Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Wohnhäuser sind nach Baustopp wieder bezugsfertig

Südstadt Wohnhäuser sind nach Baustopp wieder bezugsfertig

Ein Neubauprojekt an der Großen Düwelstraße ließ Nachbargebäude absacken: Die Bewohner wurden im Mai ausquartiert – und dürfen erst jetzt wieder zurück.

Voriger Artikel
CDU-Fraktion ist in zwei Lager gespalten
Nächster Artikel
Polizei will Haar als Beweis sicherstellen

Nächste Woche wieder bewohnbar: Das abgesackte Eckhaus an der Großen Düwelstraße.  

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Nach einer Zwangsevakuierung können Mieter in der kommenden Woche nach fünf Monate wieder ihre Wohnungen an der Großen Düwelstraße und der Tiestestraße beziehen. Die Häuser waren durch Bauarbeiten abgesackt und mussten geräumt werden. Einige der Bewohner haben sich in der Zwischenzeit eine neue Bleibe gesucht und gekündigt. „Sie haben nicht mehr an einen schnellen Wiedereinzug geglaubt“, sagt Rainer Zitzke, der für die Eigentümergemeinschaft der betroffenen Häuser spricht.

Auslöser des Beinaheunglücks war das Bauprojekt Neue Südhöfe: 52 Wohnungen sollen dort entstehen. Weil die geplante Tiefgarage tiefer gründen sollte als die Nachbarhäuser sollten die Altbauten mit Beton unterspritzt werden. Allerdings hielt der Untergrund nicht stand - die freistehende Giebelwand senkte sich um vier Zentimeter ab.

„Danach mussten die Wohnungen noch in der Nacht geräumt werden“, berichtet Zitzke. Tags darauf durften die Mieter ihre Wohnungen nur betreten, um persönliche Dinge zu holen, danach mussten sie sich Alternativen suchen. Einige Familien kamen bei Freunden unter, andere im Hotel. Das Bauprojekt wurde im Mai gestoppt.

In den vergangenen Monaten wurden die gefährdeten Gebäude dann mit einem speziellen Kunstharzgemisch unterspritzt, das sich beim Aushärten ausdehnt und die nötige Stabilität bringen soll. Diese Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, die Mieter mussten dennoch weiter draußen bleiben. „In den Wohnungen haben sich Fußböden und Deckenplatten verschoben, Wandrisse müssen ausgebessert, Zimmer tapeziert und neu gestrichen werden“, betont Zitzke. Das habe weitere Wochen in Anspruch genommen, seine Mieter hätten längst gekündigt. Dazu kommt noch Ärger mit der Versicherung. „Die Wohnungen wurden nur halb renoviert“, beklagt Zitzke. Die Versicherung habe die Objekte nach der Stabilisierung als bezugsfertig erachtet, „die Renovierungsarbeiten im Innern aber wurden außer Acht gelassen“.

Der Bauherr des Neubauprojekts, Jan-Michael Schmid, sieht das anders. „Die Versicherung hat meines Erachtens großzügig reguliert und ist anständig vorgegangen.“ Es soll auch Versäumnisse seitens der Wohnungseigentümer bezüglich rechtzeitiger Aufträge für Innensanierungen gegeben haben. „Und eine Wohnung wurde sowieso gerade renoviert, die war nicht bewohnt“, so Schmid.

Die Eigentümergemeinschaft hat sich wegen der Renovierungskosten bereits bei Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne Gehör verschafft. „Wir wollen nicht monatelang vor die Tür gesetzt werden und dann noch draufzahlen“, so Zitzke. Man werde um eine gerichtliche Auseinandersetzung vermutlich nicht herumkommen. Die wird das Projekt Neue Südhöfe nicht beeinflussen. „Wenn alles nach Plan läuft, ist der Komplex Anfang 2019 bezugsfertig“, sagt Schmid.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Südstadt
So schön ist die Südstadt in Hannover
Südstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Südstadt-Bult, 7. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 41.575
  • Einwohner je Stadtteil:   Südstadt (38.600) und Bult (2.975)
  • Bevölkerungsdichte : 5.790 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30169, 30171, 30173
  • Markantes aus der Geschichte: Große Teile der Südstadt wurden ab Mitte der 1920er Jahre geplant und in den 1930er Jahren fertiggestellt. Solche Großsiedlungen für Familien waren Teil des soziales Wohnungsbaus der Weimarer Republik, der Alternativen zu den schlechten Lebensbedingungen in den Altbauten der Innenstadt schaffen und den Wohnungsmangel lindern sollte. In der Südstadt sind in dieser Zeit viele Straßenzüge mit vier- bis fünfstöckigen Mehrfamilienhäusern in Klinkerbauweise entstanden. Städtebaulich herausragend ist darunter das Hochhaus Glückauf am Geibelplatz.
Region
Hannover – vom Heißluftballon aus gesehen

Alles auf einen Blick: Der Maschsee, die drei warmen Brüder, das Ihme-Zentrum und das Anzeiger-Hochhaus - auf den Bildern von Steffen Goldenstein sehen die großen Bauwerke der Stadt ganz klein aus.

Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.