt“. Darin berichtet er nicht nur von seiner Leidenschaft zum Tennis und Schach-Spielen, sondern auch von seinem Spaß am Schreiben. „Ich habe mich schon immer sehr für Gedichte interessiert“, sagt er. Als Schüler habe er besonders den Prolog von Goethes Faust gemocht.

Perk arbeitet an zweitem Band

Auch heute ist die Liebe des 87-Jährigen zu Gedichten ungebrochen. Nach einem Schlaganfall verbrachte er kürzlich etwas Zeit in einer Klinik. „Aber ich hatte mir unbedingt vorgenommen, das Buch fertig zu machen“, sagt er. Kaiser wirft ihm in der Zeit seine Zeichnungen in den Briefkasten. Nach schneller Genesung ist Perk nun wieder fit, läuft täglich die Treppen zu seiner Wohnung im dritten Stock - und schreibt schon fleißig weiter für den zweiten Band.

Von Johanna Stein

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