Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Wie barrierefrei sind Südstadt und Bult?

Bezirksrat Wie barrierefrei sind Südstadt und Bult?

Wie gut kommen Menschen mit Handicap, insbesondere mit Gehbehinderungen, durch die Südstadt und die Bult? Diese Frage stand jüngst im Bezirksrat auf der Tagesordnung. Bei einer Anhörung kritisierten Experten Hindernisse für Gehbehinderte, fehlende Bänke und den Mangel an Toilettenanlagen.

Voriger Artikel
Dietrich-Kittner-Platz: Stadt ehrt Kabarettisten
Nächster Artikel
Stadt will vier Straßen sanieren

Zugeparkte Bürgersteige: Fußgänger mit Gehhilfen oder Kinderwagen haben oft Probleme, an den Fahrzeugen vorbeizukommen.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Wie gut können sich Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder anderem Handicap im Stadtbezirk Südstadt-Bult bewegen? Bei einer Anhörung mit Experten im Bezirksrat Südstadt-Bult kamen vielfältige Probleme zur Sprache.

  • Bänke fehlen: Gehbehinderte sind besonders davon beeinträchtigt, dass die Wege zum Einkaufsmarkt durch Geschäftsschließungen länger werden, berichtete Rainer Ropohl vom Seniorenbeirat der Stadt. „Sie müssen Gelegenheit haben, sich auch mal hinzusetzen und auszuruhen. Die Zahl der Bänke im Stadtbezirk ist aber zu gering.“
  • Gefährliche Stufen: Barrierefrei sind viele Gebäude in der Südstadt bisher nicht. „Jede Stufe an Geschäften, Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen ist für Menschen mit Rollator ein gefährliches Hindernis“, sagte Ropohl. Bei der Baugenehmigung für Umnutzungen müsse die Stadt dies dringend beachten. Die städtische Behindertenbeauftragte Andrea Hamann versicherte, bei Umbauten von Kneipen oder Arztpraxen mit Bauantrag sei Barrierefreiheit vorgegeben.
  • Bordstein absenken: Die Gruppe der Rollatorfahrer sei groß, betonte Andrea Hamann. „Selbst kleine Schwellen sind für sie ein großes Problem, da sie sich auf ihren Rollator stützen.“ Nach DIN ist deshalb inzwischen eine komplette Bordsteinabsenkung vorgeschrieben. „Und das ist durchaus richtig“, sagte die Behindertenbeauftragte. Hans-Joachim Hoffmann vom Blinden- und Sehbehindertenverband kritisierte dagegen die vollständige Nivellierung von Übergängen. „Blinde und Sehbehinderte nehmen an diesen Stellen nicht wahr, ob sie bereits auf der Fahrbahn stehen.“ Zur Orientierung seien deshalb an besagten Übergängen Markierungen notwendig, die sicher bis auf die andere Straßenseite führen.
  • Parkende Autos als Hindernis: Aus der Zuhörerschaft meldete sich Monika Ganseforth vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu Wort und berichtete von einem Stadtteilspaziergang des Projekts Mobil 60plus in der Südstadt. „Vieles ist gut. Aber manche Bürgersteige sind durch parkende Autos, Fahrradständer und Mülltonnen zu eng für Rollatoren.“ Als Beispiel nannte Ganseforth Birkenstraße, Albert-Niemann-Straße und An der Questenhorst. „Die Autos in der Südstadt sind sehr groß und stehen bis auf den Radweg. Die Radfahrer weichen dann auf den Fußweg aus.“
  • Wo gibt es Toiletten? Ältere Menschen seien auf öffentliche Toiletten angewiesen, betonte Rainer Ropohl - und appellierte an den Bezirksrat, die Anzahl zu erhöhen. In der Südstadt gebe es kaum öffentliche WCs, bestätigte die Behindertenbeauftragte. Die CDU-Fraktion regte an, sogenannte Toiletten für alle aufzustellen, die sich auch für Schwerbehinderte eigneten, die eine Art Wickeltisch benötigten. „Die Standorte könnten auf der Website der Stadt vermerkt werden.“ Bei Veranstaltungen in Herrenhausen seien solche Mietanlagen bereits im Einsatz, auf dem Maschseefest bisher nicht, berichtete Andrea Hamann. „Vandalismus in öffentlichen Toilettenanlagen ist aber ein Problem.“
  • Hildesheimer Straße: Rainer Ropohl kritisierte die Situation an der Hildesheimer Straße. Die viel befahrene Ausfallstraße sei eine Rennstrecke. „Das Überqueren ist gefährlich, weil sich dort kein Autofahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält.“ Ropohl bemängelte, dass die Ampelübergänge zu weit auseinander lägen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südstadt
So schön ist die Südstadt in Hannover
Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.