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Tödlicher Unfall auf Hildesheimer Straße geht Anliegern nahe

Südstadt Tödlicher Unfall auf Hildesheimer Straße geht Anliegern nahe

Der tödliche Verkehrsunfall, dem in der vergangenen Woche eine Seniorin auf der Hildesheimer Straße zum Opfer fiel, beschäftigt die Anlieger der vielbefahrenen Verkehrsachse. Ein junger Kellner hat den tragischen Unfall direkt miterlebt - und konnte der Frau nicht mehr helfen.

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Beim Abbiegen von der Hildesheimer Straße auf den Altenbekener Damm (links im Bild) übersah der Lastwagenfahrer die Radfahrerin.

Quelle: Benjamin Behrens

Südstadt. Von den Spuren auf der Fahrbahn ist nichts mehr zu sehen. Keine Markierung der Polizei, kein Abstreumaterial der Feuerwehr, und auch sonst weist nichts mehr auf das schreckliche Ereignis hin. Am vergangenen Donnerstag hatte ein Lkw-Fahrer beim Abbiegen von der Hildesheimer Straße auf den Altenbekener Damm eine 76-jährige Radfahrerin übersehen. Sie wurde vom Fahrzeug erfasst, mitgeschleift und verstarb noch an der Unfallstelle.

Rita Nöhrenberge überquert gerade den Altenbekener Damm, sie hat es eilig, ihr Bus steht schon an der Haltestelle. Trotzdem wartet sie, bis die Ampel grün wird. „Ich habe das aus der Zeitung erfahren“, sagt sie. Die 68-Jährige wohnt in der Nachbarschaft, bisher ist ihr nicht aufgefallen, dass die Kreuzung besonders unfallträchtig sei. „Auch für den Lkw-Fahrer ist das natürlich dramatisch“, bedauert sie.

Anderen ist das Geschehen sehr viel näher gegangen. „Mein Bruder hat es direkt erlebt“, sagt Burhan Öküzbogan. Der 27-Jährige ist Kellner in einem türkischen Restaurant. Unmittelbar vor der Tür ereignete sich der Unfall. Ihm ersparte es der pure Zufall, ihn mitzuerleben. Sein Bruder arbeitet eigentlich in einem anderen Restaurant und ist an dem Tag für ihn eingesprungen. „Er ist rausgelaufen zu der Frau“, sagt der 27-Jährige. Sie habe ihn noch angefleht, ihm zu helfen. Für die Seniorin kam jede Hilfe zu spät, auch die alarmierten Rettungskräfte konnten nichts mehr tun. „Sie ist in seinen Armen gestorben.“ Zwei Tage lang habe sein Bruder das Erlebte verarbeiten müssen, dann kehrte wieder etwas Normalität ein. „Das nimmt einen sehr mit, aber der Alltag geht ja weiter“, sagt Öküzbogan. Dass die Kreuzung besonders unfallträchtig wäre, sei ihm nicht aufgefallen. „Aber der Verkehr ist schon eklig“, ärgert sich der Kellner.

An der Tankstelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht Tankwart Philipp Mecke seiner Arbeit nach. Öl nachfüllen, Benzin zapfen, einer Fahrerin bietet er an, vor der längeren Reise, auf die es gleich geht, noch schnell den Reifendruck zu überprüfen. Der Alltag hat ihn wieder, jedenfalls beinahe. „Es zieht einen runter“, sagt der 32-Jährige. Den Unfall habe er zwar aus der Ferne mitbekommen, aber hinübergegangen sei er nicht. Schließlich hätten sich schon genug Schaulustige versammelt. „Drei Leute habe ich sterben sehen in zehn Jahren“, berichtet der Tankwart. Alle Unfälle wären vermeidbar gewesen, wenn die Beteiligten nur mehr aufgepasst hätten, ist sich Mecke sicher. Die Kundin, an deren Kleinbus er den Reifendruck überprüft hat, macht sich auf den Weg. „Fahren Sie vorsichtig“, ruft der Tankwart ihr nach.

Von Benjamin Behrens

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Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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