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Ton aus im Minchen's

Südstadt Ton aus im Minchen's

Es gehörte viele, viele Jahrzehnte zur Südstadt wie die Gilde-Brauerei gegenüber. Nun ist das Minchen's der urige Club, der zuletzt keine Kneipe mehr war, sondern ein Livemusik-Club, geschlossen.

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Das Minchen's in der Südstadt.

Quelle: Archiv

Südstadt. Mehr als 140 Jahre hat der kleine Laden an der Hildesheimer Straße kurz hinter dem Altenbekener Damm auf dem Buckel, als Gilde Bräu Quelle, als Tante Minchen’s gute Stube und zuletzt als Minchen‘s – und nun ist der urige Club, der zuletzt keine Kneipe mehr war, sondern ein Livemusik-Club, geschlossen. Auch für viele Musiker kam diese Nachricht in der vergangenen Woche ziemlich überraschend.

Dreieinhalb Jahre hatte Betreiber Thomas Althaus versucht, den Laden von einer Kneipe mit Musik zu einem reinen Liveladen zu entwickeln und in der Kulturszene zu etablieren, was auch in einer Stadt von der Größe Hannovers kein leichtes Geschäft ist. In den vergangenen beiden Jahren war, wie Althaus sagt, „nicht die Theke der Mittelpunkt im Minchen‘s“, sein Credo: „Ich bin Musiker, kein Gastronom.“ Ihm sei es immer um die Musik gegangen und um die Musiker. Entsprechend akribisch kümmerte er sich um die Gäste, die diesen Service auch zu schätzen wussten. Doch „mit dieser Einstellung gerät man leider an seine physischen und finanziellen Grenzen“. Viele Unwegsamkeiten und Umstände hätten ihn zu der Entscheidung gezwungen, den Laden nun zu schließen, bekennt Althaus.

Das hat er auch umgehend auf der Homepage des Clubs mitgeteilt. In seiner Erklärung bedankt er sich ausdrücklich bei allen Unterstützern des Minchen‘s – womit auch die Musiker gemeint sind, die in der Wohnzimmeratmosphäre Blues, Rock, Soul, Jazz oder Folk gespielt haben. „Mir persönlich“, erklärt der Betreiber, „war es immer eine Ehre, mit hervorragenden Musikern und Bands in Kontakt stehen zu können und deren oftmals beeindruckende Performance so hautnah erleben zu dürfen.“ Althaus hatte mit einer Gruppe von Gleichgesinnten den Verein Live-Kultur-Bühne gegründet, um das Projekt nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch mal vor Ort mit anzupacken. Denn um den Standard der Veranstaltungen hochzuhalten, musste rund um die Bühne viel getan werden. Und Eintritt wollte er für die Sessions nicht verlangen.
Mit überschwänglichen Erwartungen war Althaus zu 
keinem Zeitpunkt an die Sache herangegangen. Mit einem Livemusik-Konzept in dieser Größenordnung komme man halbwegs über die Runden, aber reich werden könne man damit nicht. „Da ist schon eine Menge Idealismus mit dabei“, hatte Althaus schon im vergangenen Jahr gesagt.

Für Althaus selbst geht es vermutlich weiter. Er wolle gern mit viel Idealismus und Ideen der Livekultur erhalten bleiben. „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich auch wieder eine neue.“ Neben einem regulären Konzertprogramm hatten Althaus und seine Mitarbeiter auch regelmäßig sogenannte offene Bühnen für unterschiedliche Stilrichtungen angeboten, bei denen sich viele lokale Musiker, aber auch Künstler von außerhalb zu Sessions trafen. „Kitchens“ hießen die Sessions im Minchen’s, es wurde abwechselnd gekocht.

Mit dem Minchen’s schließt ein weiterer Südstädter Traditionsladen. In Rufweite hatten in der Vergangenheit schon der Spiegel und das Pindopp am Altenbekener Damm sowie das Kalabusch an der Sallstraße dichtgemacht, das Gerstenkorn ist aus der Großen Düwelstraße in die Räume des Kalabusch gezogen.     

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  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
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