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Waldorfschule am Maschsee wird 90

Jubiläumsfeier Waldorfschule am Maschsee wird 90

Die Freie Waldorfschule am Maschsee feiert im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen und ist damit die drittälteste Waldorfschule Deutschlands - nach Stuttgart und Hamburg-Wandsbek.

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Heute sitzen die Kinder an modernen Holztischen, früher sah das anders aus.

Quelle: Archiv

Hannover. Bundesweit gibt es gut 230 Waldorfschulen, weltweit sogar das Fünfache. Ein anderes Jubiläum hat die Schule am Maschsee schon in diesem Jahr: Sie war 1945 die erste Schule im Stadtgebiet, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder mit dem Unterricht begann. Die Genehmigung wurde von der britischen Militärverwaltung in englischer Sprache erteilt und ist heute noch gültig, wie Detlev Schiewe, Geschäftsführer der Schule, sagt.

Lehrerin Astrid Homeyer hat die historische Entwicklung der Schule zusammengestellt: Zuerst ist es ein Experiment der Lehrerin Mathilde Hoyer, die Ostern 1926 mit 51 Erstklässlern eine Versuchsklasse in der Bürgerschule an der Friesenstraße startet, schon ein Jahr später zieht die Schule, die stetig wächst, in die Garvens-Villa in der Nordstadt. 1936 verhängt die nationalsozialistische Schulbehörde einen Aufnahmestopp, zwei Jahre später wird die Waldorfschule ganz verboten. Nach 1945 dann der Neubeginn in der zerbombten Jugendherberge am Maschsee: Zehn Lehrer starten mit rund 150 Schülern in sechs provisorischen Klassenräumen.

Die Bilder zum Besuch bei der Waldorfschule am Maschsee

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„Es fehlte alles“, sagt Jörg Dernedde, der am 1. Oktober 1945 eingeschult wurde. „Schulbücher und Hefte gab es nicht. Das Einzige, was wir hatten, waren eine Schiefertafel, ein Griffel und ein Schwamm. Tische waren notdürftig aus breiten Brettern zusammengezimmert. Wir saßen auf Brettern, die durch Ziegelsteine auf Sitzhöhe gebracht waren. Im Türrahmen hingen lange Kartoffelsäcke, die die fehlenden Türen ersetzten.“

Heute besuchen mehr als 830 Kinder die Waldorfschule am Maschsee, die im Schnitt- zwei- und nur im ersten Jahrgang dreizügig ist. Rund 50 bis 60 Abiturienten legen alljährlich ihre Abschlussprüfung ab, darunter sind auch Waldorf-Schüler aus Göttingen oder der Lüneburger Heide. Laut Schiewes Angaben machen bis zu 70 Prozent der Schüler am Ende auch das Abitur.

In der Region ist die Schule, die auch ein Lehrerseminar und einen Kindergarten auf dem Gelände hat, nicht die einzige Waldorfschule. Mit Konkurrenz hat das „Waldorfgymnasium“, wie die Schule genannt wird, aber kein Problem. Im Gegenteil, sagt Schiewe. Mit der Waldorfschule in Bothfeld, die für ihren kreativen Schwerpunkt bekannt ist, und der Waldorfschule Sorsum in Wennigsen am Deister arbeite man sehr eng zusammen. Seit 2013 hat die Schule am Maschsee sogar einen Nobelpreisträger: den Mediziner Thomas Südhof, Abiturient des Jahrgangs 1975. Im April 2016 will die Schule ihr Jubiläum mit einer Gala feiern, eingeladen sind auch Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) und Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD).

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